Rheumatoide Arthritis: DMARD nicht mit Alzheimer-Risiko verbunden

Vergleichendes Risiko für Alzheimer-Krankheit und verwandte Demenzerkrankungen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, die mit gezielten krankheitsmodifizierenden Antirheumatika behandelt werden

13.04.2022 Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis im Alter von 65 Jahren und älter unterscheidet sich das Risiko für Alzheimer-Krankheit und damit zusammenhängende Demenz (ADRD) unter der Behandlung mit Tofacitinib, Tocilizumab oder Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-Hemmern nicht von dem mit Abatacept, so das Ergebnis einer JAMA Network Open veröffentlichten Studie.

Dr. Rishi J. Desai vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Kollegen untersuchten den Zusammenhang zwischen der Behandlung mit Tofacitinib, Tocilizumab oder TNF-Hemmern im Vergleich zu Abatacept (als aktiver Vergleichsgruppe) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis im Alter von 65 Jahren und älter von 2007 bis 2017. Als Hauptergebnis wurde das Auftreten von ADRD in vier alternativen Analyseschemata untersucht.

Es wurden Daten für 22.569 Propensity-Score-angepasste Patientenpaare einbezogen, darunter 4.224 Tofacitinib-Paare, 6.369 Tocilizumab-Paare und 11.976 TNF-Inhibitor-Paare.

Die Forscher stellten fest, dass die Inzidenzraten von ADRD in den verschiedenen Analyseschemata zwischen 2 und 18 pro 1.000 Personenjahre variierten. Für Tofacitinib, Tocilizumab oder TNF-Inhibitoren wurde im Vergleich zu Abatacept kein statistisch signifikanter Zusammenhang mit ADRD festgestellt.

Die Ergebnisse waren in den vorspezifizierten Untergruppenanalysen nach Alter, Geschlecht und kardiovaskulärer Grunderkrankung stabil, mit Ausnahme von Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen, die in zwei der vier Analysen ein potenziell geringeres ADRD-Risiko unter TNF-Hemmern im Vergleich zu Abatacept aufwiesen.

„Eine sorgfältige Auswahl des Studiendesigns und eine differenzierte Interpretation der Ergebnisse sind wichtig, um valide, umsetzbare Erkenntnisse zu Fragen des Arzneimittelrepurposings zu gewinnen, die anhand von Routinedaten aus dem Gesundheitswesen untersucht werden“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Netw Open. 2022;5(4):e226567. doi:10.1001/jamanetworkopen.2022.6567





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