Schlafstörungen: Ist Melatonin-Ergänzung sinnvoll?

Was man vor der Einnahme von Melatoninpräparaten für den Schlaf beachten sollte

24.02.2022 Laut einer von Dr. Naima Covassin, einer Forscherin im kardiologischen Labor der Mayo Clinic, mitverfassten Studie hat sich die Zahl der Erwachsenen in den USA verfünffacht, die Melatoninpräparate zum Schlafen einnehmen.

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das eine Rolle im natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus spielt. Es ist als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich, das rund 6 Millionen Erwachsene in den USA einnehmen, um ihren Schlaf zu kontrollieren. Aber verwenden sie es auch richtig?

In den meisten Fällen wird Melatonin missbräuchlich verwendet, weil es als allgemeines Schlafmittel und zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt wird, sagt Dr. Covassin.

Klinische Wirksamkeit von Melatoninpräparaten

Wenn man sich die tatsächlichen klinischen Belege für die klinische Wirksamkeit von Melatoninpräparaten bei Schlaflosigkeit bzw. Schlafstörungen ansieht, sind diese eigentlich relativ schwach, sagt sie.

Covassin sagt, Melatonin sei kein Schlafmittel. Es ist ein Regulierungsmittel für den zirkadianen Rhythmus, das bei der Neueinstellung unserer inneren Uhren wichtig ist, wenn der Schlaf aufgrund von Störungen des zirkadianen Rhythmus, z. B. durch Schichtarbeit, Jetlag oder Erkrankungen, die die Schlafzeit beeinträchtigen, beeinträchtigt ist.

Zu hohe Melatonindosen

Nicht nur, dass immer mehr Menschen Melatoninpräparate verwenden, sie nehmen auch höhere Dosen als die üblicherweise empfohlene Höchstdosis von 5 oder weniger Milligramm ein.

Höhere Dosen sind nicht unbedingt wirksamer, sondern können sogar kontraproduktiv sein, weil sie gegenteilige Wirkungen haben können, sagt sie. Sie können dazu führen, dass man tagsüber schläfrig wird, wenn man eigentlich gar nicht schlafen will, und sie erhöhen auch das Risiko für Nebenwirkungen.

Mögliche Nebenwirkungen

Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen gehören die Verschlimmerung von Krampfanfällen, Veränderungen der Herzfrequenz und des Blutdrucks, eine verringerte Glukosetoleranz und mögliche Wechselwirkungen mit Antiepileptika, Antidepressiva oder Blutverdünnern.

„Nur weil etwas als ’natürlich‘ vermarktet wird oder ein Produkt frei verkäuflich ist, heißt das nicht, dass es harmlos ist.

Deshalb ist Dr. Covassins beste Empfehlung, mit dem Arzt zu sprechen.

„Besprechen Sie mit ihrem Arzt, ob die Einnahme eines Produkts tatsächlich die beste Lösung für sie ist“, schließt Dr. Covassin.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Mayo Clinic

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