SGLT2-Inhibitoren reduzieren Krankenhausaufenthalte bei Herzinsuffizienz

Jedoch kein Hinweis auf Schutz vor Gesamtmortalität, Fortschreiten der Nierenerkrankung oder Nierenversagen; erhöhtes Risiko einer Genitalinfektion

13.04.2022 Bei Patienten mit Herzinsuffizienz verringern Natrium-Glukose-Cotransporter-2 (SGLT2)-Hemmer die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Herzinsuffizienz und kardiovaskulärem Tod, erhöhen aber das Risiko für Infektionen im Genitalbereich. Dies geht aus einer in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Übersichtsarbeit hervor.

Krankenhausaufenthalte, kardiovaskuläre Todesfälle

Xinyu Zou von der Universität Sichuan in Chengdu, China, und Kollegen untersuchten die Wirkung von SGLT2-Inhibitoren bei Menschen mit Herzinsuffizienz in einer systematischen Übersichtsarbeit von Studien, in denen Erwachsene mit Herzinsuffizienz nach dem Zufallsprinzip SGLT2-Hemmer oder einer Kontrollgruppe zugewiesen wurden, unabhängig vom Vorhandensein eines Typ-2-Diabetes.

Die Forscher fanden heraus, dass SGLT2-Hemmer die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz nach sechs Monaten, einem Jahr und zwei Jahren um 37, 32 bzw. 26 Prozent verringerten (alle mit hoher Sicherheit) und die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle nach einem Jahr um 14 Prozent reduzierten (hohe Sicherheit).

Todesfälle aller Art, Fortschreiten der Nierenerkrankung / Nierenversagen, Genitalinfektionen

Auf der Grundlage von Belegen mit geringer Sicherheit gab es keinen Hinweis auf einen Schutz vor Todesfällen aller Art, dem Fortschreiten der Nierenerkrankung oder Nierenversagen. Bei Patienten, die im ersten Jahr behandelt werden, und bei Patienten mit schlechterer Prognose, z. B. bei Patienten mit neu diagnostizierter Herzinsuffizienz im Krankenhaus, ist der erwartete absolute Nutzen größer. Das Risiko für Genitalinfektionen war unter SGLT2-Hemmern um mehr als das Doppelte erhöht (Risikoverhältnis: 2,69; hohe Sicherheit).

„Der zu erwartende absolute Nutzen einer Verringerung der Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz hängt sowohl vom Ausgangsrisiko als auch von der Behandlungsdauer ab und sollte gegen die potenziellen Nachteile einer Zunahme von Genitalinfektionen abgewogen werden“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Annals of Internal Medicinehttps://doi.org/10.7326/M21-4284

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