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Thiaziddiuretika erhöhen Hyponatriämie-Risiko

Kumulative Zwei-Jahres-Inzidenz von Hyponatriämie 2,83 Prozent für Bendroflumethiazid, 3,51 Prozent für Hydrochlorothiazid plus RASi

Thiaziddiuretika erhöhen Hyponatriämie-Risiko

19.12.2023 Laut einer in den Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie ist das Risiko für eine Hyponatriämie erhöht, wenn eine Behandlung mit Thiaziddiuretika eingeleitet wird.

Dr. Niklas Worm Andersson vom Statens Serum Institut in Kopenhagen, Dänemark, und Kollegen berechneten den Anstieg der kumulativen Inzidenz von Hyponatriämie bei der Verwendung von Thiaziddiuretika im Vergleich zu blutdrucksenkenden Medikamenten ohne Thiazid in der klinischen Routinepraxis in einer Kohortenstudie, bei der Zielstudien emuliert wurden.

Es wurden zwei Zielstudien mit Personen im Alter von 40 Jahren und älter nachgebildet, denen in letzter Zeit kein blutdrucksenkendes Medikament verschrieben worden war und die keine Hyponatriämie erlitten hatten. Die erste Zielstudienemulation verglich die Neueinnahme von Bendroflumethiazid (BFZ) mit einem Kalziumkanalblocker (CCB; 37.786 versus 44.963 Patienten) und die zweite verglich die Neueinnahme von Hydrochlorothiazid plus einem Renin-Angiotensin-System-Hemmer (HCTZ-RASi) mit einem RASi allein (11.943 versus 85.784 Patienten).

  • Die Forscher stellten fest, dass die zweijährige kumulative Inzidenz von Hyponatriämie unter BFZ bei 2,83 Prozent und unter HCTZ-RASi bei 3,51 Prozent lag.
  • Die Risikounterschiede betrugen 1,35 und 1,38 Prozent zwischen BFZ und CCB bzw. zwischen HCTZ-RASi und RASi; höhere Risikounterschiede wurden bei höherem Alter und höherer Komorbidität beobachtet.
  • Die entsprechenden Hazard Ratios für Hyponatriämie betrugen 3,56 und 4,25 in den ersten 30 Tagen nach Behandlungsbeginn und 1,26 und 1,29 nach einem Jahr.

„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hyponatriämie eine häufige unerwünschte Arzneimittelwirkung bei der Behandlung mit Thiaziden ist, und unterstreichen die anhaltende Notwendigkeit einer klinischen Sensibilisierung sowie einer Überwachung dieser unerwünschten Arzneimittelwirkung“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Annals of Internal Medicine – https://doi.org/10.7326/M23-1989

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