Paracetamol

Paracetamol (auch als Acetaminophen bekannt) ist ein schmerz- und fieberreduzierendes Medikament (Nichtopioid-Analgetika); der Name leitet sich vom chemischen Namen Para-(Acetylamino)phenol ab. Handelsnamen für Monopräparate sein z.B.: Acetalgin, ben-u-ron, Captin, Contac, GRIPPEX, Parapaed, Perfalgan.

Risiko für schwere Hautreaktionen

Die US-FDA warnt medizinisches Fachpersonal und Patienten, dass Paracetamol mit einem Risiko für seltene, aber schwere Hautreaktionen in Verbindung gebracht worden ist.

Paracetamol ist ein häufig eingesetzter Wirkstoff zur Behandlung von Schmerzen und um Fieber zu senken; es ist in vielen verschreibungspflichtigen und over-the-counter (nicht-verschreibungspflichtigen) Produkten enthalten.

Paracetamol - Risiko für schwere HautreaktionenDie Hautreaktionen, wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse (TEN) und akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), können tödlich verlaufen.

Die Reaktionen können bei einer erstmaligen Verwendung von Paracetamol oder jederzeit während der Einnahme auftreten.

Andere Medikamente, die Fieber und Schmerzen / Gliederschmerzen senken können (zB nicht-steroidale Antirheumatika, oder NSAR, wie Ibuprofen und Naproxen) beinhalten ebenfalls die Gefahr von schweren Hautreaktionen, die bereits in den Warnhinweisen der Medikamente aufgeführt sind.

© arznei-news.de – Quelle: FDA (Food and Drug Administration), August 2013

Viele nehmen zu viel Paracetamol

Viele Erwachsene sind in Gefahr eine Überdosis des nicht rezeptpflichtigen Schmerzmittels Paracetamol zu sich zu nehmen, laut einer neuen Studie.

Paracetamol Acetaminophen – Tylenol in den USA) ist das am häufigsten eingenommene nicht rezeptpflichtige Schmerzmedikament in den Vereinigten Staaten (2008 das in Deutschland am zweithäufigsten gekaufte Arzneimittel), und eine Paracetamol Überdosis ist die häufigste Ursache für akuten Leberausfall, laut Forschern der Nordwest-Universität in Evanston, Illinois.

Die Studie

Die Forscher interviewten 500 erwachsene Patienten in ambulanten Kliniken in Atlanta und Chicago. Mehr als die Hälfte hatte Acetaminophen, also Paracetamol, sechs Monate vorher eingenommen, und 19 Prozent sagten, sie hätten viel eingenommen, was bedeutet, dass sie Acetaminophen jeden Tag einnahmen, oder pro Woche ein paar Male.

Die Studienautoren beurteilten dann, ob die Patienten die empfohlene Dosierung von Paracetamol Produkten verstanden und ob sie in der Lage waren, sie ’sicher‘ einzunehmen.

Die Ergebnisse zeigten, dass ein Viertel der Patienten in Gefahr waren, eine Überdosis von Acetaminophen / Paracetamol Medikamenten durch Übersteigen der empfohlenen Dosis von 4 Gramm einzunehmen (4000 Milligramm) in einem Zeitraum von 24 Stunden. Fünf Prozent der Patienten nahm mehr als 6 Gramm (6000 Milligramm) in 24 Stunden.

Jede ’stärkere‘ Tablette mit Paracetamol enthält etwa 500 Milligramm des Wirkstoffs.

Zusätzlich hatte fast die Hälfte der Patienten ein Risiko der Überdosierung, weil sie zur gleichen Zeit zwei Acetaminophen enthaltende Produkte zu sich nahmen.

Die Gefährlichkeit Paracetamols erkennen

„Unsere Ergebnisse sagen, dass viele Verbraucher den Wirkstoff Paracetamol in rezeptpflichtigen Schmerzmitteln nicht erkennen oder unterscheiden können, noch halten sie sich unbedingt an die Beipackzettel“, schrieb Dr. Michael Wolf, außerordentlicher Professor der Medizin an der Northwestern.

Es sollte also überlegt werden, wie den Verbrauchern, die Risiken besser bekannt gemacht werden können, ohne dass man sie dazu gleich zu einen Arzt schickt, weil man Paracetamol rezeptpflichtig macht (wie einige aufgrund dieser Studie bestimmt gleich wieder fordern möchten).

© arznei-news.de – Quelle: Journal of General Internal Medicine

Nicht wirksamer als Placebo bei Arthroseschmerzen

20.03.2016 Eine in der Zeitschrift Lancet veröffentlichte Studie der Universität Bern untersuchte, ob sich die Schmerzbehandlung zwischen NSAR und Paracetamol oder zwischen den unterschiedlichen NSAR-Präparaten in der Wirksamkeit unterscheiden.

Für die Meta-Analyse verglichen sie die Wirksamkeit von insgesamt 22 medikamentösen Therapien und Placebo aus 74 Studien mit 58.556 Patienten mit Knie- oder Hüft-Arthrose.

Es zeigte sich, dass Paracetamol die Schmerzen bei Knie- oder Hüft-Arthrose nicht wirksamer reduziert als Placebo, und dass Diclofenac (am wirksamsten) und Etoricoxib wirksamer sind.

Die Forscher empfehlen aber nur einen kurzfristigen Einsatz der untersuchten Medikamente, da sie zum Teil erhebliche Nebenwirkungen haben.
© arznei-news.de – Quelle: Lancet, Universität Bern, März 2016

Paracetamol kann helfen, postoperatives Zittern zu reduzieren

22.10.2017 Die Verabreichung von Paracetamol (ein anderer Name ist Acetaminophen) während der Operation kann das Auftreten von postoperativem Zittern / Frösteln verringern, legt eine neue auf der ANESTHESIOLOGY 2017 Jahrestagung vorgestellte Studie nahe.

Die Studie umfasste 37 Patientinnen, für die gynäkologische Operationen geplant waren. Die Patientinnen erhielten nach dem Zufallsprinzip nach einer Vollnarkose Paracetamol (15 mg pro Kilogramm Körpergewicht) intravenös oder ein Placebo. Von den mit Paracetamo behandelten Frauen zeigten 22,2 Prozent postoperatives Zittern, verglichen mit 73,7 Prozent derjenigen, die das Placebo erhielten.

Darüber hinaus war der Schweregrad des Schüttelfrostes bei Frauen, die Paracetamol erhielten, deutlich geringer. Die Körpertemperatur war 30 Minuten nach Beginn der postoperativen Beobachtung im Aufwachraum bei Patientinnen, die Paracetamol erhielten, signifikant niedriger als bei Patientinnen, die das Placebo erhielten.
© arznei-news.de – Quelle: American Society of Anesthesiologists, Okt. 2017



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