Rifapentin gegen Tuberkulose

Viermonatige Rifapentin-Behandlung mit oder ohne Moxifloxacin bei Tuberkulose

07.05.2021 Eine viermonatige Rifapentin-basierte Behandlung in Kombination mit Moxifloxacin ist einem sechsmonatigen Standardregime zur Behandlung von Tuberkulose nicht unterlegen laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie.

Dr. Susan E. Dorman von der Medical University of South Carolina in Charleston und Kollegen führten eine offene Phase-3-Studie mit Teilnehmern mit neu diagnostizierter pulmonaler Tuberkulose (Lungentuberkulose) aus 13 Ländern durch, um zwei viermonatige Rifapentin-basierte Therapien mit einer sechsmonatigen Standardtherapie bestehend aus Rifampin, Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol (Kontrolle) zu vergleichen. Bei einem der Viermonatsbehandlungsschemata wurde Rifampin durch Rifapentin ersetzt, während bei dem anderen Rifampin bzw. Ethambutol durch Rifapentin bzw. Moxifloxacin ersetzt wurden.

Insgesamt konnten 2.234 Teilnehmer bezüglich des primären Endpunkts des tuberkulosefreien Überlebens nach 12 Monaten evaluiert werden: 726 in der Kontrollgruppe, 756 in der Rifapentin-Moxifloxacin-Gruppe und 752 in der Rifapentin-Gruppe.

Die Forscher fanden heraus, dass Rifapentin mit Moxifloxacin in der mikrobiologisch in Frage kommenden Patientengruppe und in der beurteilbaren Population gegenüber der Kontrollgruppe mit Berücksichtigung des Prozentsatzes der Teilnehmer, die einen ungünstigen Ausgang hatten, nicht unterlegen war (15,5 versus 14,6 Prozent und 11,6 versus 9,6 Prozent).

In den Sekundär- und Sensitivitätsanalysen wurde die Nichtunterlegenheit nachgewiesen. Rifapentin ohne Moxifloxacin erwies sich in keiner der beiden Populationen als nicht unterlegen gegenüber der Kontrolle.

Die Nichtunterlegenheit des Rifapentin-Moxifloxacin-Schemas gegenüber dem Kontrollschema wurde sowohl in allen Analysepopulationen als auch in Sensitivitäts- und vorspezifizierten Subgruppenanalysen bestätigt, schreiben die Autoren.

Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder höher traten während des Behandlungszeitraums bei 19,3 % der Teilnehmer in der Kontrollgruppe, 18,8 % in der Rifapentin-Moxifloxacin-Gruppe und 14,3 % in der Rifapentin-Gruppe auf.
© arznei-news.de – Quellenangabe: N Engl J Med 2021; 384:1705-1718 DOI: 10.1056/NEJMoa2033400.





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