Venetoclax (Venclyxto) + Ibrutinib (Imbruvica)

Phase 2 Studie: Kombination zeigt hohe Ansprechraten bei Patienten mit zuvor nicht behandelter chronischer lymphatischer Leukämie

08.06.2018 AbbVie hat positive Daten aus der Phase-2-Studie CAPTIVATE (PCYC-1142) bekanntgegeben, die Imbruvica (Ibrutinib) in Kombination mit Venclexta (Venetoclax) bei bisher unbehandelten Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie / kleinzelliges lymphatisches Lymphom (CLL/SLL) untersucht.

Erste Ergebnisse der Kombinationstherapie deuten auf eine vielversprechende Aktivität bei der Behandlung der naiven CLL/SLL hin, wobei 77 Prozent der ersten 30 Patienten nach sechs Zyklen der Kombinationstherapie keine nachweisbare minimale Resterkrankung (MRD) aufweisen.

Die MRD wird durch Messung der Anzahl der verbliebenen Krebszellen bestimmt und hilft bei der Bestätigung der Remissionstiefe.

Die ersten 14 CLL/SLL-Patienten, die die klinische Kombinationstherapie mit 12 Zyklen (15 Zyklen Ibrutinib) absolvierten, erreichten bei etwa neun von zehn Patienten ein Ansprechen ohne nachweisbare MRD, wobei 93 Prozent eine MRD-Negativität bei der Messung im peripheren Blut und 86 Prozent eine MRD-Negativität bei der Messung im Knochenmark erreichten.

CAPTIVATE

In der Phase-2-Studie CAPTIVATE (PCYC-1142) erhielten Patienten mit CLL/SLL-Behandlung drei 28-Tage-Zyklen lang Ibrutinib (420 mg/Tag) allein, bevor der Venetoklax-Ramp-up (Standard-Ramp-up auf 400 mg/Tag) eingeleitet wurde.

Frühe Daten deuten darauf hin, dass bei 77% der ersten 30 Patienten nach sechs Therapiezyklen und bei 86% der ersten 14 Patienten nach zwölf Therapiezyklen sowohl im Knochenmark als auch im Blut eine vielversprechende Aktivität für die Kombinationstherapie mit nicht nachweisbarer MRD erreicht wurde.

CAPTIVATE ist eine multizentrische Studie, die 164 CLL/SLL-Patienten nach den Kriterien des Internationalen Workshops zur chronischen lymphatischen Leukämie (Medianalter: 58) aufgenommen hat; 15% hatten del17p, 18% hatten del11q und 32% hatten den längsten Lymphknotendurchmesser (LDi) von 5 oder mehr Zentimetern (cm).

Die Studie wurde entwickelt, um zu untersuchen, ob eine Remission mit nicht nachweisbarer MRD die Behandlung von CLL/SLL-Patienten mit Behandlungspause ermöglichen kann (der Zeitraum, in dem ein Patient die Therapie abbrechen kann).

Behandlungsschema

Die ersten 30 Patienten, die zum Sicherheitseinlauf zugelassen wurden, absolvierten sechs oder mehr Zyklen von Ibrutinib und Venetoklax (mittlere Behandlungsdauer: 10,4 Monate Ibrutinib, 7,6 Monate Venetoklax).

Beim Sicherheits-Run-in der ersten 14 Patienten, die 12 Zyklen von Ibrutinib und Venetoclax absolvierten, traten keine dosislimitierenden Toxizitäten auf, mit einer Gesamtansprechrate von 100% bei den 11 untersuchten Patienten (6 vollständige Responder, 5 partielle Responder).

Das Knochenmark war bei 12 von 14 untersuchten Patienten nach 12 Zyklen von Ibrutinib und Venetoklax negativ.

Nebenwirkungen / unerwünschte Ereignisse

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse (bei ≥ 20% der Patienten) waren Durchfall (63%), Müdigkeit (27%), Übelkeit (35%), Kopfschmerzen (24%), Infektion der oberen Atemwege (24%) und Arthralgie (29%).

Grad 3 oder höher (bei ≥ 3% Patienten) waren Neutropenie (27%), Bluthochdruck (6%), Durchfall (4%) und Thrombozytopenie (6%).

Das klinische Tumor-Lyse-Syndrom (TLS) ist nicht aufgetreten und Labor-TLS wurde bei einem von 164 Patienten beobachtet.

Bei den behandelten Patienten mit LDi-Basislinien von 5 cm oder mehr sank der LDi bei 43 von 53 Patienten (81%) nach Ibrutinib-Einleitung auf weniger als 5 cm. Das TLS-Risiko verlagerte sich bei 36 von 40 Patienten (90%) von hoch auf mittel/niedrig, und insgesamt sank der Anteil hochriskanten TLS von 24% bei Studienbeginn auf 3% nach Ibrutinib-Lead-in.
© arznei-news.de – Quellenangabe: AbbVie



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