Tranexamsäure bei Schädel-Hirn-Trauma

Auswirkungen von Tranexamsäure auf Sterblichkeit, Behinderung, vaskuläre okklusive Ereignisse und andere Morbiditäten bei Patienten mit akutem Schädel-Hirn-Trauma (SHT)

15.10.2019 Das kostengünstige und oft eingesetzte Medikament Tranexamsäure (TXA) könnte die Zahl der Todesfälle bei Patienten mit traumatischen Hirnverletzungen (Schädel-Hirn-Traumata / SHT) um bis zu 20% senken, je nach Schwere des Traumas laut einer in The Lancet veröffentlichten Studie.

Die Forscher sagen, dass Tranexamsäure – ein Medikament, das Blutungen ins Gehirn verhindert, indem es den Abbau von Blutgerinnseln hemmt – das Potenzial hat, Hunderttausende von Menschenleben zu retten.

Unter der Leitung der London School of Hygiene & Tropical Medicine umfasste die globale randomisierte Studie mehr als 12.000 Patienten mit Kopfverletzungen, die entweder intravenös mit Tranexamsäure oder einem Placebo behandelt wurden.

Es wurde festgestellt, dass die Verabreichung von Tranexamsäure innerhalb von drei Stunden nach dem Schädel-Hirn-Trauma die Zahl der Todesfälle reduzierte.

Dieser Effekt war am stärksten bei Patienten mit leichten und mittelschweren traumatischen Hirnverletzungen (20% weniger Todesfälle), während bei den am stärksten verletzten Patienten kein klarer Nutzen festgestellt wurde.

Die Studie ergab keine Hinweise auf Nebenwirkungen und es gab keine Zunahme der Invalidität bei den Überlebenden, wenn das Tranexamsäure verwendet wurde.

Da TXA verhindert, dass sich die Blutungen verschlimmern, aber bereits entstandene Schäden nicht rückgängig machen kann, ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend. Die Studiendaten zeigten eine 10%ige Reduktion der Behandlungseffektivität für jede 20-minütige Verzögerung, was darauf hindeutet, dass Patienten so schnell wie möglich nach einem Schädel-Hirn-Trauma mit Tranexamsäure behandelt werden sollten.
© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet



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