Olaratumab (Lartruvo)

Der Wirkstoff von Lartruvo ist Olaratumab, ein humaner IgG1 monoklonaler Antikörper (ATC-Code: L01XC27) und Antagonist des von Blutplättchen abgeleiteten Wachstumsfaktor Rezeptor-α (PDGFR-α) auf Tumor- und Bindegewebszellen exprimiert.

Schnelle Überprüfung – Weichteilsarkom

06.05.2016 Lillys experimenteller monoklonaler Antikörper Olaratumab (Handelsname Lartruvo) wird von der FDA vorrangig auf Zulassung zur Behandlung von Weichteilsarkomen überprüft.

Die aktive Substanz ist Olaratumab, ein humaner IgG1 monoklonaler Antikörper und Antagonist des von Blutplättchen abgeleiteten Wachstumsfaktor Rezeptor-α (PDGFR-α) auf Tumor- und Bindegewebszellen exprimiert.

Das Medikament soll in Verbindung mit Doxorubicin bei Patienten mit fortgeschrittenem Weichtteilsarkom eingesetzt werden, die mit Strahlentherapie oder Chirurgie behandelt werden können.

Der Antrag basiert auf den Ergebnissen der Phase II Zulassungsstudie JGDG, einer offenen, randomisierten Studie.

Wirkung

Olaratumab ist ein humaner IgG1 monoklonaler Antikörper, der entwickelt wurde, um den PDGF-Rezeptor-α (platelet-derived growth factor receptor α) Signalweg bei Tumorzellen und bei Zellen in der Tumor-Mikroumgebung zu stören.

Dies bedeutet, dass es zur Antikrebsaktivität führen könnte, indem es auf die Tumorzellen direkt, sowie auf die Zellen zielt, die den Tumor umgeben und das Tumorwachstum unterstützen.

Breakthrough-Therapie, Fast Track und Orphan-Drug

Lilly hat bereits Breakthrough-Therapie, Fast Track und Orphan-Drug Designationen für den Wirkstoff bei dieser Indikation erhalten, was darauf hindeutet, dass vorläufige klinische Daten wesentliche Verbesserungen gegenüber verfügbaren Therapien bei einem klinisch signifikanten Endpunkt nachweisen können.

Eine Phase-III-Studie zu Olaratumab und Doxorubicin zum fortgeschrittenen Weichteilsarkom nimmt derzeit erwachsene Patienten auf.

Der Zulassungsantrag für das Medikament wurde in diesem Jahr bereits in Europa eingereicht, wo es auch im Rahmen eines beschleunigten Zulassungsverfahren überprüft wird.
© arznei-news.de – Quelle: Lilly, Mai 2016

EU-Zulassungsempfehlung: Behandlung von Weichteilsarkom

16.09.2016 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Zulassung von Lartruvo 10 mg / ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (aktive Substanz ist Olaratumab) der Firma Eli Lilly Nederland B.V. für die Behandlung von Erwachsenen mit Weichteilsarkom.

Die Empfehlung des CHMP basiert auf den Ergebnissen einer Phase-II-Studie mit Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom, die zuvor nicht mit Doxorubicin behandelt wurden. Die Studie zeigte eine signifikante Verbesserung der Überlebenszeit von Patienten, die mit einer Kombination aus Doxorubicin und Lartruvo behandelt wurden, im Vergleich zu Doxorubicin allein (medianer Zugewinn von 11,8 Monaten).

Die häufigsten Nebenwirkungen des Medikaments waren

  • Übelkeit,
  • Muskel-Skelett-Schmerzen,
  • Neutropenie (niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen) und
  • Mukositis (Entzündung und Geschwüre der Schleimhäute im Verdauungstrakt).

Die Indikation lautet bei Zulassung: Lartruvo ist in Kombination mit Doxorubicin zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom indiziert, die nicht durch eine Operation oder Strahlentherapie behandelt werden können und die nicht zuvor mit Doxorubicin behandelt wurden.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Sept. 2016

Tumor im Weichteilgewebe: FDA-Zulassung

20.10.2016 Die US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde hat Lartruvo (Olaratumab) in Kombination mit Doxorubicin im beschleunigten Zulassungsverfahren genehmigt.

Das Medikament ist indiziert zur Behandlung von Erwachsenen mit bestimmten Formen von Weichteilsarkomen, bei denen es sich um Krebs handelt, der sich in Muskeln, Fetten, Sehnen und anderen Weichgeweben entwickelt.

Lartruvo wurde von der FDA für den Einsatz zusammen mit dem Chemotherapeutikum Doxorubicin für die Behandlung von Patienten mit Weichteilsarkomen zugelassen, die nicht mit Strahlung oder Chirurgie therapiert werden können, und deren Krebs für eine Behandlung mit Anthracyclin (Chemotherapie) geeignet ist.

Wirksamkeit bei Weichteilsarkomen

Sicherheit und Wirksamkeit von Lartruvo wurden in einer randomisierten klinischen Studie mit 133 Patienten mit mehr als 25 verschiedenen Subtypen des metastasierten STS untersucht.

Die Patienten erhielten entweder Lartruvo mit Doxorubicin oder Doxorubicin allein. Die mit der Kombination behandelten Patienten erreichten eine statistisch signifikante Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit: Das mediane Überleben betrug 26,5 Monate im Vergleich zu 14,7 Monate für Patienten, die mit Doxorubicin allein behandelt wurden.

Die mit der Kombination behandelten Patienten zeigten ein medianes progressionsfreies Überleben von 8,2 Monaten im Vergleich zu 4,4 Monate der mit Doxorubicin allein behandelten Patienten. Die Tumorschrumpfung betrug 18,2 Prozent für die Kombinationsgruppe im Vergleich zu 7,5% in der Doxorubicin-Monotherapie-Gruppe.

Sicherheit in Weichteilsarkomstudien

Olaratumab bringt schwere Risiken mit sich, einschließlich Infusionsreaktionen und embryofötale Schäden.

Infusionsbedingte Reaktionen beinhalten: niedriger Blutdruck, Fieber, Schüttelfrost und Hautausschlag.

Die häufigsten Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Olaratumab sind

  • Übelkeit,
  • Müdigkeit,
  • geringe Anzahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie),
  • Muskel-Skelett-Schmerzen,
  • Entzündungen der Schleimhäute (Mukositis),
  • Haarausfall (Alopezie),
  • Erbrechen,
  • Durchfall,
  • Appetitlosigkeit,
  • Bauchschmerzen,
  • Nervenschäden (Neuropathie) und
  • Kopfschmerzen.

© arznei-news.de – Quelle: FDA, Okt. 2016

Weichteilsarkom: Zulassung in Europa

12.11.2016 Eli Lillys Lartruvo (Olaratumab) hat für den europäischen Markt eine bedingte Genehmigung zur Behandlung des Weichteilsarkoms erhalten.

Das Medikament ist der erste monoklonale Antikörper, der die Genehmigung für die Behandlung dieser Krebserkrankung erhalten hat, und kann nun zusammen mit der Chemotherapie Doxorubicin bei Patienten mit fortgeschrittenem Weichteilsarkom eingesetzt werden, wenn eine Operation oder Strahlentherapie nicht geeignet ist.

Prognose bei Weichteilsarkom

Vierzig bis sechzig Prozent der Patienten mit Weichteilsarkom befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung, und nur die Hälfte überlebt länger als fünf Jahre unter den derzeitig verfügbaren Behandlungen. Diese Prognose hat sich in den letzten vierzig Jahren nicht geändert, was die dringende Notwendigkeit für neue und effektivere Optionen hervorhebt, sagte Lilly.

Wirksamkeit in ANNOUNCE

Die EU-Zulassung basiert auf Daten aus einer Phase-II-Studie mit Weichteilsarkom-Patienten, die zuvor nicht mit Doxorubicin behandelt worden waren. Sie zeigen einen medianen Überlebensgewinn von 11,8 Monaten bei denjenigen, die die Kombination erhielten, im Vergleich zu denen unter Chemotherapie allein.

Patienten, die mit der Lartruvo / Doxorubicin-Kombination behandelt wurden, erreichten 8,2 Monate medianes PFS im Vergleich zu 4,4 Monaten im Doxorubicin-Arm, während die objektive Ansprechrate 18,2 Prozent gegenüber 7,5 Prozent betrug.

Im Rahmen der bedingten Genehmigung muss Lilly Daten aus seiner laufenden Phase-III-Studie ANNOUNCE zur Verfügung stellen. Bis diese Daten vorliegen, prüft der CHMP der EMA jährlich Nutzen und Risiken des Arzneimittels, um festzustellen, ob die bedingte Zulassung beibehalten werden kann.

Das Medikament wurde bereits in den USA im Oktober zur Behandlung von Weichteilsarkomen genehmigt.
© arznei-news.de – Quelle: Eli Lilly, Nov. 2016



Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu “Olaratumab (Lartruvo)

  1. Hallo,habe im April mit dem Medikament zum Tumor Stopp (Sarkom) als Chemo begonnen, nun nach der 3.Behandlung sind die Nebenwirkungen so groß, dass man überlegen muss, was besser ist, Tumor oder Lartruvo! Nebenwirkungen: Völlig durch den Wind, schlapp, schlechte Blutwerte,Haarausfall, alle Schleimhaeute kaputt, Übelkeit! Taube Füße, Beine, ja teilweise auch an den Händen, Impotenz, Fallsucht da man nicht mehr richtig laufen kann, Keinen Geschmack auf dem Gaumen!! Und….also eine einzige Katastrophe!!

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