Antiepileptika, Antikonvulsiva und Alzheimer

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Antiepileptika sind mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko bei Personen mit Alzheimer-Krankheit verbunden

03.06.2020 Der Einsatz von Antiepileptika (auch Antikonvulsiva genannt) ist laut einer neuen Studie der Universität von Ostfinnland mit einem höheren Sterberisiko für Personen mit Alzheimer-Krankheit verbunden. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Neurology veröffentlicht.

Das Sterblichkeitsrisiko

Das Sterblichkeitsrisiko stieg in den ersten drei Monaten der Behandlung mit Antiepileptika erheblich an und war bei Benutzern älterer Antiepileptika höher als bei Verwendern neuerer Antiepileptika. Das Sterberisiko blieb auch nach dem Ausschluss von Menschen mit Epilepsie in den Sensitivitätsanalysen erhöht.

Das erhöhte Risiko blieb auch nach der Kontrolle auf Komorbiditäten, soziodemographische Faktoren und die Einnahme anderer Medikamente erhöht. Es ist jedoch möglich, dass die Gründe für die Initiierung einer Behandlung mit einem Antiepileptikum die Ergebnisse teilweise erklären, weshalb die Ergebnisse in weiteren Studien bestätigt werden sollten.

Diese ersten Befunde sind besorgniserregend, da Menschen mit Alzheimer Erkrankung häufiger Antiepileptika einnehmen als Menschen ohne diese Krankheit, und die Einnahme älterer Antiepileptika unter ihnen häufiger vorkommt. Der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antiepileptika und der Mortalität in dieser Bevölkerungsgruppe wurde bisher noch nicht untersucht.

Vorsicht bei der Verschreibung

Die Ergebnisse unterstreichen die Vorsicht bei der Verschreibung dieser Medikamente für andere Indikationen als Epilepsie in dieser gefährdeten Gruppe. Bis zu 1% der Bevölkerung benötigt eine chronische antiepileptische Behandlung zur Kontrolle der Epilepsie. Diese Medikamente werden häufig auch für andere Indikationen eingesetzt, darunter neuropathische Schmerzen sowie verhaltensbedingte und psychologische Symptome der Demenz, obwohl Antikonvulsiva offiziell nicht für verhaltensbedingte und psychologische Symptome der Demenz indiziert sind.

Die Studien basieren auf dem finnischen landesweiten MEDALZ-Datensatz, der alle in Finnland im Zeitraum 2005-2011 wohnhaften Personen mit Alzheimer-Krankheit (70.718 Personen) umfasst. Die Daten zum Gebrauch von Antiepileptika wurden dem Verschreibungsregister entnommen. Das Mortalitätsrisiko wurde zwischen Konsumenten von Antiepileptika und entsprechenden Nicht-Konsumenten mit Alzheimer-Krankheit verglichen. Die von der Academy of Finland finanzierte Studie wurde von Tatyana Sarycheva und Kollegen an der Universität von Ostfinnland durchgeführt.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Neurology – DOI: 10.1212/WNL.0000000000009435.



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