Meningitis-Impfung zur Vorbeugung von Gonorrhöe?

Drei Studien legen nahe, dass Meningitis-Impfstoffe einen gewissen Schutz gegen Gonorrhoe bieten könnte

14.04.2022 Laut drei in The Lancet Infectious Diseases veröffentlichten Studien könnten Impfstoffe gegen Meningitis einen gewissen Schutz gegen Gonorrhö bieten.

Studie I

Dr. Winston E. Abara von den U.S. Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta und Kollegen untersuchten laborbestätigte Gonorrhoe- und Chlamydien-Infektionen bei Personen im Alter von 16 bis 23 Jahren aus New York City und Philadelphia in den Jahren 2016 bis 2018. Falldatensätze wurden mit Immunisierungsregistern verknüpft, um den Impfstatus gegen Meningokokken der Serogruppe B (MenB-4C) zum Zeitpunkt der Infektion zu bestimmen.

Die Forscher fanden heraus, dass von den 109.737 Personen mit 167.706 Infektionen 7.692 geimpft waren, von denen 52,4, 46,7 und <1,0 Prozent eine, zwei bzw. drei Dosen erhalten hatten. Vollständige und partielle Impfserien schützten vor Gonorrhoe im Vergleich zu keiner Impfung (bereinigte Prävalenzraten 0,60 bzw. 0,74).

Studie II

Dr. Bing Wang vom Women’s and Children’s Health Network in Adelaide, Australien, und Kollegen untersuchten die Wirksamkeit des Impfstoffs und die Auswirkungen des Vier-Komponenten-Impfstoffs gegen Meningokokken der Serogruppe B (4CMenB) zwei Jahre nach der Einführung im Jahr 2018 (für Säuglinge und Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren) und 2019 (für Kinder und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 20 Jahren).

Die Forscher fanden heraus, dass die geschätzte Wirksamkeit des Impfstoffs bei zwei Dosen 32,7 Prozent gegen Gonorrhö bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen betrug, wobei altersgleiche Personen mit Chlamydien als Kontrollen verwendet wurden.

Studie III

In einer dritten Studie untersuchten Dr. Lilith K. Whittles vom Imperial College London und Kollegen die Kosteneffizienz der Impfung gegen Gonorrhoe bei homosexuellen englischen Männern.

Sie stellten fest, dass die Verabreichung von 4CMenB im Rahmen einer risikoabhängigen Impfstrategie wahrscheinlich kostensparend wäre, da sie schätzungsweise durchschnittlich 110.200 Fälle verhindern und über einen Zeitraum von 10 Jahren durchschnittlich 7,9 Millionen Pfund einsparen würde.

„Die künftige Entwicklung gonorrheaspezifischer Impfstoffe sollte der Erhöhung der Wirksamkeit Vorrang vor der Dauer des Schutzes einräumen“, schreiben Whittles und Kollegen.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet Infectious Diseases: DOI:https://doi.org/10.1016/S1473-3099(21)00812-4; DOI:https://doi.org/10.1016/S1473-3099(21)00754-4; DOI:https://doi.org/10.1016/S1473-3099(21)00744-1





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