Sprifermin bei Arthrose

Phase-II-Studie FORWARD: Zunahme der Knorpeldicke bei Patienten mit Kniegelenksarthrose durch Sprifermin

09.10.2019 Merck hat Ergebnisse aus der im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlichten FORWARD-Studie veröffentlicht.

FORWARD ist eine fünfjährige, multizentrische Phase-II-Studie zu Sprifermin, einem rekombinanten humanen Fibroblasten-Wachstumsfaktor 18, bei Patienten mit symptomatischer, radiologisch abgesicherter Kniegelenksarthrose.

Knorpeldicke

Die Studienergebnisse auf Basis des primären Endpunkts nach zwei Jahren und der Nachbeobachtungsanalyse nach drei Jahren belegen statistisch signifikante, dosisabhängige Zunahmen der Gesamtknorpeldicke im Femorotibialgelenk gegenüber sowohl der Baseline als auch Placebo.

Die Studie mit 549 Patienten erreichte ihren primären Endpunkt. Dieser war als Veränderung der Gesamtknorpeldicke im Femorotibialgelenk im quantitativen MRT gegenüber Baseline nach zwei Jahren mit Sprifermin definiert. Zum zweijährigen Behandlungszeitpunkt zeigte sich eine mittlere Zunahme der Gesamtknorpeldicke in den beiden am höchsten dosierten Sprifermin-Gruppen im Vergleich zur Placebo-Gruppe.

In den Gruppen, die 100 µg Sprifermin als intraartikuläre Injektion erhielten, betrug die statistisch signifikante Zunahme der Gesamtknorpeldicke +0,05 mm (Injektion alle 6 Monate, 95-%-KI: 0,03–0,07) bzw. +0,04 mm (Injektion alle 12 Monate, 95-%-KI: 0,03–0,07) im Vergleich zu Placebo.

Die Veränderung der Knorpeldicke nach zwei Jahren Behandlung mit Sprifermin in einer Dosis von 30 µg alle 6 oder 12 Monate ergab im Vergleich zu Placebo keine signifikanten Unterschiede. In der Nachbeobachtungsanalyse nach drei Jahren blieb die statistisch signifikante Differenz (+0,05 mm) der Knorpeldicke erhalten, die zwischen Sprifermin und Placebo bei Patienten beobachtet wurde, welche alle 6 Monate 100 µg Sprifermin erhielten.

Sekundäre Endpunkte umfassten Veränderungen der Knorpeldicke gemessen mittels MRT im medialen und lateralen Kompartiment sowie Veränderungen im Score des Western Ontario and McMaster Universities Arthritis Index (WOMAC) über einen Zeitraum von zwei Jahren.

Die Gesamtscores des WOMAC-Indexes verringerten sich (als Indiz einer reduzierten Symptomatik) um etwa 50% im Vergleich zu Baseline in allen Behandlungsgruppen einschließlich Placebo. Statistisch signifikante Behandlungseffekte im Sinne einer erhöhten Knorpeldicke wurden in der Gruppe, die die höchste Sprifermin-Dosis erhielt, im medialen und lateralen Femorotibialkompartiment beobachtet, unter anderem in der zentralen medialen und zentralen lateralen Region. Über zwei Jahre ließ sich eine konsistente Zunahme des Knorpelvolumens beobachten.

Sicherheit, Nebenwirkungen

Unerwünschte Ereignisse (AEs) wurden bei mehr als 90% der Teilnehmer über alle Behandlungsgruppen gemeldet. Sie waren jedoch vorwiegend von mildem oder mäßigem Schweregrad und wurden von den Prüfärzten als nicht therapieassoziiert eingestuft.

Die häufigsten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse (TEAEs) waren Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen (Arthralgie, Rückenschmerzen), Infektionen und parasitäre Erkrankungen (Infektion der oberen Atemwege, Nasopharyngitis), Gefäßerkrankungen (Hypertonie) und Erkrankungen des Nervensystems (Kopfschmerzen).
© arznei-news.de – Quellenangabe: Merck



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