Z-Endoxifen

Brustkrebs: Medikament zeigt vielversprechende Wirkung

31.08.2017 Z-Endoxifen, ein potenter abgeleiteter Wirkstoff des Medikaments Tamoxifen, könnte selbst eine neue Behandlungsoption für die häufigste Form von Brustkrebs bei Frauen mit metastasierenden Erkrankungen werden.

Die endgültigen Ergebnisse einer ersten an Menschen durchgeführten Phase-I-Studie von Z-Endoxifen bei Frauen mit Östrogenrezeptor-positivem metastasierenden Brustkrebs zeigten, dass die Behandlung sicher war und zur Tumorschrumpfung bei Frauen führte, deren Tumoren unter Standard-Anti-Östrogen-Therapien, einschließlich Tamoxifen, progredient waren.

Tamoxifen

Tamoxifen
Tamoxifen Strukturformel

Tamoxifen, wird in der Leber durch ein Enzym namens CYP2D6 in Endoxifen umgewandelt. Die bisherigen Forschungen haben ergeben, dass Tamoxifen bei Frauen mit einem schlechten CYP2D6-Metabolismus möglicherweise weniger effektiv ist, sagte Studienautor Dr. Matthew Goetz von der Mayo Clinic im Fachblatt Journal of Clinical Oncology.

Die Forscher untersuchten 41 Patienten mit östrogen-positivem metastasierenden Brustkrebs, deren Krebs unter Standard-Anti-Östrogen-Behandlungen fortschritt. Sie kamen zu dem Schluss, dass bei diesen Patientinnen Z-Endoxifen eine beträchtliche Medikamentenexposition ohne Beeinträchtigung durch den CYP2D6-Metabolismus, eine akzeptable Toxizität und vielversprechende Anti-Tumor-Aktivität aufweist.

Dr. Goetz und Kollegen haben kürzlich eine randomisierte Studie abgeschlossen, die Tamoxifen mit Z-Endoxifen vergleicht. Die Ergebnisse der Studie A011203 werden 2018 erwartet.

Die Forscher sind zuversichtlich, dass Z-Endoxifen auf der Grundlage dieser Daten und laufenden Studien eine neue, von der US-Gesundheitsbehörde FDA zugelassene Behandlung für Frauen mit östrogen-positivem metastasierenden Brustkrebs werden könnte, sagte Goetz.
© arznei-news.de – Quelle: Journal of Clinical Oncology – DOI: 10.1200/JCO.2017.73.3246, Aug. 2017

Phase-1-Studie zu Z-Endoxifen bei fortgeschrittenen gynäkologischen, Desmoid- und hormonrezeptor-positiven soliden Tumoren

28.03.2021 Die Zeitschrift Oncotarget hat die Ergebnisse einer Phase-1-Studie mit Z-Endoxifen bei Patientinnen mit fortgeschrittenen gynäkologischen, desmoiden und Hormonrezeptor-positiven soliden Tumoren veröffentlicht.

Die Patientinnen mit behandlungsresistenten gynäkologischen Malignomen, Desmoid-Tumoren oder Hormonrezeptor-positiven soliden Tumoren erhielten täglich orales Z-Endoxifen in einem 3+3 Phase-1 Dosis-Eskalationsformat über 8 Dosisstufen.

Vierunddreißig von 40 Patienten waren evaluierbar. Es wurde keine maximal verträgliche Dosis ermittelt. DL8, 360 mg/Tag, wurde für die Expansionsphase verwendet und ist höher als die in früheren Studien verabreichten Dosen; sie führte auch zu höheren Z-Endoxifen-Plasmakonzentrationen.

Drei Patientinnen zeigten ein partielles Ansprechen und 8 eine lang anhaltende stabile Erkrankung; 44,4 % der Patientinnen in den Dosisstufen 6-8 erreichten eines dieser Ergebnisse.

Sechs Patientinnen, deren Erkrankung nach einer Tamoxifen-Therapie fortgeschritten war, zeigten ein partielles Ansprechen oder eine stabile Erkrankung für ≥ 6 Zyklen mit Z-Endoxifen; eine Patientin mit Desmoidtumoren ist nach 62 Zyklen noch in der Studie.

Die Studie liefert Belege dafür, dass mit Z-Endoxifen trotz vorheriger Tamoxifen-Therapie eine Antitumor-Aktivität und ein längerer stabiler Krankheitsverlauf erreicht werden kann, was weitere Studien mit Z-Endoxifen unterstützt, insbesondere bei Patienten mit Desmoidtumoren, schreiben die Studienautoren.

Darüber hinaus deuten das allgemeine Sicherheitsprofil, die erreichbaren Plasmakonzentrationen von Z-Endoxifen und die klinische Wirksamkeit, die in dieser Studie beobachtet wurden, darauf hin, dass dieser Wirkstoff besonders Patienten zugute kommen könnte, bei denen die Erkrankung unter Tamoxifen fortgeschritten ist.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Oncotarget. 2021; 12:268-277. https://doi.org/10.18632/oncotarget.27887.





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