Acetylsalicylsäure (Aspirin) gegen Schlaganfall

KurzInfo

News – Einsatz zur Schlaganfallprävention

Aspirin kann das Schlaganfallrisiko bei Frauen mit einer Präeklampsie in der Vorgeschichte senken

23.01.2019 Frauen mittleren Alters mit einer Vorgeschichte von Präeklampsie haben ein höheres Schlaganfallrisiko, und Acetylsalicylsäure (Handelsname ist z.B. Aspirin) kann das Risiko reduzieren laut einer in der Zeitschrift Neurology veröffentlichten Studie.

Die Forscher analysierten die Daten von 84.000 Frauen, die an der California Teachers Study teilnahmen; von diesen hatten etwa 4.000 eine Präeklampsie in der Krankengeschichte. Frauen galten als regelmäßige Aspirin-Nutzer, wenn sie das Medikament drei- oder mehrmal pro Woche nach der Geburt für mindestens ein Jahr einnahmen.

Erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Frauen mit Präeklampsie

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Schlaganfallrisiko bei Frauen mit einer vorherigen Präeklampsie 30 Prozent höher war als bei Frauen ohne vorherige Präeklampsie.

Präeklampsie

Die Präeklampsie (Synonyme sind Schwangerschaftsintoxikation, Schwangerschaftstoxikose, EPH-Gestose, Spätgestose, Schwangerschaftsvergiftung) bezeichnet eine Erkrankung mit einem hohen Blutdruck, die die Schwangerschaft und das Wochenbett beeinträchtigen kann.

Niedrigeres Schlaganfallrisiko bei Frauen unter 60 Jahren

Die regelmäßige Aspirineinnahme schien das erhöhte Schlaganfallrisiko im Zusammenhang mit einer Präeklampsie zu beseitigen, allerdings nur bei Frauen unter 60 Jahren.

Acetylsalicylsäure-Anwenderinnen in dieser Altersgruppe mit einer zuvor diagnostizierten Präeklampsie hatten das gleiche Schlaganfallrisiko wie Frauen ohne vorherige Erkrankung.

Im Vergleich dazu hatten zuvor daran erkrankte Frauen in dieser Altersgruppe, die nicht den Wirkstoff Acetylsalicylsäure nahmen, ein um 50 Prozent höheres Schlaganfallrisiko.

Der Einsatz von Aspirin hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Verringerung des Risikos eines Schlaganfalls bei Frauen über 60 Jahren mit einer Vorgeschichte von Präeklampsie.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Neurology, 2019; 92 (4): 159 DOI: 10.1212/WNL.0000000000006802