Thrombozytenaggregationshemmer

Ein Antithrombozyten-Medikament (Thrombozytenaggregationshemmer oder Thrombozytenfunktionshemmer) ist Mitglied einer Klasse von Arzneimitteln, die die Thrombozytenaggregation verringern und die Thrombusbildung hemmen. Sie sind wirksam im arteriellen Kreislauf, wo Antikoagulantien wenig Wirkung haben.

Wirkweise

Sie sind weit verbreitet in der primären und sekundären Prävention von thrombotischen zerebrovaskulären oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Antithrombozytentherapie mit einem oder mehreren dieser Medikamente verringert das Risiko für ein Blutgerinnsel, indem sie den Thrombozyten-Aktivierungsprozess in der primären Hämostase stört. Antithrombozyten-Medikamente können den Prozess, der an der Thrombozytenaktivierung beteiligt ist, reversibel oder irreversibel hemmen, was zu einer verminderten Tendenz von Blutplättchen führt, aneinander zu haften und das Endothel der Blutgefäße.

Liste

Thrombozytenaggregationshemmer werden bei älteren Patienten oft falsch verschrieben

06.08.2017 Eine im British Journal of Clinical Pharmacology veröffentlichte Studie hat festgestellt, dass Antithrombozyten-Medikamente, wie Aspirin, oft unangemessen bei akut hospitalisierten älteren Menschen verschrieben werden.

Thrombozytenaggregationshemmer werden typischerweise eingesetzt, um Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle zu verhindern, sowohl bei Personen mit einem hohen Risiko (primäre Prävention) als auch bei denjenigen, die bereits eines dieser Ereignisse (Sekundärprävention) erlebt haben.

In der Analyse von fast 2.200 Patienten von Daten aus italienischen und spanischen geriatrischen klinischen Stationen waren 959 (44%) ein Antithrombozyten-Medikament verschrieben worden. Bei Patienten zur Primärprävention wurden bei der Hälfte die Thrombozyten-Aggregationshemmer unangemessen verschrieben (52%), wobei sie hauptsächlich zu oft verschrieben wurden (155/209 Patienten, 74%). Andererseits wurde auch im Rahmen der Sekundärprävention (222/726 Patienten, 31%) eine hohe unangemessene zu seltene Verschreibung festgestellt.
© arznei-news.de – Quelle: British Journal of Clinical Pharmacology – DOI: 10.1111/bcp.13355, Aug. 2017

Studie: Grünes Licht für Patienten mit Schlaganfall durch Hirnblutung

22.05.2019 Menschen mit einem durch Blutungen im Gehirn verursachten Schlaganfall – eine sogenannte Hirnblutung oder ein hämorrhagischer Hirninfarkt – können häufig bei Herzinfarkten und anderen Schlaganfällen verwendete Medikamente (wie Aspirin) einnehmen, ohne ihr Risiko für einen weiteren Schlaganfall zu erhöhen, wie eine große klinische Studie ergab.

Forscher unter der Leitung der Universität Edinburgh beobachteten 537 Menschen aus ganz Großbritannien, die eine Gehirnblutung erlitten hatten, während sie Medikamente zur Blutgerinnung einnahmen.

Die Patienten starteten nach dem Zufallsprinzip entweder mit der Antiplättchenbehandlung oder vermieden diese Medikamente bis zu fünf Jahre lang.

Geringeres Risiko für eine erneute Hirnblutung

Das Team fand heraus, dass Thrombozytenaggregationshemmer einnehmende Teilnehmer ein geringeres Risiko für eine erneute Hirnblutung hatten als diejenigen, die diese Medikamente nicht einnahmen. Etwa 12 Personen litten unter einer Hirnblutung während der Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern, verglichen mit 23 Personen, die ein solches Medikament nicht einnahmen.

Dies kann darauf hindeuten, dass die Medikamente das Risiko weiterer Blutungen im Gehirn verringern, anstatt zu erhöhen, sagen die Forscher, aber weitere Studien sind notwendig, um dies zu bestätigen.

Rund die Hälfte der Teilnehmer unterzog sich zu Beginn der Studie einem zusätzlichen Hirnscan mittels MRT. Diese Scans werden von Ärzten oft eingesetzt, um das Vorhandensein winziger Blutablagerungen im Gehirn zu überprüfen, sogenannter Mikroblutungen, die ein Warnzeichen für zukünftige Schlaganfälle sein können.

Die Forscher fanden heraus, dass die Behandlung mit Thrombozytenaggregationshemmern für Menschen, die bereits Mikroblutungen im Gehirn hatten, nicht gefährlicher war.
© arznei-news.de – Quellenangabe: https://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(19)30840-2



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