Statine gegen Infektionen

Themen: Nierenschäden, toxische Reaktionen, bei Krebs, bei COPD, bakterielle Infektionen, Diabetes

Können das Risiko für schwere bakterielle Infektionen des Blutkreislaufs verringern

03.10.2017 Benutzer von Statinen, die häufig zur Vorbeugung von Herzerkrankungen verschrieben werden, haben ein um 27% geringeres Risiko, außerhalb eines Krankenhauses an einer Staphylococcus aureus (S. aureus)-Infektion im Blutkreislauf zu erkranken.

Dies geht aus einer neuen Studie der Mayo Clinic Proceedings hervor. Forscher berichten, dass Statine, besonders bei älteren Patienten mit vorbestehenden chronischen Krankheiten wie Diabetes, Nieren- oder Leberkrankheiten, Schutz gegen diese schwerwiegende Blutbahninfektion bieten können. Da die westliche Weltbevölkerung immer älter wird und immer mehr Menschen mit chronischen Krankheiten leben, könnte jede potenzielle präventive Wirkung von Statinen wichtige klinische Auswirkungen haben, schreiben die Forscher.

Um zu untersuchen, ob Personen, die mit Statinen behandelt wurden, ein vermindertes Risiko für eine Blutbahninfektion durch S. aureus hatten, untersuchten Forscher der Universitätskliniken in Aalborg und Aarhus, Dänemark, und des Universitätskrankenhauses in Sevilla, Spanien, Aufzeichnungen aus einem Zeitraum von 12 Jahren von annähernd 30.000 Personen, die in dänischen medizinischen Registern registriert waren. Sie identifizierten 2.638 Fälle von S. aureus bacteremia (CA-SAB). Weitere 26.379 Personen wurden durch Alter, Geschlecht und Wohnsitz mit den Fällen verglichen. Bei den CA-SAB Fällen und den Kontrollen gab es 368 (14,0%) bzw. 3.221 (12,2%) aktuelle Nutzer von Statin-Medikamenten.

Das Team untersuchte auch das Infektionsrisiko unter Berücksichtigung der Dauer der aktuellen oder früheren Verwendung von Statinen, der kumulativen Dosis von 90 Tagen und spezifischer Untergruppen von Patienten, denen Statine wegen verschiedener chronischer Erkrankungen wie vorherigen Myokardinfarkt, periphere arterielle Verschlusskrankheiten, chronische Herzinsuffizienz, chronische Nierenerkrankung und Diabetes verschrieben wurden.

Die Forscher fanden heraus, dass das Risiko für CA-SAB mit zunehmender Statindosierung allmählich abnahm, und die Verbindung war bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen und Diabetes am stärksten ausgeprägt. Die aktuellen Benutzer von Statinen verzeichneten einen 27%-igen Rückgang des Risikos für CA-SAB und Langzeitnutzer (mehrere Verschreibungen über mehr als 90 Tage) einen 30%-igen Rückgang, während neue Benutzer (erste Verschreibung innerhalb von 90 Tagen) einen geringfügigen Rückgang des Risikos um 4% aufwiesen.
© arznei-news.de – Quelle: Mayo Clinic Proceedings – doi.org/10.1016/j.mayocp.2017.07.008, Sept. 2017

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