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Warfarin nach bioprothetischem Aortenklappenersatz

Nutzen einer frühzeitigen Antikoagulation nach chirurgischem Aortenklappenersatz mit bioprothetischen Klappen

Warfarin nach bioprothetischem Aortenklappenersatz

08.12.2023 Patienten, die nach einem bioprothetischen Aortenklappenersatz das blutgerinnungshemmende Medikament Warfarin erhielten, hatten eine niedrigere Sterblichkeitsrate und ein geringeres Risiko für Blutgerinnsel, so das Ergebnis einer in den Mayo Clinic Proceedings veröffentlichten retrospektiven Studie.

Der Einsatz von bioprothetischem Aortenklappenersatz hat in den letzten zehn Jahren erheblich zugenommen. Zu den Vorteilen gehört, dass die meisten Patienten auf Warfarin als Antikoagulationsmittel verzichten können. Dennoch gibt es widersprüchliche Forschungsergebnisse zu der Frage, ob Patienten von einer aggressiveren frühen postoperativen Antikoagulationsbehandlung profitieren würden.

Forscher der Mayo Clinic analysierten landesweite Daten von mehr als 10.000 Patienten, die sich einem bioprothetischen Aortenklappenersatz unterzogen. Die Einnahme von Warfarin war mit einer 32%igen Verringerung des Sterberisikos verbunden. Patienten, die früh postoperativ mit Warfarin behandelt wurden, hatten aber auch ein erhöhtes Risiko für schwere Blutungen.

„Die Ergebnisse sprechen für einen frühen Einsatz von Warfarin bei entsprechend ausgewählten Patienten, z. B. bei Patienten mit geringem Blutungsrisiko“, sagt Dr. Hartzell Schaff, Herz- und Gefäßchirurg an der Mayo Clinic, der an der Studie beteiligt war.

„Oft wird eine gerinnungshemmende Behandlung zu einem frühen Zeitpunkt nach einem chirurgischen Eingriff nur zögerlich verschrieben, weil man Blutungen befürchtet und den Nutzen nicht sicher einschätzen kann. Unsere Studie zeigt, dass das geringfügig erhöhte Blutungsrisiko (4 % gegenüber 2,3 %) angesichts der Nutzen in Bezug auf das Sterberisiko und das verringerte Risiko von Thromboembolien ein akzeptables Risiko sein kann.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: Mayo Clinic Proceedings (2023). DOI: 10.1016/j.mayocp.2023.08.012

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