Absetzen von RAS-Hemmern erhöht eGFR bei chronischer Nierenerkrankung nicht

Kein Unterschied bei glomerulärer Filtrationsrate zwischen Absetzen und Fortsetzung von RAS-Hemmern bei Patienten mit fortgeschrittener, progressiver chronischer Nierenerkrankung

Absetzen von RAS-Hemmern erhöht eGFR bei chronischer Nierenerkrankung nicht

10.11.2022 Bei Patienten mit fortgeschrittener und progredienter chronischer Nierenerkrankung ist der Abbruch der Behandlung mit Renin-Angiotensin-System-(RAS)-Hemmern nicht mit einem Unterschied in der langfristigen Abnahme der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) verbunden. Dies geht aus einer online im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie hervor, die zeitgleich auf der Kidney Week, der Jahrestagung der American Society of Nephrology, präsentiert wurde.

Dr. Sunil Bhandari vom Hull University Teaching Hospitals NHS Trust in Großbritannien und seine Kollegen führten eine multizentrische, offene Studie durch, an der 411 Patienten mit fortgeschrittener und progressiver chronischer Nierenerkrankung teilnahmen, die nach dem Zufallsprinzip entweder eine Therapie mit RAS-Hemmern absetzen oder fortsetzen sollten.

  • Die Forscher fanden heraus, dass die kleinste quadratische mittlere eGFR nach drei Jahren 12,6 ± 0,7 mL/min/1,73 m2 in der Absetz- und 13,3 ± 0,6 mL/min/1,73 m2 in der Fortsetzungsgruppe betrug (Differenz: -0,7; 95-Prozent-Konfidenzintervall: -2,5 bis 1,0; P = 0,42), wobei ein negativer Wert das Ergebnis in der Fortsetzungsgruppe begünstigte.
  • Es gab keine Heterogenität der Ergebnisse nach den vordefinierten Untergruppen.
  • Insgesamt hatten 62 bzw. 56 Prozent der Patienten in der Abbruch- bzw. Fortsetzungsgruppe eine Nierenerkrankung im Endstadium oder die Einleitung einer Nierenersatztherapie (Hazard Ratio: 1,28; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,99 bis 1,65).
  • In Bezug auf kardiovaskuläre Ereignisse und Todesfälle waren die unerwünschten Ereignisse in den Gruppen, die die Behandlung absetzten bzw. fortsetzten, ähnlich.

„Wir stellten fest, dass die Patienten in der Absetzgruppe keinen klinisch relevanten Anstieg der eGFR (des primären Ergebnisses) aufwiesen, weder insgesamt noch in vordefinierten Untergruppen, die nach Alter, Schweregrad der chronischen Nierenerkrankung, Vorhandensein oder Fehlen von Diabetes oder Proteinurie oder Blutdruck definiert waren“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: DOI: 10.1056/NEJMoa2210639

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