Pralsetinib (Gavreto)

Infos

Indikation / Anwendung / Krankheiten

Gavreto wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Rearranged-during-Transfection (RET)-Fusions-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC), die zuvor nicht mit einem RET-Inhibitor behandelt wurden.

News zu Pralsetinib

  • 19.11.2021 EU: RET-Fusion-positiver fortgeschrittener nicht-kleinzelliger Lungenkrebs – Die Europäische Kommission erteilt Gavreto die Zulassung … zum Artikel
  • 17.09.2021 EU: Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC) – CHMP-Zulassungsempfehlung für Gavreto (Wirkstoff Pralsetinib) … zum Artikel
  • 02.12.2020 FDA-Zulassung von Gavreto (Pralsetinib) für Behandlung von fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-mutierten und RET-fusionspositiven Schilddrüsenkrebs … zum Artikel
  • 07.09.2020 FDA-Zulassung von Gavreto (Pralsetinib) für die Behandlung von Erwachsenen mit metastasierendem RET-fusionspositivem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs
  • 31.05.2020 Pralsetinib erzielt hohe Ansprechraten bei fortgeschrittenen Krebsarten mit RET-Genfusionen … zum Artikel

Pralsetinib erzielt hohe Ansprechraten bei fortgeschrittenen Krebsarten mit RET-Genfusionen

31.05.2020 Die zielgerichtete Therapie Pralsetinib (Gavreto) scheint bei Patienten mit verschiedenen Tumoren mit RET-Genfusionen hohe Ansprechraten und dauerhafte Aktivität zu erzielen laut den auf dem 2020 American Society of Clinical Oncology Annual Meeting veröffentlichten Ergebnissen der internationalen Phase I/II-Studie ARROW.

Bei Patienten mit RET-fusionspositivem Schilddrüsenkrebs erreichte Pralsetinib eine Gesamtansprechrate (ORR) – Hinweis für eine Tumorschrumpfung – von 91% und eine Disease-Control-Rate (DCR) – Hinweis auf eine Tumorschrumpfung oder stabile Erkrankung – von 100%. Bei allen anderen in die Kohorte aufgenommenen Tumorarten ergab Pralsetinib eine ORR von 50% und eine DCR von 92%.

Die Präsentation von Vivek Subbiah vom The University of Texas MD Anderson Cancer Center umfasste Daten von 13 Patienten mit RET-fusionspositivem Schilddrüsenkrebs und 14 Patienten mit anderen RET-fusionspositiven Krebsarten, darunter Bauchspeicheldrüsenkrebs, Cholangiokarzinom, Eierstockkrebs, Darmkrebs und andere. Nahezu alle Patienten hatten eine Erkrankung im Stadium IV und waren unter den verfügbaren Standardtherapien fortgeschritten oder rezidiviert.

Bei den Patienten mit RET-fusionspositivem Schilddrüsenkrebs lag die Behandlungsdauer zwischen drei und 22 Monaten, und 70% der Patienten, die auf das Medikament ansprachen, blieben in der Therapie.

Bei anderen fusionspositiven RET-Krebsarten sprachen alle Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs (3) und Cholangiokarzinom (2) in der Studie teilweise auf die Behandlung an. Die Behandlungsdauer reichte von zwei bis 21 Monaten, und 67% der Patienten, die auf Pralsetinib ansprachen, blieben in der Behandlung.

Darüber hinaus war die Behandlung mit Pralsetinib bei allen Patienten in der Kohorte gut verträglich, erklärte Subbiah. Pralsetinib war in der Gesamtbevölkerung durchweg sicher, und die Mehrzahl der unerwünschten Ereignisse waren geringgradig. Keiner der Patienten in der Sammelkohorte brach die Therapie wegen behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse ab, erklärte Subbiah.

Weitere Kohorten der ARROW-Studie fokussierten sich auf Patienten mit RET fusionspositivem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs und RET-mutiertem medullären Schilddrüsenkarzinom.

Die Daten aus der Kohorte mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, die auf eine ORR von 65% und eine DCR von 93% hindeuteten, wurden ebenfalls auf der ASCO-Jahrestagung vorgestellt.

Die Ergebnisse aus den Kohorten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs wurden der U.S. Food and Drug Administration zur Zulassung von Pralsetinib bei diesen Patienten vorgelegt.
© arznei-news.de – Quellenangabe: The University of Texas MD Anderson Cancer Center.

Aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels der Europäischen Kommission:

Wirkstoff / Wirkung / Wirkmechanismus / Wirkweise

Pralsetinib ist ein potenter Proteinkinase-Inhibitor, der selektiv gegen onkogene RET-Fusionen (KIF5B-RET und CCDC6-RET) gerichtet ist. Bei NSCLC stellen die RET-Fusionen einen der wesentlichen onkogenen Treiber dar. Pralsetinib hemmte in vitro mehrere onkogene RET-Fusionen potenter als Off-Target-Kinasen in klinisch relevanten Konzentrationen (z. B. 81-fach höhere Selektivität gegenüber VEGFR2). Pralsetinib entfaltete Anti-Tumor-Aktivität in kultivierten Zellen und Tumorimplantations-Tiermodellen, die mehrere Tumortypen mit onkogenen RET-Fusionen repräsentierten (KIF5B-RET, CCDC6-RET).

Schwangerschaft / Stillen

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Verhütung bei Frauen:

Sie sollten während der Einnahme dieses Arzneimittels eine Schwangerschaft vermeiden. Wenn Sie Kinder bekommen können, müssen Sie während der Behandlung und für mindestens 2 Wochen nach Beendigung der Behandlung eine hochwirksame Verhütungsmethode anwenden (z. B. Verhütung mit doppelter Barrieremethode wie z. B. Kondom und Diaphragma). Gavreto kann die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmethoden (z. B. Antibabypille) verringern. Daher können hormonelle Verhütungsmittel nicht als hochwirksam angesehen werden. Wenn eine hormonelle Verhütung unumgänglich ist, muss zusätzlich ein Kondom verwendet werden.

Verhütung bei Männern:

Männer mit Partnerinnen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung und für 1 Woche nach Beendigung der Behandlung eine wirksame Verhütungsmethode anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie und Ihre(n) Partner(in) geeigneten zuverlässigen Verhütungsmethoden.

Schwangerschaft:

Während der Schwangerschaft wird die Anwendung dieses Arzneimittels nicht empfohlen, es sei denn, es ist absolut notwendig. Vermeiden Sie, während der Behandlung mit diesem Arzneimittel schwanger zu werden, da dies Ihrem ungeborenen Baby schaden könnte. Ihr Arzt wird mit Ihnen die möglichen Risiken der Einnahme von Gavreto während einer Schwangerschaft besprechen.

Bevor Sie die Behandlung mit diesem Arzneimittel beginnen, wird Ihr Arzt möglicherweise prüfen, ob Sie schwanger sind.

Stillzeit:

Informieren Sie Ihren Arzt, ob Sie stillen oder beabsichtigen zu stillen. Es ist nicht bekannt, ob Gavreto in die Muttermilch übergeht. Während der Behandlung mit diesem Arzneimittel und für mindestens 1 Woche nach der letzten Dosis sollten Sie nicht stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie Sie Ihr Baby in dieser Zeit am besten ernähren können.

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen / Verträglichkeit

Wie alle Arzneimittel kann auch Pralsetinib (Gavreto) Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Einige Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn bei Ihnen folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Neue oder sich verschlechternde Anzeichen von Atembeschwerden, Kurzatmigkeit, Husten mit oder ohne Schleimbildung oder Fieber.
  • Hoher Blutdruck.
  • Gelbfärbung der Haut oder des Augenweiß, Schmerzen auf der rechten Seite Ihres Bauchraumes, dunkler Urin, juckende Haut, weniger Hunger als normalerweise, Übelkeit oder Erbrechen, Erschöpfung, schnelleres Auftreten von Blutungen oder Blutergüssen als normalerweise (hierbei handelt es sich um mögliche Anzeichen von Leberproblemen).
  • Blutungen mit Symptomen wie blutigem Husten.

Sonstige Nebenwirkungen

Wenn Sie eine der nachfolgenden Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Infektion der Lunge
  • Infektion der Harnblase
  • Mit einer Blutuntersuchung nachgewiesene Abnahme der roten Blutkörperchen
  • Mit einer Blutuntersuchung nachgewiesene Abnahme bestimmter weißer Blutkörperchen (z. B. Neutrophile, Lymphozyten usw.)
  • Verringerte Blutplättchenzahl
  • Mit einer Blutuntersuchung nachgewiesene Zunahme oder Abnahme von Mineralien im Blut
  • Geschmacksveränderung
  • Kopfschmerzen
  • Erhöhter Blutdruck
  • Blutung
  • Lungenentzündung
  • Husten
  • Kurzatmigkeit Verstopfung
  • Durchfall
  • Trockenheit von Augen, Mund und Haut
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Gelbfärbung der Haut oder des Augenweiß
  • Ausschlag
  • Knochen- oder Muskelschmerzen
  • Antriebslosigkeit
  • Schwellungen (z. B. Füße, Knöchel, Gesicht, Augen, Gelenke)
  • Fieber
  • Mit einer Blutuntersuchung nachgewiesene veränderte Werte von Substanzen, die in der Leber gebildet werden (Aspartat-Aminotransferase, Alanin-Aminotransferase, alkalische Phosphatase, Bilirubin)
  • Mit einer Blutuntersuchung nachgewiesene erhöhte Konzentration einer wichtigen Substanz, die für die Nierenfunktion von Bedeutung ist (Kreatinin)
  • Mit einer Blutuntersuchung nachgewiesene erhöhte Konzentration eines Enzyms in Ihrem Blut, das für die Muskelfunktion von Bedeutung ist (Kreatinphosphokinase)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Schmerzende Schwellung und wunde Stellen im Mund
  • Verlängerung des QT-Intervalls in Ihrem EKG

Arznei-News.de – Quellenangabe: Europäische Kommission – EPAR – 22.11.2021





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).