Memantin gegen Zwangsstörung

Memantin als Zusatz bei mittelschweren bis schweren Zwangsstörungen

28.12.2019 Eine in Psychiatry Research veröffentlichte Metaanalyse untersuchte Memantin als Zusatzbehandlung bei Zwangsstörungen.

Die Forscher um Atieh Modarresi vom Research Center for Rational Use of Drugs, Tehran University of Medical Sciences, Tehran, Iran, untersuchten die Wirksamkeit von Memantin als glutamatverändernder Wirkstoff bei mittelschwerer bis schwerer Zwangserkrankung.

Berücksichtigt wurden sowohl einfach- und doppelblinde als auch Open-Label-Studien zur Memantin-Ergänzung bei Erwachsenen mit Zwangsstörungen. Die Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale (Y-BOCS) Scores waren das primäre Ergebnismaß.

Die Meta-Analyse von acht Studien mit 125 zwangserkrankten Personen, die eine Memantin-Zusatzbehandlung erhielten, zeigte eine signifikante durchschnittliche Reduktion der Y-BOCS-Scores um 11,73 Punkte.

Die kategorische Analyse des Ansprechens auf die Behandlung (mindestens 35% Reduktion der Y-BOCS) in vier doppelblinden, plazebokontrollierten Studien zeigte, dass Zwangspatienten, die eine Memantin-Augmentation erhielten, mit 3,61-fach größerer Wahrscheinlichkeit auf die Behandlung ansprachen als Patienten, die ein Plazebo erhielten.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass eine 20 mg/Tag Memantin-Augmentation zur pharmakologischen Erstlinienbehandlung über einen Zeitraum von mindestens 8 Wochen eine sichere und wirksame Intervention bei mittlerer bis schwerer Zwangsstörung ist.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Psychiatry Research – https://doi.org/10.1016/j.psychres.2019.112602



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