Ofev

FDA-Zulassung bei idiopathischer Lungenfibrose

Die US Food and Drug Administration hat heute Ofev (Wirkstoff Nintedanib) für die Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) zugelassen.

Idiopathische Lungenfibrose ist eine sehr schwerwiegende chronische Erkrankung, bei der die Lunge im Laufe der Zeit zunehmend vernarbt. Als Resultat leiden Patienten mit IPF häufig unter Kurzatmigkeit, Husten und Einschränkung der täglichen körperlichen Aktivitäten…am Ende steht durch fortgesetzte Einschränkung der Lungenfunktion der Tod. Aktuelle Behandlungsmethoden bei IPF sind Sauerstofftherapie, pulmonale Rehabilitation und Lungentransplantation.

„Die heutige Ofev-Zulassung erweitert die verfügbaren Behandlungsoptionen für Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose“, sagte Mary H. Parks von der FDA. Die FDA gewährte Ofev ein Priority-Review und Orphan-Drug-Status, sowie Breakthrough Designation.

Wirkstoff Nintedanib

Nintedanib von der Firma Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc. ist ein Kinase-Hemmer und blockiert mehrere Wege, die bei der Vernarbung des Lungengewebes beteiligt sein können. Seine Sicherheit und Wirksamkeit wurden in drei klinischen Studien mit 1.231 Patienten mit IPF etabliert. Der Rückgang der forcierten Vitalkapazität – die Menge der Luft, die zwangsweise aus der Lunge nach dem tiefstmöglichen Luftholen ausgeatmet werden kann – wurde bei Ofev einnehmenden Patienten signifikant reduziert im Vergleich zu Patienten, die ein Placebo erhielten.

Nintedanib wird nicht Patienten mit mittelschweren bis schweren Leberproblemen empfohlen. Es kann Geburtsschäden oder den Tod eines ungeborenen Babys verursachen. Frauen sollten eine Schwangerschaft verhindern, während sie Ofev einnehmen. Frauen sollten eine angemessene Empfängnisverhütung während und für mindestens drei Monate nach der letzten Dosis von Nintedanib einsetzen.

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen von Ofev sind:

  • Durchfall,
  • Übelkeit,
  • Bauchschmerzen,
  • Erbrechen,
  • Erhöhung der Leberenzyme,
  • verminderter Appetit,
  • Kopfschmerzen,
  • Gewichtsabnahme und
  • Bluthochdruck.

Die FDA hat heute ebenfalls das Medikament Esbriet zur Behandlung von idiopathischer Lungenfibrose zugelassen.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Okt. 2014

EU-Zulassungsempfehlung für Ofev bei idiopathischer Lungenfibrose

21.11.2014 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt, Ofev (aktive Substanz Nintedanib) 100 mg und 150 mg, Weichkapseln der Firma Boehringer Ingelheim International GmbH für die Behandlung von Erwachsenen mit idiopathischer pulmonaler Fibrose zuzulassen.

Ein Pharmakovigilanz-Plan für Ofev soll als Teil der Zulassung implementiert werden.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Nov. 2014

Idiopathische pulmonale Fibrose – EU-Zulassung

19.01.2015 Die Europäische Kommission hat Boehringer Ingelheims Ofev (die aktive Substanz ist Nintedanib) zur Behandlung der Lungenerkrankung idiopathische pulmonale Fibrose (oder idiopathische Lungenfibrose IPF) zugelassen.

Die Genehmigung basiert auf klinische Daten der Phase-III-INPULSIS Studien, die zeigten, dass das Medikament das Fortschreiten der Krankheit bei unterschiedlichen IPF-Patiententypen reduzierte.

Die zweimal täglich einznehmende Tablette ist die erste zielgerichtete Behandlung bei IPF, die konsequent den primären Endpunkt zweier identischer Phase-III-Studien erreicht hat, sagt Boehringer Ingelheim, und weist auch darauf hin, dass Nintedanib das Risiko akuter Exazerbationen um 68% reduzierte.
© arznei-news.de – Quelle: Boehringer Ingelheim, Jan. 2015

Medikament verringert IPF-Exazerbationen

27.02.2016 Boehringer Ingelheims Ofev halbierte (47%) das Risiko einer akuten Exazerbation (Verschlimmerung) bei Menschen mit der seltenen Lungenkrankheit idiopathische pulmonale Fibrose (IPF) laut einer gepoolten Analyse der Daten aus den Studien TOMORROW und INPULSIS mit insgesamt mehr als 1.200 Menschen mit IPF (723 mit Medikament, 508 mit Placebo behandelt).

Die Ergebnisse zeigten auch, dass das Medikament den Krankheitsverlauf über alle Patiententypen im klinischen Studienprogramm um etwa 50 Prozent verlangsamte, sowie die Verringerung des Risikos der Gesamtmortalität um 30 Prozent und der Behandlungsmortalität um 43 Prozent senkte.
© arznei-news.de – Quelle: Boehringer Ingelheim, Feb. 2016

Langfristdaten zeigen Sicherheit und positive Wirkung bei IPF

09.09.2016 Boehringer Ingelheim hat acht IPF-bezogene Berichte auf dem European Respiratory Society (ERS) International Congress 2016 präsentiert, einschließlich neuer Zwischendaten aus der INPULSIS-ON Verlängerungsstudie, die die Langzeitbehandlung mit OFEV (Wirkstoff Nintedanib) bewertete.

Die Ergebnisse zeigten, dass das Medikament eine Langzeitwirkung auf die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und ein handhabbares Nebenwirkungsprofil bei Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (IPF) aufweist, wobei sie im Einklang mit den Ergebnissen aus früheren INPULSIS-Studien waren.

Die INPULSIS-ON Zwischendaten zeigen, dass die Veränderung vom Ausgangswert in der forcierten Vitalkapazität (FVC) bei mit Ofev behandelten Patienten in der Verlängerungsstudie zwischen Studienbeginn und Woche 48 und zwischen den Wochen 48 und 96 weiterhin vergleichbar zu dem waren, was bei Patienten mit aktiver Behandlung mit Nintedanib in den 52 wöchigen INPULSIS Eltern-Studien beobachtet worden war.

Die durchschnittliche Behandlungsdauer der Patienten mit Nintedanib lag in den INPULSIS und INPULSIS-ON Studien bei etwa drei Jahren. Eine Langzeitbehandlung mit Ofev (bis zu 51 Monate) war mit einem überschaubaren Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil verbunden – vergleichbar mit den Ergebnissen der INPULSIS-Studien – wobei keine neuen Sicherheitssignale beobachtet wurden.
© arznei-news.de – Quelle: Boehringer Ingelheim, Sept. 2016

IPF: Verbesserte oder stabile Lungenfunktion

25.05.2017 Boehringer Ingelheim hat Daten aus neuen Analysen zur Verwendung von Ofev (aktive Substanz ist Nintedanib) bei der Behandlung von idiopathischer Lungenfibrose (IPF) auf der Tagung der American Thoracic Society (ATS) veröffentlicht.

Lungenfunktion

Die auf der Konferenz präsentierten Abstracts unterstützen die etablierten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten für Ofev und bieten einen weiteren Einblick in dessen Wirkung auf die Lungenfunktion bei IPF-Patienten, schreibt das Unternehmen.

Die Analysen der Daten aus den beiden Phase-III-Studien INPULSIS zeigen, dass das Medikament doppelt so wahrscheinlich wie Placebo für eine Verbesserung oder die Stabilität der Lungenfunktion (FVC – forcierte exspiratorische Vitalkapazität) nach 52. Wochen zeigte (36,8% vs. 18,0% Placebo).

Eine Untergruppenanalyse der Open-Label-Studie INPULSIS-ON zeigte eine ähnliche jährliche Rate des FVC-Rückgangs über 96 Wochen bei den mit Ofev behandelten Patienten – unabhängig von der erhaltenenen Dosierung, die sie auf der Grundlage individueller Verträglichkeit erhielten (150 mg zweimal täglich, 100 mg zweimal täglich oder beide Dosen).

Kardiovaskuläre Ereignisse

Darüber hinaus beurteilte eine gepoolte Analyse aus den TOMORROW- und INPULSIS-Studien die Inzidenzraten für schwere ungünstige kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) bei den Patienten.

Die meisten Patienten dieser Analyse (90%) hatten ein hohes kardiovaskuläres (CV) Risiko zu Beginn, einschließlich eines Fett-Plaque-Aufbaus in den Arterien (Atherosklerose) und / oder mindestens ein CV-Risikofaktor wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhter Blut-Cholesterinspiegel.

Insgesamt war die Inzidenz von MACE bei den Patienten mit einem hohen CV-Risiko (3,5% unter Ofev und 3,3% unter Placebo) und einem niedrigen CV-Risiko (4,5% vs. 5,3%) bei der Baseline ähnlich.
© arznei-news.de – Quelle: Boehringer Ingelheim, Mai 2017

Idiopathische pulmonale Fibrose: Studien INPULSIS, TOMORROW zu Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit

29.05.2018 Boehringer Ingelheim hat auf der Jahrestagung 2018 der American Thoracic Society neue Studienbefunde veröffentlicht, die das Wirksamkeits-, Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil von Ofev (Nintedanib) bei Patienten mit idiopathischer pulmonaler Fibrose (IPF) verstärken.

Neue IPF-Mortalitätsanalyse

Zusammengefasste Daten aus den beiden Phase-III-INPULSIS-Studien und der Phase-II-Studie TOMORROW verglichen die beobachtete Zahl der Todesfälle bei Patienten, die mit Nintedanib oder Placebo behandelt wurden, mit der prognostizierten Todesrate basierend auf dem GAP-Stadium über ein Jahr.

Das GAP-Stadium wird zur Vorhersage der IPF-Prognose verwendet und basiert auf Geschlecht, Alter und Lungenfunktion (gemessen durch den prognostizierten Rückgang der forcierten Vitalkapazität [FVC] und DLco %). Höhere GAP-Stadien sind mit einem steigenden Sterberisiko verbunden.

In der gesamten Patientenpopulation (n=1.228) wurden in jeder Behandlungsgruppe weniger Todesfälle beobachtet als anhand des GAP-Stadiums bei Studienbeginn vorhergesagt wurde (Ofev: 42 vs. 89,9; Placebo: 41 vs. 64,2).

In der Ofev-Gruppe betrug die Zahl der beobachteten Todesfälle 46,7% der auf der Grundlage des GAP-Stadiums vorhergesagten Zahl, während in der Placebo-Gruppe die Zahl der beobachteten Todesfälle 63,9% der vorhergesagten Zahl betrug.

Basierend auf diesen Unterschieden deutet die Analyse darauf hin, dass Ofev mit einer relativen Reduktion des Sterberisikos um 26,8% im Vergleich zu Placebo über ein Jahr verbunden zu sein scheint.

Rückgang der Lungenfunktion und Lebensqualität

In einer separaten Analyse der Daten aus den INPULSIS-Studien wurde ein stärkerer Rückgang der Lungenfunktion mit einer Verschlechterung der von Patienten berichteten gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) in Verbindung gebracht, die die Atemfunktion, die Kurzatmigkeit, den Husten und die Sputum-Bewertung und andere Werte zur Lebensqualität misst.

Zusammengefasste Daten von Patienten, die mit Nintedanib oder Placebo behandelt wurden, zeigten, dass sich Patienten mit einem Rückgang des FVC von >10%, unabhängig von der Behandlung, über verschiedene HRQoL-Werte verschlechterten.

Gebündelte Sicherheitsdaten aus sechs Studien

Die Daten der bisher größten Gruppe von mit Ofev-behandelten Patienten mit IPF bestätigten das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil. Die Analyse umfasste Patienten aus sechs klinischen Studien (n=1.126), darunter TOMORROW, den beiden INPULSIS-Studien und deren Open-Label-Erweiterungsstudien.

Die durchschnittliche Exposition gegenüber Ofev betrug 27,7 Monate bei einer maximalen Exposition von 93,1 Monaten für insgesamt fast 2.600 Patientenjahre.

Die Rate der Nebenwirkungen, die zu einer permanenten Dosisreduktion (von 150 mg zweimal täglich auf 100 mg zweimal täglich) oder zum Abbruch der Studien führten, betrug 12,8 bzw. 23,8 Ereignisse pro 100 Patientenexpositionsjahre.

Diarrhöe blieb das häufigste unerwünschte Ereignis und führte bei 17,2% bzw. 8,8% der Patienten zu einer Dosisreduktion bzw. -abbruch. In den gepoolten Daten war die Diarrhöe-Rate niedriger als in den Phase III INPULSIS-Studien.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Boehringer Ingelheim

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