Myelofibrose: Anti-Fibrose-Wirkung durch Navitoclax

Positive Daten zur Navitoclax-Kombination in der Phase-2-Studie REFINE deuten auf Anti-Fibrose-Wirkung bei Patienten mit Myelofibrose hin

12.04.2022 AbbVie hat neue Daten aus einer Phase-2-Studie mit Navitoclax in Kombination mit Ruxolitinib bei Patienten mit Myelofibrose veröffentlicht. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR 2022, Abstract #LB108) vorgestellt.

Navitoclax ist ein oral zu verabreichender BCL-XL/BCL-2-Inhibitor, der den programmierten Zelltod (Apoptose) in Krebszellen aktivieren soll. Navitoclax und seine Sicherheit und Wirksamkeit werden derzeit im Rahmen von Phase-2- und Phase-3-Zulassungsstudien untersucht.

Die REFINE-Studie

Die auf dem AACR 2022 vorgestellten Ergebnisse stammen aus der REFINE-Studie (NCT03222609) – einer Phase-2-Studie zur Untersuchung von Navitoclax in Kombination mit Ruxolitinib (einem JAK1/2-Inhibitor), an der Patienten mit Myelofibrose teilnahmen, die auf eine mindestens 12-wöchige Ruxolitinib-Monotherapie nicht mehr richtig angesprochen hatten oder ein suboptimales Ansprechen zeigten. Bei den ersten 34 Patienten, die zu einem früheren Zeitpunkt in die Studie aufgenommen worden waren, betrug die mediane Behandlungsdauer mit Ruxolitinib 91 Wochen (Spanne: 19 Wochen – 391 Wochen).

Verbesserung der Knochenmarkfibrose

In der explorativen Analyse von 32 Patienten, bei denen eine Verbesserung der Knochenmarkfibrose festgestellt werden konnte, gab es bei 12 (38 %) zu einem beliebigen Zeitpunkt der Studie eine Verbesserung um ≥1 Grad. Für die Reduktion der Treibergen VAF (Allelhäufigkeit der Variante) waren 26 Patienten auswertbar, und 6 (23 %) erreichten in Woche 24 eine Reduktion um ≥20 %. Fünf Patienten erreichten sowohl Knochenmarkfibrose- als auch VAF-Ansprechen.

Das mediane Gesamtüberleben (OS) aller Patienten wurde nicht erreicht, wie zuvor von Harrison et al. dargestellt. Bei Patienten, die eine Knochenmarkfibrose-Verbesserung um ≥1 Grad hatten, wurde das mediane OS nicht erreicht, verglichen mit 28,5 Monaten bei Patienten, die keine Verbesserung erfuhren. Ebenso wurde das mediane OS bei Patienten, die eine ≥20%ige Reduktion der Treibergene (VAF) erzielten, nicht erreicht, gegenüber 28,5 Monaten bei Patienten, bei denen dies nicht der Fall war.

Sicherheit, Nebenwirkungen

Bei allen 34 Patienten (100 %) trat mindestens ein unerwünschtes Ereignis (AE) auf, und bei 15 (44 %) kam es zu einem schwerwiegenden unerwünschten Ereignis (SAE). Die häufigsten unerwünschten Ereignisse beliebigen Grades waren Thrombozytopenie (n= 30, 88 %), Durchfall (n= 24, 71 %), Fatigue (n= 21, 62 %) und Übelkeit (n= 13, 38 %). Die häufigsten SAE waren Lungenentzündung (n= 4, 12%) und Milzinfarkt (n= 2, 6%).2 Es traten keine SAE in Form von Blutungen auf, und die Thrombozytopenie war beherrschbar und durch Dosisreduktion/Unterbrechung von Navitoclax und/oder Ruxolitinib reversibel.

REFINE war eine Dosisfindungsstudie, und die Zieldosis von Navitoclax wurde im Anschluss an diese Ergebnisse reduziert.

© arznei-news.de – Quellenangabe: AbbVie





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