Antithrombose-Medikamente bei ambulanten COVID-19-Patienten nicht hilfreich

Auswirkungen einer antithrombotischen Therapie (Aspirin oder Apixaban) auf die klinischen Ergebnisse bei ambulanten Patienten mit klinisch stabiler symptomatischer COVID-19

19.10.2021 Im Vergleich zu Placebo reduzieren weder Aspirin noch Apixaban die Rate der schwerwiegenden unerwünschten kardiovaskulären oder pulmonalen Folgen bei klinisch stabilen ambulanten Patienten mit symptomatischer COVID-19 laut einer im Journal of the American Medical Association veröffentlichten Studie.

Dr. Jean M. Connors vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Kollegen verglichen die gerinnungshemmende und thrombozytenaggregationshemmende Therapie bei symptomatischen, aber klinisch stabilen ambulanten Patienten mit COVID-19. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip einer 45-tägigen Behandlung mit niedrig dosiertem Aspirin, prophylaktisch dosiertem Apixaban, therapeutisch dosiertem Apixaban oder Placebo zugeteilt (164, 165, 164 bzw. 164 Teilnehmer).

Ergebnisse der Studie

Das Daten- und Sicherheitsüberwachungsgremium der Studie empfahl am 18. Juni 2021 die vorzeitige Beendigung der Studie, da die Ereignisraten niedriger waren als erwartet; zu diesem Zeitpunkt waren 657 (etwa 9 Prozent) der vorgesehenen 7.000 Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip zugewiesen worden.

Die Forscher stellten fest, dass von den 558 Teilnehmern, die mit der Behandlung begannen, der beurteilte primäre Endpunkt (zusammengesetzt aus Gesamtmortalität, symptomatischen venösen oder arteriellen Thromboembolien, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krankenhausaufenthalt wegen kardiovaskulärer oder pulmonaler Ursachen) bei 0,7, 0,7, 1,4 bzw. 0,7 Prozent der Teilnehmer in der Aspirin-, der prophylaktischen Apixaban-, der therapeutischen Apixaban- bzw. der Placebogruppe auftrat.

Bei den Blutungsereignissen betrugen die Risikounterschiede 2,0, 4,5 bzw. 6,9 Prozent im Vergleich zu Placebo; keine der Blutungen war schwerwiegend.

Schlussfolgerung

Frühe Beobachtungen aus der klinischen Praxis und vielversprechende Ergebnisse aus nicht randomisierten Studien haben viele Ärzte dazu veranlasst, bei einer Vielzahl von Patienten mit COVID-19, einschließlich stabiler ambulanter Patienten, Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer in therapeutischer Dosierung einzusetzen, schreibt der Autor eines begleitenden Editorials.

Dennoch sind auch während einer Pandemie gut konzipierte und ausreichend aussagekräftige randomisierte klinische Studien erforderlich, um den Nutzen und die Risiken von Therapien zu ermitteln.

Bei symptomatischen, klinisch stabilen ambulanten Patienten mit COVID-19 führte die Behandlung mit Aspirin oder Apixaban im Vergleich zu Placebo jedoch nicht zu einer Verringerung der Rate des zusammengesetzten klinischen Ergebnisses. Die Studie wurde jedoch nach Aufnahme von 9 % der Teilnehmer wegen einer niedrigeren Ereignisrate als erwartet abgebrochen.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA. Published online October 11, 2021. doi:10.1001/jama.2021.17272

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