Ruxolitinib (Jakavi, Jakafi)

Antineoplastische Mittel – Kinasehemmer – JAK-Inhibitoren

Ruxolitinib hemmt die Januskinasen JAK 1 und JAK 22 (Janus Associated Kinase). Ruxolitinib wird im ATC eingeordnet unter: Antineoplastische Mittel – Kinasehemmer – JAK-Inhibitoren. Handelsnamen: Jakavi, Jakafi.

Ruxolitinib gegen Splenomegalie und Myelofibrose zugelassen

Die European Medicines Agency (EMA) hat das Medikament Ruxolitinib (Handelsname: Jakavi) zugelassen. Es kann zur Behandlung von Splenomegalie oder bei Erwachsenen mit primärer Myelofibrose, Post-Polycythaemia-vera-Myelofibrose oder Post-Essentieller-Thrombozythämie-Myelofibrose eingesetzt werden.

Splenomegalie Symptom

Ruxolitinib

Ruxolitinib

Splenomegalie ist ein Symptom, dass auf eine akute oder chronische Vergrößerung der Milz hinweist. Splenomegalie ist keine eigenständige Krankheit. Ursachen können z.B. sein:

  • Leukämie oder Morbus Hodgkin,
  • Infektionskrankheiten,
  • Sepsis,
  • rheumatische Erkrankungen,
  • Blutstau vor der Leber,
  • etc.

Myelofibrose

Die Myelofibrose (Osteomyelofibrose) ist eine fortschreitende Erkrankung des Knochenmarks. Mit primärer bzw. idiopathischer Myelofibrose ist die eigenständig auftretende Krankheit gemeint. Bei sekundärer Myelofibrose tritt sie als Folge einer anderen Krankheit auf. Das blutbildende Gewebe wandelt sich in Bindegewebe um. Infolgedessen wird mehr Blut in Leber und Milz produziert, die sich dann vergrössern.

Nebenwirkungen von Ruxolitinib

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen von Jakavi sind:

  • Thrombozytopenie (niedrige Blutplättchenzahl),
  • Anämie (niedrige rote Blutzellenzahl),
  • Neutropenie (Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut),
  • Harntraktinfektionen,
  • Gewichtszunahme,
  • Hypercholesterolaemie (zu hoher Cholesterinspiegel im Blut),
  • Schwindel,
  • Kopfschmerzen
  •  und erhöhte Leberenzymwerte.

Kontraindikationen bei Jakavi

Jakafi bzw. Ruxolitinib darf nicht bei Allergien gegen den Wirkstoff oder dessen Bestandteile, sowie nicht in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, schreibt die European Medicines Agency.

Lesen Sie zu weiteren Nebenwirkungen und Warnhinweisen bitte den Beipackzettel.

© arznei-news.de – Quelle: EMA, Okt. 2012

Jakavi erfolgreich bei Pankreaskrebs in Phase II

Ergebnisse einer Phase II Studie zeigen, dass der JAK Hemmer Jakavi (Ruxolitinib) in Verbindung mit Roches Xeloda (Capecitabin) eine Verbesserung hinsichtlich des Überlebens bei einigen Patienten mit rezidivierenden oder Behandlung refraktären fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs demonstrierte.

Eine vorgegebene Subgruppenanalyse bei vorher identifizierten Patienten, die am wahrscheinlichsten von der JAK Hemmung profitieren würden, zeigte, dass das sechs-Monats-Üerleben bei denen, die Jakavi einnahmen bei 42% lag, verglichen mit 11% für die Placeboeinnahme.

Darüber hinaus waren anhaltende Tumorreaktionen nur bei Patienten beobachtet worden, die Ruxolitinib einnahmen, und es wurde auch eine deutliche Verbesserung beim Körpergewicht erzielt, verglichen mit der Placebogabe, sagte Incyte.

Ruxolitinib wurde im Allgemeinen gut toleriert. 12% der Patienten, die die Jakavi Kur erhielten, mußten wegen der Nebenwirkungen aus dem Versuch ausscheiden, verglichen mit 20%, die Capecitabin/Xeloda allein einnahmen.

Jakavi ist bereits für die Behandlung von Myelofibrose genehmigt worden.

© arznei-news.de – Quelle: Incyte, August 2013

Polycythämie: FDA genehmigt Jakafi

05.12.2014 Die US-Aufsichtsbehörden haben den JAK-Inhibitor Jakavi (aktive Substatanz Ruxolitinib) von Novartis und Incytefür für eine seltene Form von Blutkrebs – Polyzythämie, Polycythaemia oder Polycythämie – genehmigt; damit ist es das erste für diese Krankheit zugelassene Medikament in den USA (dort ist der Handelsname Jakafi).

Polycythaemia vera

Polycythaemia vera ist eine chronische und unheilbare Erkrankung, die durch die Überproduktion von roten Blutkörperchen im Knochenmark hervorgerufen wird, wodurch es zur Schwellung der Milz, Blutungsproblemen und Blutgerinnseln in den Venen in der Nähe der Hautoberfläche (Venenentzündung) kommen kann. Dies bedeutet auch ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Jakavi hemmt die Enzyme, die sogenannten Janus Associated Kinase (JAK) 1 und 2, die bei der Regulierung des Bluts und bei immunologischen Funktionen beteiligt sind.

Die US-Genehmigung basiert auf klinischen Daten, die zeigen, dass Ruxolitinib im Vergleich zur besten verfügbaren Therapie, das Volumen der roten Blutzellen ohne Aderlass und die Verringerung der Milzgröße bei Patienten, die nicht das Chemotherapeutikum Hydroxyharnstoff nehmen können, erhält.

Jakavi wurde von der FDA im Jahr 2011 für Myelofibrose zugelassen und es befindet sich derzeit auch in Studien mit Bauchspeicheldrüsenkrebs.
© arznei-news.de – Quelle: FDA, Dez. 2014

CHMP: Empfehlung zur Zulassungserweiterung auf Polyzythämie

25.01.2015 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt, die Zulassung von Jakavi (Ruxolitinib) der Firma Novartis Europharm Ltd auf die Behandlung von Polyzythämie (auch Polycythaemia vera – PV, oder Polycythämie) zu erweitern.

Jakavi kann dann nicht nur bei Myelofibrose eingesetzt werden sondern auch für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit Polycythaemia vera, die resistent oder intolerant gegenüber Hydroxyharnstoff sind.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Jan. 2015

EU-Zulassungserweiterung für Jakavi auf Polyzythämie

27.03.2015 Die Europäische Kommission hat die Zulassung von Jakavi von der Firma Novartis Europharm Limited mit dem Wirkstoff Ruxolitinib auf die Behandlung von Polyzythämie erweitert.

Die Genehmigung Jakavis wurde erweitert auf die Behandlung von erwachsenen Patienten mit Polycythaemia vera (PV), die nicht auf Hydroxyharnstoff ansprechen oder es nicht vertragen.
© arznei-news.de – Quelle: European Commission, März 2015

Polycythaemia vera: Anhaltspunkt für nicht quantifizierbaren Zusatznutzen

16.07.2015 Patienten klagen seltener über Erschöpfung und ihre Lebensqualität ist besser.

Ruxolitinib zeigt Vorteile bei Symptomen und Lebensqualität; jedoch erschwert das Studiendesign die Interpretation der Ergebnisse laut IQWiG.

Detaillierte Informationen sind auf der Seite des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zu finden.

Vergleichsdaten bei Polyzythämie; Myelofibrose

13.06.2016 Novartis hat klinische Daten präsentiert, die zeigen, dass Jakavi / Jakafi bei Patienten mit dem seltenen hämatologischen Krebs Polyzythämie (PV) der besten verfügbaren Therapie überlegen war.

Hämatokrit-Kontrolle

Nach Befunden der Phase-III-Studie RESPONSE-2 half Jakavi (mit der aktiven Substanz Ruxolitinib) Patienten mit PV, die keine vergrößerte Milz hatten und resistent oder intolerant gegenüber Hydroxyharnstoff waren, eine überlegene Hämatokrit-Kontrolle zu erreichen – Volumen-Verhältnis von roten Blutkörperchen gegenüber Gesamtvolumen des Blutes – im Vergleich mit der besten verfügbaren Therapie (BAT) nach 28 Wochen (62,2 Prozent gegenüber 18,7 Prozent).

Hämatologische Remission

Die Studie zeigte weiterhin, dass fast fünf Mal mehr Patienten mit PV komplette hämatologische Remission mit Jakavi im Vergleich zu BAT nach 28 Wochen erreichten (23,0% vs 5,3%; p = 0,0019). Ruxolitinib einnehmende Patienten erzielten auch eher eine vollständige Auflösung ihrer PV-verbundenen Symptome im Vergleich zu BAT (50,0% vs. 7,7%).

Insgesamt wurde das Medikament gut vertragen. Die Ergebnisse dieser Studie stehen im Einklang mit Daten aus der pivotalen Studie RESPONSE mit Patienten mit unzureichend kontrollierter PV mit einer vergrößerten Milz.

Myelofibrose

Darüberhinaus wurden auf dem Kongress der European Hematology Association Phase-III-Daten der COMFORT-I-Studie vorgestellt. Diese Daten deuten darauf hin, dass es einen Gesamtüberlebensvorteil bei Patienten mit Intermediate-2 oder Hochrisiko-Myelofibrose (MF) gab, die Jakavi erhielten, im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

Das Fünf-Jahres-Überleben zeigte ein um 31% geringeres Sterberisiko im Ruxolitinib-Arm trotzdem mehr als 70% der Patienten der Placebo-Gruppe zur Jakavi-Behandlung überwechselten (mediane Zeit bis zum Crossover 41,1 Wochen).

Die mit Ruxolitinib behandelten Patienten konnten ein Milz-Ansprechen (> = 35% Reduktion der Größe) durchschnittlich drei Jahre aufrechterhalten. Diese Ergebnisse unterstützen auch die dauerhafte Wirksamkeit und das langfristige Sicherheitsprofil des Medikaments bei MF.
© arznei-news.de – Quelle: Novartis, Juni 2016

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