Acetylsalicylsäure (Aspirin) bei Gallengangskrebs

KurzInfo

News – Entzündungen

Zusammenhang zwischen Aspirin-Einnahme und Lebenserwartung nach Diagnose von Gallengangskarzinom

18.10.2019 Eine in JAMA Oncology veröffentlichte Studie untersuchte, ob die Verwendung von Aspirin (Wirkstoff Acetylsalicylsäure) nach der Diagnose eines Gallengangskarzinoms, zu dem auch Gallenblasenkrebs gehört, mit einem reduzierten Sterberisiko bei fast 3.000 Patienten verbunden war.

Unter den 2.934 in Frage kommenden Patienten mit Gallengangskrebs hatten 667 (23%) Gallenblasenkrebs; 1.559 (53%) ein Cholangiokarzinom; 224 (8%) ein Karzinom der Ampulla Vateri (AVC); und 484 (16%) überlappende Karzinome.

Es gab 2.415 Todesfälle (82%) mit einer mittleren Überlebensrate von 5,8 (Interquartilbereich 2-15) Monaten. 256 (9%) Patienten waren zu Studienbeginn Aspirinanwender, weitere 349 (12%) Patienten begannen nach der Diagnose mit der Einnahme von Aspirin. 96 Prozent der Aspirinanwender (n = 2.817) erhielten eine 75-mg-Dosis.

Im Vergleich zu Nicht-Nutzern waren Aspirin-Nutzer eher älter, aktuelle Statin-Nutzer und Prädiagnose-Nutzer von Aspirin und hatten häufiger Herzerkrankungen und Komorbiditäten.

Die Aspirin-Einnahme war mit einem verminderten Sterberisiko bei Patienten mit

  • Gallenblasenkrebs (HR 0,63; 95% CI, 0,48-0,83),
  • Cholangiokarzinom (HR 0,71; 95% CI, 0,60-0,85),
  • AVC (HR 0,44; 95% CI, 0,26-0,76) und
  • überlappendem / übergreifendem Gallengangskrebs (HR 0,68; 95% CI, 0,50-0,92) verbunden.

Incident-Anwender (ohne vorherige Einnahme) von Acetylsalicylsäure hatten einen größeren Nutzen durch den Einsatz von Aspirin nach der Diagnose als häufige Anwender, obwohl alle Anwender ein geringeres Sterberisiko hatten, schreiben die Studienautoren um Sarah S. Jackson vom National Cancer Institute in Rockville, Maryland.
© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Oncol. Published online October 17, 2019. doi:10.1001/jamaoncol.2019.4328