Ulipristal (Esmya)

Ulipristalacetat (kurz Ulipristal; Handelsname EllaOne in der Europäischen Union, Ella in den USA zur Empfängnisverhütung, und Esmya für Behandlung von Uterusmyomen) ist ein selektiver Progesteronrezeptor-Modulator (SPRM).

EU-Empfehlung zur Zulassungserweiterung für Esmya

ulipristal24.04.2015 Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde (CHMP) empfiehlt die Ausweitung der Zulassung für das Medikament Esmya mit der aktiven Substanz Ulipristalacetat.

Ulipristal ist bereits zur präoperativen Behandlung von mittelschweren bis schweren Symptomen von Uterus-Myomen bei erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter angezeigt.

Esmya soll für die intermittierende Behandlung von mittelschweren bis schweren Symptomen von Uterusmyomen bei erwachsenen Frauen im gebärfähigen Alter angezeigt sein.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, April. 2015

Ulipristalacetat erreicht primäre Endpunkte in Uterusmyom-Studie

10.05.2016 Allergan und Richter berichten positive Ergebnisse aus Venus I, einer von zwei entscheidenden Phase-III-Studien, die Wirksamkeit und Sicherheit von Ulipristalacetat bei Frauen mit Uterusmyomen bewerten sollen.

Die Venus I Studie umfasste 157 Patientinnen mit 101 Patientinnen unter Ulipristalacetat 5 und 10 mg und 56 unter Placebo.

Uterusblutungen

Die Studie erreichte alle ko-primären und sekundären Endpunkte mit beiden Ulipristal-Behandlungsgruppen: statistisch signifikante Ergebnisse im Vergleich zu Placebo. Die beiden primären Wirksamkeitsendpunkte waren: Prozentsatz der Patientinnen ohne Uterusblutungen und Zeit ohne Uterusblutungen. Deutlich mehr Patientinnen in der 10 mg-Gruppe (58,3%) und 5-mg-Gruppe (47,2%) erreichten eine Verbesserung bei diesen Zielen im Vergleich zu Placebo (1,8%).

Es gab keine behandlungsbedingten schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Bei keiner der Patientinnen wurde die Ulipristalacetat-Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abgebrochen.

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Hypertonie, erhöhte Blut-Kreatinphosphokinase, Hitzewallungen und Akne.
© arznei-news.de – Quelle: Allergan, Mai 2016

Uterusmyome: PRAC verabschiedet vorläufige Maßnahmen zum Schutz der Patientinnen

09.02.2018 Patientinnen, die Esmya® zur Behandlung von Uterusmyomen einnehmen, sollten bis zur abschließenden Bewertung durch die EMA regelmäßigen Leberwerttests unterzogen werden. Es sollten vorläufig keine neuen Patientinnen mehr auf Esmya® eingestellt werden.

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) bewertet momentan das Nutzen-Risikoverhältnis von Esmya aufgrund von Berichten zu schweren Leberschäden, einschließlich Fällen von Leberversagen, die zu Lebertransplantation führten.

Während der andauernden Risikobewertung empfiehlt der PRAC als zwischenzeitliche Maßnahme regelmäßige Leberwerttests für Frauen, die Esmya zur Therapie von Uterusmyomen erhalten.

Frauen, die mit Esmya therapiert werden, sollen mindestens einmal pro Monat Leberfunktionstests unterzogen werden. Sollte der Test abnorme Leberwerte ergeben („normale“ Obergrenze um mehr als das Zweifache überschritten), sollten die Ärzte die Therapie mit Esmya beenden und die Leberwerte engmaschig kontrollieren. Die Lebertests sollten 2-4 Wochen nach Therapieende erneut wiederholt werden.

Der PRAC empfiehlt außerdem bis auf Weiteres keine neuen Patientinnen auf Esmya einzustellen. Patientinnen, die ein Intervall abgeschlossen haben, sollen kein weiteres Intervall beginnen.

Der Zusammenhang zwischen der Anwendung von Esmya und Fällen von schweren Leberschäden wird momentan überprüft. Diese Empfehlungen gelten als zwischenzeitliche Maßnahmen, um die Patientensicherheit bis zur Entscheidung des im Dezember 2017 initiierten Risikobewertungsverfahrens zu gewährleisten.

Zur Meldung des BfArM

Rote-Hand-Brief zu 5 mg Tabletten: Anwendungseinschränkungen, Warnhinweise bzgl. schwerer Leberschäden sowie Empfehlungen zur Überwachung der Leberfunktion

19.02.2018 Die Gedeon Richter Pharma GmbH möchte in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) mit einem Rote-Hand-Brief über Anwendungseinschränkungen, Warnhinweise zu Ulipristal (Esmya) bzgl. schwerer Leberschäden sowie Empfehlungen zur Überwachung der Leberfunktion informieren:

  • Es sollten keine neuen Patientinnen mehr auf Esmya ® eingestellt werden und kein neues Therapieintervall bei Patientinnen begonnen werden, die bereits ein  Therapieintervall abgeschlossen haben.
  • Bei Patientinnen, die bereits mit Esmya ® behandelt werden, sollten mindestens einmal pro Monat Leberfunktionstests durchgeführt sowie zwei bis vier Wochen nach Therapieende wiederholt werden.
  • Patientinnen, die Anzeichen oder Symptome zeigen, die auf eine Leberschädigung
    hinweisen könnten (wie Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, Anorexie, Asthenie, Gelbsucht, etc.) sollten unverzüglich untersucht und Leberfunktionstests durchgeführt werden. Sollten die Transaminasenwerte den oberen Normwert um mehr als das Zweifache überschreiten, sollte die Therapie beendet und die Patientin engmaschig überwacht und beobachtet werden.
  • Ärzte sollen die Patientinnen darauf hinweisen, bei Anzeichen und Symptomen einer
    möglichen Leberschädigung (s.o.) unverzüglich ihren Arzt aufzusuchen.

Zur ausführlichen Meldung

Ulipristal erreicht Amenorrhoe bei symptomatischen Leiomyomen

20.02.2018 Für Frauen mit symptomatischen uterinen Leiomyomen ist Ulipristalacetat (Handelsname Esmya) gut verträglich, und waren Placebo in Bezug auf Häufigkeit von und Zeit bis zur Amenorrhoe überlegen laut einer im Fachblatt Obstetrics & Gynecology veröffentlichten Studie.

Vergleich mit Placebo

Dr. James A. Simon von der George Washington Universität und Kollegen schrieben prämenopausale Frauen mit abnormalen Gebärmutterblutungen, einem oder mehreren diskreten Leiomyomen und einer Schwangerschaft von 20 Wochen oder weniger ein. 157 Patientinnen erhielten für 12 Wochen zufällig 5 mg oder 10 mg Ulipristal, oder Placebo (53, 48 und 56 Patientinnen), gefolgt von einer 12-wöchigen medikamentenfreien Nachsorge.

Die Forscher fanden heraus, dass Amenorrhoe von 47,2 in der 5 mg Ulipristalacetat-, 58,3 in der 10 mg Ulipristalacetat- und 1,8 Prozent der Patientinnen in der Placebo-Gruppe erreicht wurde.

Bei beiden Ulipristal-Dosen war die Zeit bis zur Amenorrhoe kürzer als bei Placebo; im Vergleich zu Placebo führten beide Wirkstoff-Dosen zu einer verbesserten Lebensqualität.

Unerwünschte Ereignisse, Nebenwirkungen

Bluthochdruck, erhöhte Kreatininin-Phosphokinase im Blut und Hitzewallungen waren häufige Nebenwirkungen (5 Prozent der Fälle in beiden Ulipristalacetat-Gruppen während der Behandlung). Bei vier Patientinnen traten schwerwiegende Nebenwirkungen auf, aber keine schien mit der Behandlung in Zusammenhang zu stehen.

Ulipristal 5 mg und 10 mg wurden gut vertragen und waren Placebo bei Häufigkeit und Zeit in Bezug auf Amenorrhoe bei Frauen mit symptomatischen uterinen Leiomyomen überlegen, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quelle: Obstetrics & Gynecology: February 05, 2018 – Volume Publish Ahead of Print – Issue – p – doi: 10.1097/AOG.0000000000002462; Feb. 2018

Esmya zur Therapie des symptomatischen Uterus myomatosus wieder verfügbar

21.12.2018 Gedeon Richter informiert in einer Pressemitteilung, dass die Therapie des symptomatischen Uterus myomatosus mit Esmya 5 mg (Ulipristalacetat) ab sofort wieder aufgenommen werden kann.

Ulipristalacetat darf wieder verordnet werden und es konnte kein definitiver Zusammenhang zwischen Leberschäden und Ulipristalacetat festgestellt werden.

Nutzen-Risiko-Verhältnis

Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Esmya bleibt nach wie vor positiv: Die flexible Intervall-Therapie zeigt eine zielgerichtete und nachhaltige Wirkung, eine signifikante Reduktion des Myomvolumens und eine schnelle Blutungskontrolle. Sie stellt eine Lebensqualität wie bei gesunden Frauen her. 2 Präoperativ eingesetzt, kann ein Behandlungsintervall mit Ulipristalacetat die Operationsbedingungen verbessern.

Die Therapie des symptomatischen Uterus myomatosus mit Esmya (Ulipristalacetat) ist ab sofort wieder verfügbar. Gynäkologen begrüßen, dass die während des Risikobewertungsverfahrens entstandene Therapielücke jetzt wieder geschlossen werden kann und die Patientinnenversorgung mit dieser wichtigen Therapieoption wieder gesichert ist.

Neue Fachinformation

Die neue Fachinformation zu Esmya weist zwei Indikationen aus: Einerseits ist eine Therapie mit Ulipristalacetat als zeitlich unbegrenzte flexible Intervall-Therapie bei Patientinnen im fortpflanzungsfähigen Alter, für die eine Operation entweder aus medizinischen oder aus persönlichen, religiösen oder sozialen Gründen nicht in Frage kommt, geeignet.

Andererseits kann Esmya als einmaliges Behandlungsintervall von bis zu drei Monaten zur präoperativen Behandlung bei erwachsenen Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter verordnet werden.

Kontrollmechanismen während der Therapie zur Patientinnen-Sicherheit

Esmya ist nicht zur Behandlung von Patientinnen geeignet, die eine zugrunde liegende Lebererkrankung aufweisen. Deshalb muss maximal vier Wochen vor Beginn der Behandlung eine Blutuntersuchung zur Bestimmung der Transaminasen GOT/AST (Glutamat-Oxalacetat- Transaminase/Aspartat-Aminotransferase) und GPT/ALT (Glutamat-Pyruvat-Transaminase/Alanin- Aminotransferase) erfolgen.

Transaminasespiegel

Da eine Erhöhung der Transaminasen für das Vorliegen einer Lebererkrankung spricht, darf die Behandlung nicht begonnen werden, wenn die genannten Transaminasen den oberen Normwert um mehr als das Zweifache überschreiten.

Weiterhin müssen die Transaminasenwerte während der ersten beiden Behandlungsintervalle und nach jedem Behandlungsintervall überprüft werden.

Patientinnen, deren Transaminasespiegel auf mehr als das Dreifache des oberen Normwertes ansteigen, müssen die Behandlung mit Ulipristalacetat abbrechen und engmaschig überwacht werden.

„Diese Vorgehensweise ist in der Praxis leicht und unkompliziert durchführbar, der Gynäkologe bestimmt die Transaminasen lediglich einmalig vor Therapiebeginn, einmal monatlich während der ersten beiden Behandlungsintervalle und einmalig nach jeder abgeschlossenen Behandlung“, beschreibt Dr. med. Klaus Doubek, niedergelassener Frauenarzt in Wiesbaden, den Therapieverlauf in seiner Praxis.

Alarmzeichen

Außerdem weist der Frauenarzt seine Patientin darauf hin, dass sie auf auftretende Alarmzeichen wie Erschöpfung, starke Müdigkeit, Gelbfärbung der Augen oder der Haut, dunkler Urin, Schmerzen im rechten Oberbauch, Juckreiz, Übelkeit und Erbrechen während der Behandlung achten soll.

Zeigen sich während der Behandlung solche Symptome, muss die Therapie abgebrochen werden. Jeder Esmya-Packung liegt nun eine Karte mit den entsprechenden Informationen bei. Sie klärt die Patientin auf und unterstützt so die Compliance.

Einfache Anwendung – effektive und nachhaltige Behandlung von Myomen

Eine Esmya-Therapie sollte immer während der ersten Woche der Menstruation begonnen werden. Die Behandlungsintervalle dauern jeweils drei Monate, während derer die Patientin täglich eine Tablette einnimmt.

Nach jedem Behandlungsintervall erfolgt eine Pause, das neue Behandlungsintervall beginnt frühestens mit der zweiten Menstruation nach Abschluss des vorherigen Behandlungsintervalls.

An eine nicht hormonelle Empfängnisverhütung muss während der Behandlung gedacht werden, da hormonelle Empfängnisverhütungsmittel vor Therapiebeginn abgesetzt werden müssen.

Fazit: Mit Ulipristalacetat (Esmya®) wurden bereits mehr als 750.000 Patientinnen weltweit behandelt.

Das Medikament eignet sich für Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, für die eine Operation nicht in Frage kommt ebenso wie für Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, die auf eine Operation vorbereitet werden sollen.

Die Myom-Tablette stoppt rasch starke Blutungen, verringert die Größe der Myome und trägt so zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität bei.

Als flexible Intervall-Therapie verschrieben, punktet Ulipristalacetat mit seiner nachhaltigen Wirkung, seiner guten Verträglichkeit, dem Organerhalt und der Verbesserung der Fertilität sowie der Möglichkeit, eine Operation zu vermeiden.

Die Überwachung der Leberwerte bietet dem Gynäkologen zusätzlich eine optimierte Verordnungssicherheit.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Pressemitteilung Gedeon Richter



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