Medikamente gegen ADHS bei Kleinkindern

Medikamente gegen ADHS-Symptome bei Kleinkindern im Vorschulalter: α2-adrenerge Agonisten vs. Stimulanzien

07.05.2021 Ein Großteil der Kinder im Vorschulalter mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erreicht eine Verbesserung bei der Einnahme von α2-adrenergen Agonisten (α2-Adrenozeptor-Agonisten, kurz α2-Agonisten) und Stimulanzien, mit unterschiedlichen Nebenwirkungsprofilen, laut einer im Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie.

Vergleich der Wirksamkeit

Dr. Elizabeth Harstad vom Boston Children’s Hospital und Kollegen untersuchten die Häufigkeit der berichteten Verbesserung der ADHS-Symptome und der unerwünschten Wirkungen im Zusammenhang mit α2-adrenergen Agonisten und stimulierenden Medikamenten bei der Erstbehandlung von ADHS bei 497 Kleinkindern, die jünger als 72 Monate waren. Für die initiale medikamentöse Behandlung wurden α2-adrenerge Agonisten und Stimulanzien an 35 bzw. 65 Prozent der Kinder verschrieben (mediane Dauer der Anwendung 136 bzw. 133 Tage).

Nebenwirkungen

Die Forscher fanden heraus, dass 66 Prozent der Kinder, die mit α2-adrenergen Agonisten begannen, bzw. 78 Prozent, die Stimulanzien erhielten, eine Verbesserung der Symptome zeigten.

Bei α2-adrenergen Agonisten behandelten Kindern war nur die Tagesschläfrigkeit häufiger im Vergleich zu den mit Psychostimulanzien behandelten Kindern (38 versus 3 Prozent); Kleinkinder, die Stimulanzien erhielten, wiesen häufiger mehrere unerwünschte Ereignisse im Vergleich zu mit α2-adrenergen Agonisten behandelten Kindern auf, einschließlich Launenhaftigkeit/Reizbarkeit (50 versus 29 Prozent), Appetitverlust (38 versus 7 Prozent) und Schlafprobleme (21 versus 11 Prozent).

Obwohl noch viel über die vergleichende Effektivität der medikamentösen Behandlung von ADHS im Vorschulalter zu lernen ist, bietet die Studie von Harstad et al. die Grundlage für zukünftige Studien und ihre Einschränkungen liefern einen Fahrplan für die nächsten Schritte, schreiben die Autoren eines begleitenden Editorials.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA. Published online May 4, 2021. doi:10.1001/jama.2021.6118.





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