Retsevmo bei fortgeschrittenem RET-fusionspositiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs

Aktualisierte Daten zu Retsevmo® (Selpercatinib) bei fortgeschrittenem RET-Fusions-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC)

01.04.2022 Eli Lilly and Company hat aktualisierte Daten aus der Phase-1/2-Studie LIBRETTO-001 zu Retsevmo® (Selpercatinib 40 mg & 80 mg Kapseln) bei Patienten mit RET-Fusions-positivem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) veröffentlicht.

Retevmo (außerhalb der USA als Retsevmo® vermarktet) ist ein selektiver und wirksamer RET-Kinase-Hemmer, der in mehreren Ländern, darunter auch in den USA, für die Behandlung erwachsener Patienten mit metastasierendem RET-Fusions-positiven NSCLC zugelassen ist, sowie für die Behandlung erwachsener und pädiatrischer Patienten ab 12 Jahren mit fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-mutierten medullären Schilddrüsenkrebs (MTC), die eine systemische Therapie benötigen, oder mit fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-fusionspositiven Schilddrüsenkrebs, die eine systemische Therapie benötigen und gegenüber radioaktivem Jod refraktär sind (sofern radioaktives Jod geeignet ist).

Diese Daten wurden auf der Europäischen Lungenkrebskonferenz (ELCC) 2022 vorgestellt (Poster 27p).

Die aktualisierte Analyse stützt sich auf einen Datenschnitt vom 15. Juni 2021 und schloss 355 Patienten ein, die für die Wirksamkeitsanalyse infrage kamen, von denen 247 zuvor mit mindestens einer Platin-Chemotherapie behandelt worden waren und 69 nicht vorbehandelt waren. Die Patienten, die zuvor mit mindestens einer Platin-Chemotherapie behandelt worden waren, hatten im Durchschnitt zwei vorherige Therapien erhalten (Range: 1-15), wobei 58 % eine Anti-PD-1- oder Anti-PD-L1-Therapie erhalten hatten. Das Ansprechen basiert auf der Bewertung des unabhängigen Prüfungsausschusses (IRC).

Bei 247 zuvor mit einer Platin-Chemotherapie behandelten Patienten lag die bestätigte objektive Ansprechrate (ORR) bei 61,1 % (95 % KI: 54,7-67,2 %) und bei 69 therapienaiven Patienten lag die bestätigte ORR bei 84,1 % (95 % KI: 73,3-91,8 %). 26 Patienten hatten bei Studienbeginn messbare Metastasen im zentralen Nervensystem (ZNS), und die Behandlung mit Retsevmo führte zu einer ZNS-ORR von 84,6 %, wobei 22 Patienten ein bestätigtes bestes Ansprechen, d. h. ein vollständiges oder teilweises Ansprechen, zeigten.

Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von etwa zwei Jahren sowohl in der therapienaiven als auch in der mit Platin-Chemotherapie vorbehandelten Population wird

  • die mediane Dauer des Ansprechens (DoR) auf 20,2 (55,2% Zensierungsrate; 20,3 Monate mediane Dauer der Nachbeobachtung) bzw. 28,6 (60,9% Zensierungsrate; 21,2 Monate mediane Dauer der Nachbeobachtung) Monate und
  • das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) auf 22,0 (53,6% Zensurrate; 21,9 Monate mediane Dauer der Nachbeobachtung) bzw. 24,9 (55,9% Zensierungsrate; 24,7 Monate mediane Dauer der Nachbeobachtung) Monate berechnet.
  • Bei den 26 Patienten mit messbarer ZNS-Erkrankung führte die Behandlung mit Retsevmo zu einem medianen intrakraniellen PFS von 19,4 Monaten. Diese medianen Schätzungen sind noch unausgereift.

Die Sicherheit der Patienten in dieser Kohorte entsprach dem bekannten Sicherheitsprofil von Retsevmo. In der Sicherheitspopulation (alle NSCLC-Patienten, die mindestens eine Dosis Retevmo erhielten, N=356) waren die häufigsten unerwünschten Ereignisse (AE bei ≥25% der Patienten) Mundtrockenheit, Diarrhö, Bluthochdruck, erhöhte ALT/AST, periphere Ödeme, Verstopfung, Hautausschlag, Kopfschmerzen und Fatigue. 34 Patienten brachen die Behandlung aufgrund eines unerwünschten Ereignisses ab (10 %), von denen elf (3 %) als mit Retevmo in Zusammenhang stehend angesehen wurden.

Derzeit werden Patienten für eine globale, randomisierte Phase-3-Studie rekrutiert, in der die Behandlung mit Retsevmo mit der derzeitigen Standardtherapie in der Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem oder metastasiertem RET-Fusions-positiven NSCLC verglichen werden soll.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Eli Lilly





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