Methylprednisolon bei multisystemischen Entzündungssyndrom

Methylprednisolon als Zusatz zu intravenösen Immunglobulinen kann Fieber bei multisystemischen Entzündungssyndrom bei Kindern (MIS-C) senken

18.02.2021 Eine initiale Kombinationstherapie aus intravenösen Immunglobulinen (IVIG) plus Methylprednisolon ist mit einem besseren Fieberverlauf verbunden als IVIG allein bei Kindern, die wegen eines multisystemischen Entzündungssyndroms (MIS-C) im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom Coronavirus 2 hospitalisiert wurden laut einer im Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie.

Dr. Naïm Ouldali von der Université de Paris, und Kollegen verglichen die Ergebnisse für IVIG plus Methylprednisolon gegenüber IVIG allein als Ersttherapie bei 111 Kindern mit Verdacht auf MIS-C. Fünf Kinder erhielten keine der beiden Behandlungen.

Die Forscher fanden heraus, dass drei von 34 Kindern in der Gruppe mit IVIG und Methylprednisolon (9 Prozent) und 37 von 72 in der Gruppe mit IVIG allein (51 Prozent) nicht auf die Behandlung ansprachen.

Das Risiko für ein Therapieversagen (Fortbestehen des Fiebers zwei Tage nach Einleitung der Initialtherapie oder Wiederauftreten des Fiebers innerhalb von sieben Tagen) war in der IVIG- und Methylprednisolon-Gruppe geringer (absolute Risikodifferenz: -0,28; Odds Ratio [OR], 0,25).

Die Forscher beobachteten auch ein signifikant geringeres Risiko für

  • den Einsatz einer Zweitlinientherapie in der IVIG- und Methylprednisolon-Gruppe (absolute Risikodifferenz: -0,22; OR, 0,19),
  • zusammen mit einem geringeren Risiko für hämodynamische Unterstützung (absolute Risikodifferenz: -0,17; OR, 0,21),
  • einem geringeren Risiko für eine akute linksventrikuläre Dysfunktion, die nach der Initialtherapie auftrat (absolute Risikodifferenz: -0,18; OR, 0,20) und
  • einer kürzeren Aufenthaltsdauer auf der pädiatrischen Intensivstation (Differenz in Tagen: -2,4).

Die kombinierte Behandlung mit Methylprednisolon im Vergleich zu IVIG allein war mit einem besseren Verlauf des Fiebers bei MIS-C verbunden, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA. Published online February 1, 2021. doi:10.1001/jama.2021.0694.





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