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Oxaliplatin bei Darmkrebs

Maschinelles Lernen sagt Nutzen von Oxaliplatin bei Dickdarmkrebs im Frühstadium voraus

Oxaliplatin bei Darmkrebs

07.02.2024 Der derzeitige Therapiestandard für Patienten mit Dickdarmkrebs im Stadium 3 ist die adjuvante Therapie mit FOLFOX, einer Kombination aus den Medikamenten Fluorouracil, Leucovorin und Oxaliplatin. Obwohl die Behandlung mit Oxaliplatin wirksam ist, kann sie zu bekannten unerwünschten Wirkungen führen, vor allem zu einer Neurotoxizität, die chronisch sein kann.

NRG Oncology hat ein neues Modell des maschinellen Lernens getestet, mit dem sich vorhersagen lässt, welche Darmkrebspatienten von der zusätzlichen Gabe von Oxaliplatin profitieren könnten, und das es den Ärzten letztlich ermöglichen könnte, die Behandlungsschemata besser auf ihre Patienten abzustimmen.

Für das Modell wurden Daten aus den NSABP-Studien C-07 und C-08 verwendet, beides Studien, in denen Oxaliplatin zur Behandlung von Dickdarmkrebs eingesetzt wurde. Diese Studien wurden von den Netzwerkgruppen für klinische Studien des National Cancer Institute durchgeführt. Oxaliplatin wurde von Sanofi im Rahmen einer kooperativen Forschungs- und Entwicklungsvereinbarung (Cooperative Research and Development Agreement, CRADA) mit dem NCI für beide Studien zur Verfügung gestellt, und Bevacizumab wurde von Genentech im Rahmen einer CRADA mit dem NCI bereitgestellt.

COLOXIS

Das Modell mit der Bezeichnung „COLOXIS“ (colon oxaliplatin signature) wurde an 1.065 Patienten aus den NSABP-Studien C-07 und C-08 getestet. Von den 1.065 Patienten wurden 421 mit 5-Fluorouracil und Leucovorin (FULV) und 644 mit FOLFOX behandelt. In dem Modell wurden die Patienten in signatur-positive und signatur-negative Patienten eingeteilt. Die signaturpositiven Patienten profitierten von Oxaliplatin, während die signaturnegativen Patienten nicht davon profitierten.

„Das Ziel von COLOXIS war es, festzustellen, ob wir isolieren können, welche Patienten von der zusätzlichen Gabe von Oxaliplatin profitieren und welche nicht. Dies zu klären könnte dazu beitragen, unnötige unerwünschte Ereignisse bei denjenigen zu minimieren, die nicht davon profitieren“, erklärte Studienautorin Dr. Katherine L. Pogue-Geile.

Von den 1.065 einbezogenen Patienten wurden 526 als COLOXIS-positiv (Signatur-positiv) und 539 als COLOXIS-negativ (Signatur-negativ) vorhergesagt. Die COLOXIS-positive Vorhersage war mit der Prognose für mit FULV behandelte Patienten verbunden (HR=1,52, 95% CI=1,07-2,15, P=0,017). Das Modell war prädiktiv für den Nutzen von Oxaliplatin: COLOXIS-positive Patienten profitierten von Oxaliplatin (HR=0,65, 95% CI=0,48-0,89, P=0,0065, int P=0,03), COLOXIS-negative Patienten jedoch nicht (COLOXIS-negative HR=1,08, 95% CI=0,77-1,52, P=0,65).

Diese Ergebnisse sind ein Schritt zur Klärung der Frage, ob es sinnvoll ist, Oxaliplatin-haltige Therapien nur bei bestimmten Patienten einzusetzen. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um dieses Modell mit dem Ziel seiner Anwendung in der klinischen Praxis weiter zu validieren, schließen die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Clinical Oncology (2024). DOI: 10.1200/JCO.23.01080





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