Aspirin & Co. könnten Überleben bei COVID-19 verbessern

Auswirkung einer Thrombozytenaggregationshemmer-Therapie auf das Überleben und die organversorgungsfreien Tage bei kritisch kranken Patienten mit COVID-19

22.03.2022 Thrombozytenaggregationshemmer wie Aspirin haben nur geringe Auswirkungen auf die Notwendigkeit lebenserhaltender Maßnahmen bei COVID-19, könnten aber das Überleben in den folgenden Monaten verbessern.

Bei schwer an COVID-19 erkrankten Menschen besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, die die Blutgefäße verstopfen und zu potenziell tödlichen Organschäden führen können. Die Forscher wollen wissen, ob dieser Prozess durch die Behandlung der Patienten mit blutverdünnenden Thrombozytenaggregationshemmern wie Aspirin verhindert werden kann.

Eine neue internationale Studie von Forschern des Imperial College London und der Universität Bristol hat ergeben, dass der Einsatz von Thrombozytenaggregationshemmern wie Aspirin bei der Behandlung von Patienten, die schwer an COVID-19 erkrankt sind, den kurzfristigen Bedarf an lebenserhaltenden Maßnahmen nicht zu ändern scheint. Allerdings fanden sie Anzeichen dafür, dass mit diesen Medikamenten behandelte Patienten in den folgenden drei Monaten eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit aufwiesen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift The Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht.

Die Studie REMAP-CAP

An der klinischen Studie mit der Bezeichnung REMAP-CAP nahmen 1.557 Patienten teil, die in den Jahren 2020 und 2021 in 105 Krankenhäusern in Kanada, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Nepal, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich an COVID-19 erkrankt waren. Einige von ihnen erhielten Aspirin, andere eine andere Art von Thrombozytenaggregationshemmer namens Clopidogrel und wieder andere erhielten keinen Thrombozytenaggregationshemmer.

Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage, wie sich diese Medikamente auf die Zeitspanne auswirkten, in der die Patienten auf der Intensivstation organische Unterstützung, z. B. in Form von Beatmungshilfen, benötigten. Die Forscher fanden heraus, dass diese kurzfristigen Ergebnisse ähnlich waren, unabhängig davon, ob der Patient mit einem Thrombozytenaggregationshemmer behandelt wurde oder nicht.

Die Forscher verfolgten die Entwicklung der einzelnen Patienten 90 Tage lang und stellten fest, dass mit Thrombozytenaggregationshemmern behandelte Patienten eine höhere Überlebenschance hatten (70,5 % im Vergleich zu 67,3 % bei Patienten, die keine Thrombozytenaggregationshemmer erhielten).

© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of the American Medical Association (2022). DOI: 10.1001/jama.2022.2910

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