RSV-Bronchiolitis: Azithromycin verringert nicht wiederkehrende Atemgeräusche

Eine Azithromycin-Therapie während einer RSV-Bronchiolitis verringert nicht das Risiko für wiederkehrende Atemgeräusche (Pfeifen, Rasseln) nach einer RSV über zwei bis vier Jahre

15.03.2022 Eine Azithromycin-Therapie während einer akuten schweren Bronchiolitis durch das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) führt nicht zu einer Verringerung wiederkehrender Atemgeräusche (feinblasige Rasselgeräusche, Pfeifen) über einen Zeitraum von zwei bis vier Jahren laut einer in NEJM Evidence veröffentlichten Studie.

Dr. Avraham Beigelman von der Washington University School of Medicine in St. Louis und Kollegen untersuchten 200 ansonsten gesunde 1- bis 18-monatige Kinder, die mit RSV-Bronchiolitis hospitalisiert worden waren. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder mit oralem Azithromycin (10 mg/kg täglich für sieben Tage, gefolgt von 5 mg/kg täglich für sieben Tage) oder mit Placebo behandelt.

Die Forscher stellten fest, dass die mit Azithromycin behandelten Teilnehmer am Tag 14 nach der Randomisierung niedrigere Interleukin-8-Spiegel in der Nasenspülung aufwiesen, was auf eine biologische Aktivität von Azithromycin hindeutet. Azithromycin verringerte das Risiko für wiederkehrende Atemgeräusche nach der RSV in den folgenden zwei bis vier Jahren nicht, obwohl es Hinweise auf eine biologische Aktivität gab (47 versus 36 Prozent in der Azithromycin- gegenüber der Placebogruppe; bereinigte Hazard Ratio: 1,45; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,92 bis 2,29; P = 0,11).

Das Risiko für wiederkehrendes Rasseln/Pfeifen wurde durch Azithromycin bei den Teilnehmern, die zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie bereits eine andere Antibiotikabehandlung erhielten, ebenfalls nicht verändert (Hazard Ratio: 0,94; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,43 bis 2,07). Ein potenzielles Signal für ein erhöhtes Risiko für diese wiederkehrenden Atemgeräusche wurde bei Teilnehmern beobachtet, die zuvor keine Antibiotika erhielten und Azithromycin bekamen (Hazard Ratio: 1,79; 95 Prozent Konfidenzintervall: 1,03 bis 3,1).

„Dies ist eine wichtige Botschaft an die Kinderärzte, da Antibiotika häufig an Patienten mit RSV-Bronchiolitis verabreicht werden, obwohl diese Praxis nicht durch klinische Richtlinien unterstützt wird“, sagte Beigelman in einer Erklärung.

© arznei-news.de – Quellenangabe: NEJM Evidence – DOI:https://doi.org/10.1056/EVIDoa2100069





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