Omalizumab

Medikamente gegen Atemwegserkrankungen

Omalizumab ist ein rekombinanter humanisierter monoklonaler Antikörper gegen Immunglobulin E (Anti-IgE) und kommt als Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung bei der Behandlung von schwerem allergischen Asthma bronchiale zum Einsatz. ATC-Code ist R03DX05; Handelsname ist Xolair.

Omalizumab-Historie auf Arznei News

Omalizumab wirksam bei schwerer Nesselsucht

Novartis hat Phase III Daten zu Omalizumab präsentiert, die zeigen, dass es bedeutend den Juckreiz verbessert bei Patienten mit einer schwächenden Form von Nesselsucht. Omalizumab ist bereits für Asthma genehmigt und wird als Xolair verkauft.

Xolair – chronisch spontane Urtikaria

Die Ergebnisse stammen aus der 2. von drei Phase III Studien, die Xolair als Behandlung bei chronischer spontaner Urtikaria (CSU), eine chronische Form von Nesselsucht mit beschränkten genehmigten Behandlungsoptionen, untersuchten. Bis zu 40% der CSU-Patienten sprechen nicht auf Antihistaminika an, die einzigen genehmigten Medikamente; selbst diejenigen nicht, die die vierfache der genehmigten Dosis einnehmen.

Omalizumab verminderte Juckreiz

Omalizumab wirksam bei schwerer NesselsuchtDie Daten ergaben, dass mehr als ein Drittel der Patienten mit chronisch spontaner Urtikaria, und die mit Omalizumab behandelt wurden, nach 12 Wochen völlig frei von Juckreiz und Nesselsucht waren, verglichen mit 5% derjenigen, die ein Placebo bekamen. Im gleichen Zeitraum war der Anteil der Patienten mit gut kontrollierten CSU Symptomen viermal höher in der Omalizumab-Gruppe, verglichen mit der Placebo-Gruppe (52% versus 12%) und die Verbesserungen wurden bis in die 24. Woche aufrechterhalten.

Verbesserung der Lebensqualität, weniger Angioödeme

Bis zu 80% der Patienten mit chronisch spontaner Urtikaria leiden unter negativen Auswirkungen, einschließlich Schlafentzug und psychologische Begleitstörungen wie Depression und Angst, sagt Novartis, und bemerkt, dass Patienten, die Omalizumab erhalten, eine fast doppelt so große Verbesserung bezüglich ihrer Lebensqualität erfuhren. Sie zeigten auch eine deutliche Zunahme der Tage, die frei an Gewebeschwellungen (Angioödeme) waren, ein schmerzhafter und entstellender Zustand unter dem 40% – 50% der Patienten mit CSU leiden.

Omalizumab wird gemeinsam von Novartis und Roche Genentech entwickelt.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Juni 2013

Medikament reduziert Erkältungen bei Kindern mit Asthma

06.03.2016 Laut einem Forschungsbericht auf dem American Academy of Allergy, Asthma und Immunology (AAAAI) 2016 Annual Meeting in Los Angeles verringert die Behandlung mit Omalizumab signifikant die Anzahl der Erkältungen bei in Städten lebenden Kindern mit allergischem Asthma.

In der randomisierten Studie erhielten 478 Kinder, die in Städten in den Vereinigten Staaten lebten, drei verschiedene Asthma-Behandlungen im Herbst, da Erkältungen in dieser Jahreszeit häufig sind und Asthma-Symptome eher verschlimmern.

Die Kontrollgruppe erhielt Richtlinien-basierte Asthma-Behandlung, während zwei weitere Gruppen diese Intervention erhielten plus entweder Fluticason (inhalatives Kortikosteroid) oder Omalizumab.

Die Kinder wurden dann auf Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen überwacht. Auf der Grundlage dieser Berichte identifizierten die Forscher insgesamt 1.034 symptomatische Erkältungskrankheiten und fanden heraus, dass bei Kindern, die Omalizumab eingenommen hatten, die Inzidenz für Erkältung um 27% im Vergleich zur Standardbehandlung zurückging. Fluticason zeigte keine signifikante Änderung bei der Inzidenz für Erkältung.

Diese Studie baut auf frühere ICAC (Inner-City Asthma Consortium) Studien auf, die zeigten, dass kurz- und langfristige Behandlungen mit Omalizumab saisonale Asthmaanfälle bei innerstädtischen Kindern im Alter von 6 bis 17 Jahren verringerten.
© arznei-news.de – Quelle: University of Wisconsin, American Academy of Allergy, Asthma and Immunology 2016 Annual Meeting, März 2016

Kälteurtikaria und Urticaria factitia: Wirksamkeit in Studien

08.04.2017 Laut einer aktuellen Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnte in zwei klinischen Studien eine deutliche Wirksamkeit von Omalizumab (Markenname Xolair) bei Patienten mit Kälteurtikaria und Urticaria factitia – zwei verschiedenen Formen der Nesselsucht – gezeigt werden.

In den beiden multizentrischen, randomisierten und Placebo-kontrollierten Studien wurden 61 Patienten mit Urticaria factitia und 31 Patienten mit Kälteurtikaria drei Monate mit Omalizumab behandelt.

Der Wirkstoff führte zu einer signifikanten Verbesserung der Symptome. So waren fast die Hälfte der Teilnehmer mit Kälteurtikaria und Urticaria factitia nach der Therapie „vollständig vor dem Auftreten der Beschwerden geschützt – auch nach Kontakt mit den entsprechenden Reizen“.
© arznei-news.de – Quelle: Charité – Universitätsmedizin Berlin, Journal of Allergy and Clinical Immunology – DOI: 10.1016/j.jaci.2017.01.043, April 2017

Birkenpollenallergie: Intranasales Omalizumab erhöht nicht den IgE-Spiegel im Serum

22.11.2017 Bei Patienten mit Birkenpollenallergie führte die intranasale Verabreichung von Omalizumab nicht zu einer relevanten Veränderung der allergenspezifischen und Gesamt-Immunglobulin E (IgE)-Werte, wie aus einer im Fachblatt Allergy veröffentlichten Pilotstudie hervorgeht.

Dr. Julia Eckl-Dorna von der Medizinischen Universität Wien und Kollegen führten eine doppelblinde placebokontrollierte Studie durch, um die Wirkung von intranasaler Verabreichung von Haupt-Birkenpollenallergen Bet v 1, Omalizumab oder Placebo auf die Gesamt- und allergenspezifischen IgE-Werte bei Patienten mit Birkenpollenallergie zu untersuchen. Messungen der Gesamt- und allergenspezifischen IgE-, Immunglobulin G- und Basophil-Sensitivität wurden vor und acht Wochen nach der Untersuchung durchgeführt. Die Kontrollen umfassten Probanden, die subkutan entweder mit Omalizumab oder Placebo behandelt wurden.

Die Forscher fanden heraus, dass die intranasale Belastung mit Bet v 1 eine Erhöhung der Bet v 1 spezifischen IgE-Werte um einen Median von 59,2 Prozent bewirkte, was deutlich mehr war als bei den anderen Behandlungsgruppen. Bei Patienten mit Omalizumab gab es keine relevanten Veränderungen in den allergenspezifischen und Gesamt-IgE-Werten. Signifikante Erhöhungen des Gesamt-IgE und das Auftreten von IgE-Omalizumab-Komplexen wurden bei subkutaner Verabreichung von Omalizumab beobachtet.
© arznei-news.de – Quelle: Allergy – DOI: 10.1111/all.13343, Nov. 2017



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