Pegcetacoplan (Aspaveli, Empaveli)

Infos

Indikation / Anwendung / Krankheiten

ASPAVELI wird angewendet für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), die nach Behandlung mit einem C5-Inhibitor für mindestens 3 Monate nach wie vor anämisch sind.

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Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie (PNH): FDA-Zulassung für Empaveli

15.05.2021 Die FDA hat die Empaveli (Wirkstoff ist Pegcetacoplan; Handelsname in der EU ist Aspaveli) Injektion zur Behandlung von Erwachsenen mit paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH), einer seltenen, lebensbedrohlichen Blutkrankheit, zugelassen. Empaveli ist die erste PNH-Behandlung, die an das Komplementprotein C3 bindet.

Studie; Dosierung

Die Wirksamkeit von Pegcetacoplan wurde in einer Studie untersucht, an der 80 Patienten mit PNH und Anämie teilnahmen, die bereits Eculizumab erhalten hatten, ein zuvor für PNH zugelassenes Medikament.

Die Patienten nahmen zunächst über einen Zeitraum von vier Wochen zusätzlich zu Eculizumab in der bisherigen Dosierung zweimal wöchentlich 1.080 mg Pegcetacoplan ein. Nach den ersten vier Wochen erhielten die Patienten nach dem Zufallsprinzip entweder Pegcetacoplan oder ihre aktuelle Eculizumab-Dosis für 16 Wochen.

Wirksamkeit; Hämoglobinwerte

Nach 16 Wochen wurde der Schweregrad der Anämie in den beiden Behandlungsgruppen anhand der Hämoglobinkonzentration (ein Laborwert für Anämie) verglichen. In beiden Behandlungsgruppen lag der durchschnittliche Hämoglobinwert zu Beginn der Behandlung bei 8,7 g/dL, was auf eine schwere Anämie hinweist.

Normale Hämoglobinwerte bei erwachsenen Männern liegen bei 14 g/dL oder darüber; normale Werte bei erwachsenen Frauen liegen bei 12 g/dL oder darüber.

Während der 16-wöchigen Behandlung hatten die Patienten in der Empaveli-Gruppe einen durchschnittlichen Anstieg ihres Hämoglobins von 2,4 g/dL. In der Eculizumab-Gruppe sank das Hämoglobin der Patienten um durchschnittlich 1,5 g/dL.

Sicherheit; Nebenwirkungen

Es können Meningokokken-Infektionen (eine Art von Bakterien) bei Patienten auftreten, die Pegcetacoplan einnehmen, diese können lebensbedrohliche oder tödliche Ausmaße annehmen, wenn sie nicht frühzeitig behandelt werden.

Pegcetacoplan kann auch Personen für schwere Infektionen prädisponieren, insbesondere für Infektionen, die durch eingekapselte Bakterien verursacht werden.

Die Patienten sollten auf infusionsbedingte Reaktionen überwacht werden. Pegcetacoplan kann bestimmte Laboruntersuchungen beeinträchtigen.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Reaktionen an der Injektionsstelle, Infektionen, Durchfall, Bauchschmerzen, Atemwegsinfektionen, virale Infektionen und Erschöpfung.
© arznei-news.de – Quellenangabe: FDA.

Aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels der Europäischen Kommission:

Wirkstoff / Wirkung / Wirkmechanismus / Wirkweise

Pegcetacoplan ist ein symmetrisches Molekül aus zwei identischen Pentadekapeptiden, die kovalent an die Enden eines linearen PEG-Moleküls mit 40 kDa gebunden sind. Die Peptidanteile binden das Komplementprotein C3 und üben eine breite Hemmwirkung auf die Komplementkaskade aus. Der 40-kDa-PEG-Anteil verleiht dem Molekül eine verbesserte Löslichkeit und längere Verweilzeit im Körper nach Verabreichung des Arzneimittels.

Pegcetacoplan bindet mit hoher Affinität an das Komplementprotein C3 und dessen Aktivierungsfragment C3b, wodurch es die Spaltung von C3 und die Bildung von nachgeschalteten Effektoren der Komplementaktivierung reguliert. Bei PNH wird die extravasale Hämolyse (EVH) durch C3b-Opsonisierung ausgelöst, während die intravasale Hämolyse (IVH) durch den nachgeschalteten Membranangriffskomplex (MAC) vermittelt wird. Pegcetacoplan übt eine breite Regulation der Komplementkaskade aus, indem es proximal zu sowohl der C3b- als auch der MAC-Bildung wirkt und dadurch die Mechanismen kontrolliert, die zur EVH und IVH führen.

Schwangerschaft / Stillen

Frauen im gebärfähigen Alter

Die Wirkungen des Arzneimittels auf Ungeborene sind nicht bekannt. Frauen, die schwanger werden können, wird während und bis 8 Wochen nach der Behandlung empfohlen, zuverlässige Verhütungsmethoden anzuwenden. Fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von ASPAVELI während der Schwangerschaft und Stillzeit wird nicht empfohlen. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen / Verträglichkeit

Wie alle Arzneimittel kann auch Pegcetacoplan (Aspaveli) Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Vor der Behandlung wird Ihr Arzt mit Ihnen über die möglichen Nebenwirkungen sprechen und Ihnen die Risiken und Nutzen von ASPAVELI erläutern.

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen sind schwere Infektionen. Falls eines der Infektionssymptome bei Ihnen auftritt, müssen Sie unverzüglich Ihren Arzt informieren.

Wenn Ihnen die Bedeutung einer der folgenden Nebenwirkungen unklar ist, bitten Sie Ihren Arzt, sie Ihnen zu erklären.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Reaktionen an der Injektionsstelle: Diese umfassen Rötung (Erythem), Schwellung, Juckreiz (Pruritus) und Schmerzen. Diese Reaktionen klingen gewöhnlich nach einigen Tagen ab.
  • Infektion von Nase, Rachen oder Atemwegen (Infektion der oberen Atemwege)
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen (Abdominalschmerz)
  • Durchfall
  • Müdigkeit (Fatigue)
  • Fieber oder erhöhte Körpertemperatur (Pyrexie)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Infektion im Blut (Sepsis)
  • Herpesbläschen (oraler Herpes)
  • Zerstörung von roten Blutkörperchen (Hämolyse)
  • Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie), was zu häufigeren Blutungen oder blauen Flecken führen kann als normalerweise der Fall ist
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Ausschlag
  • Hautrötung (Erythem)
  • Infektion des Harntrakts
  • Infektion von Magen und Darm, was zu Symptomen wie leichter bis mittelschwerer Übelkeit, Erbrechen, Krämpfen, Durchfall (Gastrointestinalinfektion) führen kann
  • Pilzinfektion
  • Gerstenkorn (Hordeolum)
  • Grippe (Influenza)
  • Nasenbluten (Epistaxis)
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen in Muskeln, Armen und Beinen (Myalgie und Schmerz in Extremitäten)
  • Reaktion an der Injektionsstelle wie Rötung, blaue Flecken oder Verhärtung der Haut

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Bakterielle Infektion
  • Ohreninfektion
  • Geschwür (Furunkel)
  • Magengrippe (Gastroenteritis)
  • Ansammlung von Eiter in der Nase (Abszess in der Nase)
  • Virusinfektion des Auges (ophthalmischer Herpes zoster)
  • Hautinfektion am Nagelrand (Paronychie)
  • Zahnfleischinfektion (Parodontitis)
  • Zahnwurzelentzündung (Pulpitis dentalis)
  • Virusinfektion
  • Hefeinfektion der Vagina (vulvovaginale Pilzinfektion)

Arznei-News.de – Quellenangabe: Europäische Kommission – EPAR – 16.12.2021





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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