Steroide und das Knie

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Steroidinjektionen beschleunigen im Vergleich zu Hyaluronsäureinjektionen die Notwendigkeit eines Kniegelenkersatzes nicht

07.11.2020 Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Kortikosteroidinjektionen zur Behandlung der Knie-Arthrose im Vergleich zu Hyaluronsäureinjektionen die Zeit bis zu einem vollständigen Kniegelenkersatz nicht beschleunigen.

Einzelheiten zu dieser Studie wurden auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology (ACR Convergence) vorgestellt (ABSTRACT #1652).

Die Forscher analysierten die Daten zweier großer Kohortenstudien mit Patienten mit Knie-Arthrose, die entweder Kortikosteroid- oder Hyaluronsäure-Injektionen erhielten. Sie erfassten die Raten des röntgenologischen Fortschreitens oder der auf Röntgenbildern erkennbaren Gelenkschäden sowie der vollständigen Knieersatzoperation.

Die Patienten der ersten Kohorte wurden alle 12 Monate und die der zweiten Kohorte alle 30 Monate ärztlich untersucht. Zu ihren Untersuchungen gehörten Knie-Röntgenaufnahmen und Fragen zu ihren Steroid- oder Hyaluronsäure-Injektionen in den vergangenen sechs Monaten. Die Progression der Knie-Arthrose wurde anhand der beiden radiologischen Standardwerte Kellen- und Lawrence-Grad (KL) und der medialen Gelenkspaltverengung gemessen.

Bei der Analyse der Röntgenprogression schlossen die Forscher alle mit einem Ausgangswert von KL 4 und alle, die zuvor entweder Kortikosteroid- oder Hyaluronsäureinjektionen erhalten hatten, aus. Sie verglichen die Röntgenbilder von den Arztbesuchen der einzelnen Patienten vor ihrer ersten Injektion mit denen, die nach der letzten Injektion aufgenommen wurden. Sie wiesen jedem Röntgenbild KL- und Gelenkspaltverengungswerte bei den Arztbesuchen zu, bei denen eine vollständige Kniegelenkersatzoperation verordnet wurde.

Insgesamt analysierten die Forscher 792 Knie, von denen 647 mit Kortikosteroidinjektionen und 145 mit Hyaluronsäureinjektionen behandelt wurden.

Sie fanden heraus, dass die Rate einer totalen Kniegelenkersatzoperation bei Patienten mit einer einzigen Untersuchung, bei der eine Hyaluronsäureinjektion verordnet wurde, höher war als bei Patienten mit einer einzigen Untersuchung, bei der eine Kortikosteroidinjektion verordnet wurde.

Sie konnten keinen Unterschied bei den Patienten feststellen, die Injektionen bei mehreren Untersuchungen erhalten hatten. Weitere Analysen zeigten ähnliche röntgenologische Progressionsraten für beide Injektionsbehandlungen bei Einzel- oder Mehrfachuntersuchungen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Kortikoidinjektionen im Vergleich zu Hyaluronsäureinjektionen nicht mit einem höheren Risiko für zwei Hauptanzeichen einer sich verschlechternden Kniearthrose assoziiert sind: nämlich einer röntgenologischen Progression oder einer Progression zu einem vollständigen Kniegelenkersatz, schließen die Forscher.
© arznei-news.de – Quellenangabe: American College of Rheumatology.



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