Antibiotika bei Zahnschmerzen

Antibiotika scheinen bei Zahnschmerzen meist nicht notwendig zu sein

27.10.2019 Die American Dental Association (ADA) hat eine neue Richtlinie veröffentlicht, wonach Antibiotika in den meisten Fällen nicht bei Zahnschmerzen empfohlen werden.

Diese im Journal of the American Dental Association veröffentlichte Richtlinie steht im Einklang mit den langjährigen Bemühungen der ADA um eine verantwortungsvolle Haltung gegenüber Antibiotika, schreiben die Autoren.

Patienten mit Zahnschmerzen werden von Ärzten und Zahnärzten oft Antibiotika verschrieben, um Anzeichen und Symptome zu lindern und das Fortschreiten zu einem schwerwiegenderen Erkrankungszustand zu verhindern.

Die neue Richtlinie und die begleitende systematische Überprüfung zeigen jedoch, dass gesunde Erwachsene mit Zahnschmerzen nicht mit Antibiotika, sondern mit Zahnbehandlungen und bei Bedarf mit rezeptfreien Schmerzmitteln wie Paracetamol und Ibuprofen am besten versorgt werden.

Nicht hilfreich; Nebenwirkungen; Resistenz

Studien haben gezeigt, dass Antibiotika, die das Wachstum von bakteriellen Infektionen stoppen oder verlangsamen sollen, nicht unbedingt Patienten mit Zahnschmerzen helfen.

Darüber hinaus können Antibiotika schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, und eine übermäßige Nutzung hat zu Bakterienstämmen geführt, die gegen Antibiotika resistent sind.

Fieber, geschwollene Lymphknoten oder extreme Müdigkeit

Der Leitfaden bietet exemplarische Szenarien, in denen Antibiotika gegen Zahnschmerzen verschrieben werden können. Wenn die Zahnbehandlung nicht sofort verfügbar ist und der Patient Anzeichen und Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten oder extreme Müdigkeit aufweist, müssen möglicherweise Antibiotika verschrieben werden, sagt Peter Lockhart, Vorsitzender des Expertengremiums der APA, das die Leitlinien erarbeitet hat.

Aber in den meisten Fällen, wenn Erwachsene Zahnschmerzen und Zugang zu Zahnbehandlungen haben, können Antibiotika tatsächlich mehr Schaden als Nutzen anrichten, schreibt er.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of the American Dental Association



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