Tolcapon (Tasmar)

Anti-Parkinson-MedikamentePsychopharmaka

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  • 23.03.2015 Verstärkung der Empathie-Fähigkeit: Eine Pille, die uns mitfühlender macht? … zum Artikel

Wirkung, Indikation

Tolcapon wird bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit als Ergänzung zu L-Dopa / Carbidopa eingesetzt, die normalerweise mit einem aromatischen L-Aminosäure-Decarboxylase (AADC) Inhibitor gepaart verwendet werden.

Tolcapon hat sich vielversprechend gezeigt bei der Behandlung der Hallucinogen Persisting Perception Disorder (HPPD; etwa: fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch), die gekennzeichnet ist durch eine ständige Anwesenheit von Sensibilitätsstörungen, meist visueller Natur, ausgelöst durch Einnahme halluzinogener Substanzen.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen bei Tolcapon:

Tolcapon zeigt eine signifikante Lebertoxizität, welche den Einsatz des Medikaments begrenzt. Andere Nebenwirkungen, die sich bei der Verabreichung von Tolcapon ergaben:

  • Leberfunktionsstörungen,
  • Dyskinesien,
  • Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit, Durchfall,
  • orthostatische Hypotonie,
  • Verfärbungen des Urins und
  • Benommenheit.

Verstärkung der Empathie-Fähigkeit: Eine Pille, die uns mitfühlender macht?

23.03.2015 Eine aktuelle in Current Biology veröffentlichte Studie legt nahe, dass unsere sozialen Interaktionen von einem Wirkstoff namens Tolcapon manipuliert werden könnten.

Wie die Gehirnchemie unser Verhalten beeinflusst und Menschen empathischer werden lässt, konnten Forscher der University of California zeigen.

Prosozialeres Verhalten

In der Studie erhielten 35 Männern und Frauen zufällig entweder Tolcapon (Handelsname ist Tasmar), welches die Dopaminkonzentration im Gehirn ansteigen lässt und mit Belohnung und Zufriedenheit verbunden ist, oder ein Placebo. Weder die Teilnehmer noch die Wissenschaftler wussten, welche Tabletten wem verabreicht wurden. Die Freiwilligen wurden dann darum gebeten, Geld zwischen sich selbst und einem Fremden aufzuteilen.

Die Analyse der Resultate zeigte, dass die Tolcapon einnehmenden Versuchspersonen, das Geld fairer aufteilten als die Teilnehmer, die ein Placebo erhielten.

Die Tablette ist sicherlich nicht in Betracht zu ziehen, um die Empathie-Fähigkeiten in der Gesellschaft zu fördern, aber die Befunde legen nahe, dass Störungen des Sozialverhaltens aufgrund grundlegend gestörter biochemischer Systeme im Gehirn beeinflusst werden könnten, sagte Studienautor Ignacio Sáez.

„Wir sind einen wichtigen Schritt weitergekommen, um herauszufinden, wie Empathie und unsere Aversion gegen Ungerechtigkeit von unserer Gehirnchemie beeinflusst wird. Studien im letzten Jahrzehnt haben auf neurale Vernetzungen gewiesen, die regeln, wie wir uns in sozialen Situationen benehmen. Was wir hier zeigen konnten, ist ein ‚Schalter‘ im Gehirn, den wir betätigen können“, schreibt der Studienautor.

© arznei-news.de – Quellenangabe: University of California, Current Biology; März 2015



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