Veliparib

Veliparib (ABT-888) ist ein potentielles Krebsmedikament, das als PARP-Inhibitor wirkt. Es tötet Krebszellen durch die Blockierung eines Proteins namens PARP, wodurch die Reparatur von DNA oder genetischen Schäden in den Krebszellen verhindert wird und sie möglicherweise anfälliger für Antikrebs-Behandlungen macht.

Fortgeschrittenes nichtkleinzelliges Plattenepithelkarzinom der Lunge: Orphan-Drug-Status der FDA

04.11.2016 AbbVie hat heute bekanntgegeben, dass die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) dem Wirkstoff Veliparib Orphan-Drug-Status für die Behandlung von fortgeschrittenem nicht-kleinzelligen Plattenepithelkarzinom der Lunge (NSCLC) verliehen hat.

Die Forscher untersuchen derzeit, ob der PARP-Inhibitor Veliparib in Kombination mit DNA-schädigenden Therapien wie Chemotherapie oder Strahlung die Reparatur der DNA-Schäden in Krebszellen reduzieren kann, was schließlich dazu führt, dass einige Zellen sterben.

AbbVie untersucht aktuell die Wirksamkeit und Sicherheit von ABT-888 in Kombination mit Chemotherapie oder Strahlung bei der Behandlung von fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom in Phase-3-Studien. Das Medikament wird auch bei anderen Krebsformen untersucht. Veliparib ist derzeit bei keiner Form von NSCLC zugelassen.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Nov. 2016

Kleinzelliges Lungenkarzinom: Verbesserung der Gesamtansprechrate

13.06.2018 In einer randomisierten Phase-II-Studie unter der Leitung von Forschern der Universität Texas, die den PARP-Inhibitor Veliparib als Zusatztherapie einem Standard-Chemotherapeutikum hinzufügte, verbesserte sich die Gesamtansprechrate (ORR) bei Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC).

Die Forscher identifizierten auch eine ausgewählte Gruppe von Patienten, deren Tumoren SLFN11 exprimierten, die ebenfalls einen Nutzen beim progressionsfreien Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) erreichten, was auf einen vielversprechenden Biomarker für die PARP-Inhibitor-Sensitivität bei SCLC schließen lässt.

Rezidivierter SCLC

Für die Phase-II-Studie nahmen Dr. Lauren Averett Byers und ihre Kollegen 104 Patienten mit rezidiviertem SCLC aus sieben Zentren im ganzen Land auf. Zwischen 2012 und 2015 wurden Patienten auf Veliparib oder Placebo zweimal täglich randomisiert – kombiniert mit der Standard-Chemotherapie Temozolomid (TMZ).

Dr. Byers bemerkte, dass viele Studienteilnehmer eine fortgeschrittene Erkrankung mit Hirnmetastasen hatten und/oder die Standard-Chemotherapie fehlgeschlagen war.

PFS nach vier Monaten war der primäre Endpunkt, mit ORR, OS und Sicherheit und Verträglichkeit von Veliparib mit TMZ als sekundärem Endpunkt. Das Ansprechen wurde durch bildgebende Verfahren in den Wochen vier und acht bestimmt, danach alle acht Wochen.

Toxizitäten, die mit dem PARP-Therapeutikum verbunden sind, schließen Blutbilddefizite ein, aber die Behandlung wurde im Allgemeinen gut vertragen, sagte Dr. Byers.

Gesamtansprechen

Nach vier Monaten fanden die Forscher heraus, dass die Studie in einer nicht selektierten Population keinen statistisch signifikanten Unterschied beim PFS zwischen der TMZ/Veliparib-Kohorte (36 Prozent) und der TMZ/Placebo-Kohorte (27 Prozent) erreichte. In den beiden Gruppen war das mediane OS mit 8,2 Monaten bzw. 7 Monaten ebenfalls ähnlich.

Allerdings war die ORR, definiert als Prozentsatz der Patienten mit Tumorschrumpfung, in der TMZ/Veliparib-Kohorte fast dreimal höher als in der TMZ/Placebo-Kohorte (39 Prozent vs. 14 Prozent) – ein statistisch signifikanter Unterschied.

SLFN11

Im Rahmen dieser Studie untersuchten die Forscher auch Kandidaten-Biomarker, die das Ansprechen auf PARP-Inhibitoren bei SCLC vorhersagen könnten. Diese beinhalteten die Expression von PARP1 und dem Protein SLFN11, das zuvor gezeigt hatte, dass es im Labor von Dr. Byers und anderen Gruppen Sensitivität auf PARP-Inhibitoren verleiht.

Bei den Patienten, deren Tumoren erhöhte SLFN11-Spiegel exprimierten, führte die Behandlung mit TMZ/Veliparib zu einem signifikant verlängerten PFS (5,7 vs. 3,6 Monate) und OS (12,2 vs. 7,5 Monate). Dies ist die erste Studie, die SLFN11 als prädiktiven Biomarker im klinischen Umfeld untersucht, schreiben die Forscher.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Clinical Oncology



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