Oropharynxkarzinom Medikamente / Behandlung

Definition / Beschreibung

Das Oropharynxkarzinom ist eine Krebserkrankung im Mundrachen und gehört zur Gruppe der Kopf-Hals-Tumoren. Am häufigsten ist dabei das Plattenepithelkarzinom. Es können aber maligne Lymphome, adenoid-zystische und Adenokarzinome, sowie Mukodermoidkarzinome auftreten.

Oropharyngeale Krebserkrankungen können in zwei Arten unterteilt werden, HPV-positive, die mit einer Infektion mit dem humanen Papillomavirus in Verbindung gebracht werden, und HPV-negative Krebserkrankungen, die normalerweise mit Alkohol- oder Tabakkonsum in Verbindung gebracht werden.

HPV+ Oropharynxkarzinom: Strahlung + Cisplatin vs. Strahlentherapie + Cetuximab

26.10.2018 Kombinationen aus Strahlen- und Chemotherapeutika heilen nachweislich HPV-assoziierte Kopf- und Hals-Tumoren mit einer hohen Erfolgsrate.

Neue Standardtherapie

Eine neue auf dem Annual Meeting of the American Society for Radiation Oncology veröffentlichte Phase-III-Studie hat nun ergeben, dass die Cisplatin-Chemotherapie in Kombination mit der Strahlentherapie die besten Ergebnisse bei Oropharynxkrebs erzielt und als Standardtherapie angesehen werden sollte.

Lokal fortgeschrittener HPV-assoziierter Oropharynx-Krebs

In dieser vom National Cancer Institute (NCI) finanzierten Phase-III-Studie wurden 805 Patienten mit lokal fortgeschrittenem HPV-assoziiertem Oropharynx-Krebs nach dem Zufallsprinzip (1:1) alle drei Wochen zwei Zyklen einer Cisplatin-Chemotherapie (100 mg/m2) plus Strahlentherapie oder dieselbe Strahlentherapie mit wöchentlichen Cetuximab-Behandlungen zugeordnet. Neunzig Prozent der Patienten waren Männer, mit einem mittleren Alter von 58 Jahren.

Vergleich der Wirksamkeit

Eine Zwischenanalyse ergab, dass Cetuximab mit Strahlungstherapie mit einem unterlegenen Gesamtüberleben (Hazard Ratio (HR) 1,45) und progressionsfreien Überleben (HR 1,72) im Vergleich zur Kombination aus Cisplatin und Strahlentherapie verbunden war, mit fünfjährigen Schätzungen von 78,4 Prozent für Cisplatin und 67,3 Prozent für Cetuximab.

Auch die geschätzten fünfjährigen lokal-regionalen Versagens-/Fernmetastasenraten waren bei Strahlung plus Cisplatin (9,9/8,6 Prozent) deutlich niedriger als bei Strahlung plus Cetuximab (17,3/11,7 Prozent). Die geschätzte Fünfjahresüberlebensrate war in der Cisplatingruppe deutlich besser (84,6 Prozent) als in der Cetuximabgruppe (77,9 Prozent).

Nebenwirkungen

Mit traditionellen Toxizitätsberichten fanden die Forscher heraus, dass mit Cisplatin behandelte Patienten mit Oropharynxkarzinom insgesamt etwas schwerwiegendere Nebenwirkungen (Grad 3-5) aufwiesen (82 Prozent) als die mit Cetuximab behandelten Patienten (77 Prozent).

Allerdings, sagte Dr. Andy Trotti vom Moffitt Cancer Center in Tampa, traditionelle Berichterstattung über die allgemeinen Nebenwirkungsraten neigen dazu, wichtige Unterschiede bei der Größe der Toxizitätsprofile zu verdecken. Hier leistet die neue Metrik, der „T-Score“, einen besseren Beitrag, um die Häufigkeit von hochgradigen Ereignissen oder die Toxizitätsbelastung zu erfassen, sagte er.

Mit dem T-Score-System werden alle hochwertigen Ereignisse der gesamten Gruppe durch die Gesamtzahl der Patienten dividiert. Ein T-Score von 2,35 bedeutet, dass der durchschnittliche Patient mehr als zwei hochwertige Ereignisse hatte, während die traditionelle Berichterstattung nur ein Ereignis pro Patient widerspiegeln würde. Die T-Score-Analyse zeigte eine 40 Prozent höhere Rate an hochgradigen Ereignissen für Cisplatin, verglichen mit einer nominalen Fünf-Punkte-Differenz (82 vs. 77 Prozent) mit der traditionellen Berichtsmethode.

Das spezifische Profil der Nebenwirkungen variierte je nach Wirkstoff: Anämie, Hörverlust, Übelkeit, Erbrechen, Neutropenie und Nierenverletzungen traten häufiger bei Cisplatin auf, während Ausschläge häufiger bei den mit Cetuximab behandelten Patienten auftraten. Die Rate der langfristigen, schweren Dysphagie (Schluckbeschwerden) lag bei 4 Prozent für Cisplatin, verglichen mit 6 Prozent für Cetuximab. Es wurden Messungen zur Lebensqualität erhoben, die jedoch noch nicht berichtet wurden.

Cetuximab kann immer noch als eine praktikable Behandlungsoption für Patienten mit Oropharynxkarzinom angesehen werden, die Cisplatin nicht vertragen können, wie z.B. solche mit starkem Hörverlust oder schwerer diabetesbedingter Neuropathie, fügte er hinzu. Diese Bedingungen können durch die Behandlung mit Cisplatin verschlimmert werden.
© arznei-news.de – Quellenangabe: NRG-RTOG 1016: Phase III trial comparing radiation/cetuximab to radiation/cisplatin in HPV-related cancer of the oropharynx – American Society for Radiation Oncology; ASTRO’s 60th Annual Meeting in San Antonio



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