Olanzapin und das Gehirn

Das Antipsychotikum Olanzapin steht im Zusammenhang mit negativen Veränderungen der Gehirnstruktur

26.02.2020 Eine in JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie benutzte fortgeschrittene bildgebende Verfahren zur Darstellung des Gehirns und konnte zeigen, dass das häufig verwendete antipsychotische Medikament Olanzapin mit potenziell negativen Veränderungen der Gehirnstruktur in Verbindung gebracht werden kann.

Die Studie untersuchte Patienten mit schweren Depressionen, die auch unter Psychosen litten, und denen 12 bis 20 Wochen lang das Antipsychotikum Olanzapin und das Antidepressivum Sertralin verschrieben wurden.

Die Teilnehmer, die Remission erreichten, wurden in eine randomisierte Doppelblindphase eingeteilt, in der eine Gruppe beide Medikamente einnahm und eine Gruppe ein Placebo anstelle von Olanzapin erhielt. Vor und nach der Einführung des Placebos wurden Magnetresonanztomographien (MRT) angefertigt.

Verdünnung der Hirnrinde

Die Studie fand Hinweise darauf, dass die anhaltende Einnahme von Olanzapin im Vergleich zu Placebo mit potenziell nachteiligen Veränderungen der Hirnstruktur, nämlich einer Verdünnung der Hirnrinde, verbunden war. Diese Veränderungen waren bei den älteren Studienteilnehmern noch stärker ausgeprägt.

Aber auch Teilnehmer, die einen Rückfall psychotischer Symptome erlebten, hatten potenziell nachteilige Veränderungen in der Gehirnstruktur, was die wesentliche Rolle von Antipsychotika bei der Behandlung von Störungen, bei denen eine Psychose vorliegt, unterstreicht.

Wenn eine Psychose vorliegt, überwiegen die lebensbedrohlichen Auswirkungen einer unbehandelten Erkrankung gegenüber den nachteiligen Auswirkungen auf die Gehirnstruktur, sagte Studienautor Aristotle N. Voineskos von der University of Toronto.

Da jedoch die Hälfte der Patienten in der Studie nach dem Wechsel von Olanzapin zu Placebo eine Remission erreichte, könnten zukünftige Studien ein Vorhersagemodell liefern, welche Patienten eine langfristige Behandlung mit Antipsychotika wie Olanzapin benötigen und welche Patienten diese sicher abbrechen können.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Psychiatry – doi:10.1001/jamapsychiatry.2020.0036 .



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