Muskelrelaxanzien gegen Rückenschmerzen – Wirksamkeit

Studie: Muskelrelaxanzien scheinen überwiegend unwirksam bei Kreuzschmerzen zu sein

08.07.2021 Muskelrelaxanzien (Medikamente zur Entspannung der Skelettmuskulatur) sind bei unteren Rückenschmerzen weitgehend unwirksam, obwohl sie häufig zur Behandlung dieser Beschwerden verschrieben werden. Dies legt eine Analyse der neuesten Erkenntnisse nahe, die in The BMJ veröffentlicht wurde.

Die Ergebnisse zeigen, dass Muskelrelaxanzien zwar kurzfristig Schmerzen lindern können, der Effekt aber zu gering ist, um als klinisch bedeutsam angesehen zu werden, und es besteht ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Die Forscher betonen jedoch, dass die Evidenzlage gering ist und dass große Studien dringend erforderlich sind, um die Unsicherheiten rund um den Einsatz dieser Medikamente bei Rückenschmerzen zu beseitigen.

Forscher in Australien untersuchten die Wirksamkeit, Akzeptanz und Sicherheit von Muskelrelaxanzien im Vergleich zu Placebo, üblicher Behandlung oder keiner Behandlung bei Erwachsenen mit unspezifischen Rückenschmerzen im unteren Bereich (Kreuzschmerzen).

Die Studien

Sie überprüften und analysierten detailliert die Ergebnisse von 31 randomisierten kontrollierten Studien mit über 6.500 Teilnehmern, die bis Februar 2021 veröffentlicht wurden.

Die Studien waren von unterschiedlicher Qualität, aber die Forscher waren in der Lage, die Sicherheit der Evidenz anhand des anerkannten GRADE-Systems zu bewerten.

Als kleinsten klinisch bedeutsamen Effekt legten sie einen Unterschied von mindestens 10 Punkten auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten für Schmerz und Beeinträchtigung fest – ein Schwellenwert, der auch in anderen Studien zu Kreuzschmerzen verwendet wird.

Wirksamkeit

Die Belege mit sehr geringer Sicherheit zeigten, dass nicht-benzodiazepinhaltige krampflösende Medikamente die Schmerzintensität bei Patienten mit akuten Rückenschmerzen im Vergleich zu Kontrollen nach zwei Wochen oder weniger reduzieren können. Aber dieser Effekt ist gering – weniger als 8 Punkte auf einer Skala von 0-100 Punkten – und erreicht nicht die üblichen Schwellenwerte, um klinisch bedeutsam zu sein.

Es gab wenig bis keinen Effekt von Nicht-Benzodiazepin-Antispasmodika auf die Schmerzintensität nach 3-13 Wochen oder auf die Beeinträchtigung zu allen Follow-up-Zeitpunkten.

Mit geringer und sehr geringer Evidenz wurde auch gezeigt, dass Nicht-Benzodiazepin-Antispasmodika das Risiko von unerwünschten Ereignissen (wie Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit) erhöhen könnten und im Vergleich zu den Kontrollen wenig bis keinen Effekt auf den Abbruch der Behandlung haben.

Keine der Studien untersuchten die Wirkung von Muskelrelaxanzien auf die langfristige Wirksamkeit.

Obwohl diese Analyse auf der besten verfügbaren Studienlage basiert, räumen die Forscher einige Einschränkungen ein und sagen, dass der mäßige Gesamteffekt immer noch bedeuten könnte, dass einige, aber nicht alle Personen einen nennenswerten Nutzen haben.

Sie betonen jedoch, dass die geringe bis sehr geringe Sicherheit der Belege keine festen Empfehlungen zulässt.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Efficacy, acceptability, and safety of muscle relaxants for adults with non-specific low back pain: systematic review and meta-analysis, BMJ (2021). DOI: 10.1136/bmj.n1446





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