Protonenpumpenhemmer – Nierenschäden

Erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen durch Protonenpumpen-Inhibitoren?

20.02.2019 In einer in Scientific Reports veröffentlichten Studie stellte sich heraus, dass mit Protonenpumpenhemmern behandelte Patienten eher unter Nierenerkrankungen bzw. Nierenschäden litten als Menschen, die Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten einnahmen, eine weitere Form von Antazid, das gegen die gleichen Erkrankungen eingesetzt wird.

Post-Marketing-Daten, die von der FDA gesammelt und in der FAERS-Datenbank hinterlegt wurden, ermöglichen es den Forschern um Tigran Makunts von der Skaggs School of Pharmacy and Pharmaceutical Sciences, University of California, San Diego nach möglichen langfristigen negativen Auswirkungen zu suchen.

Die FAERS-Datenbank enthält mehr als 10 Millionen Patientenakten – alle freiwilligen Berichte über Nebenwirkungen bei der Einnahme eines Medikaments. Das Forschungsteam konzentrierte sich auf Patienten, die Protonenpumpen-Inhibitoren und keine anderen Medikamente einnahmen, wodurch sich ihre Studienpopulation auf etwa 43.000 Patienten reduzierte.

Patienten, die nur PPI einnahmen, berichteten über eine nierenbedingte Nebenwirkung mit einer Häufigkeit von 5,6 Prozent, verglichen mit 0,7 Prozent bei Patienten, die nur Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten einnahmen.

Das Team fand heraus, dass

  • Patienten, die nur Protonenpumpenhemmer einnahmen, im Vergleich zur Kontrollgruppe 28,4-mal häufiger über chronische Nierenerkrankungen,
  • akute Nierenschäden (4,2-mal wahrscheinlicher),
  • Nierenerkrankungen im Endstadium (35,5-mal wahrscheinlicher) und
  • unspezifizierte Nierenschäden (8-mal wahrscheinlicher) berichteten.
  • Patienten, die PPI einnahmen, hatten auch eine höhere Wahrscheinlichkeit für Elektrolytanomalien, aber dies variierte stärker nach einzelnen Protonenpumpenhemmern, während die nierenspezifischen Effekte für alle fünf untersuchten PPI galten.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Scientific Reports – https://dx.doi.org/10.1038/s41598-019-39335-7



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