Baxdrostat bei behandlungsresistentem Bluthochdruck

Phase-2-Studie untersuchte Wirksamkeit von Baxdrostat bei therapieresistenter Hypertonie

Baxdrostat bei behandlungsresistentem Bluthochdruck

08.11.2022 Ein neues Medikament namens Baxdrostat senkt den Bluthochdruck (Hypertonie) bei Patienten, die auf die derzeitigen Behandlungsmethoden nicht ansprechen.

Dies geht aus den Ergebnissen einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Phase-II-Studie hervor, die gemeinsam von einem Forscher der Queen Mary University of London und Kollegen von CinCor Pharma (USA) geleitet wurde.

Die Studie

In der über 12 Wochen laufenden Studie erhielten 248 Patienten entweder eine einmal täglich verabreichte Dosis von Baxdrostat in unterschiedlicher Dosierung oder ein Placebo. Zu Beginn der Studie war der Blutdruck bei keinem dieser Patienten kontrolliert, obwohl sie drei oder mehr Arzneimittel gegen Bluthochdruck einnahmen.

Die Dosen von Baxdrostat, die zusätzlich zu den üblichen Medikamenten der Patienten eingenommen wurden, reichten von 2 mg über 1 mg bis zu 0,5 mg.

Am Ende der 12 Wochen sank der Blutdruck in der Gruppe mit der höchsten Baxdrostat-Dosis um 20 Prozentpunkte. Der Unterschied zwischen dieser Gruppe und der Gruppe, die ein Placebo erhielt, betrug 11 Punkte – ein Unterschied, der selten bei einem einzelnen Medikament zur Blutdrucksenkung beobachtet wird.

Wirkung von Baxdrostat

Baxdrostat wirkt, indem es den Körper daran hindert, Aldosteron zu bilden, ein Hormon, das die Salzmenge im Körper reguliert. Baxdrostat unterdrückte den Aldosteronspiegel in Blut und Urin. Die Studie zeigt, dass das Medikament bei Patienten, deren Bluthochdruck auf die üblichen Medikamente nicht anspricht, eine deutliche Senkung des Blutdrucks bewirkt und dass diese Art von Bluthochdruck zum Teil auf eine übermäßige Produktion des Hormons Aldosteron zurückzuführen ist.

Aldosteron bewirkt, dass Salz im Körper zurückgehalten wird, was den Blutdruck in die Höhe treibt. Patienten mit überhöhten Aldosteronwerten im Blut sind resistent gegen die Behandlung mit den üblicherweise verwendeten Medikamenten gegen Bluthochdruck.

Das Hindernis für die Entwicklung eines solchen Medikaments bestand bislang darin, das Ziel des Medikaments – das Enzym, das Aldosteron produziert – mit einem anderen Enzym zu verbinden, das das essentielle Steroidhormon Cortisol produziert.

Die Behandlungsergebnisse

  • Dosisabhängige Veränderungen des systolischen Blutdrucks von -20,3 mm Hg, -17,5 mm Hg, -12,1 mm Hg und -9,4 mm Hg wurden in der 2-mg-, 1-mg-, 0,5-mg- bzw. Placebogruppe beobachtet.
  • Der Unterschied in der Veränderung des systolischen Blutdrucks zwischen der 2-mg-Gruppe und der Placebogruppe betrug -11,0 mm Hg (95% Konfidenzintervall [CI]: -16,4 bis -5,5; P<0,001), und der Unterschied in dieser Veränderung zwischen der 1-mg-Gruppe und der Placebogruppe betrug -8,1 mm Hg (95% CI: -13,5 bis -2,8; P=0,003).
  • Während der Studie traten keine Todesfälle auf, die Studienärzte führten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf Baxdrostat zurück, und es gab keine Fälle von Nebennierenrindeninsuffizienz.
  • Baxdrostat-bedingte Erhöhungen des Kaliumspiegels von 6,0 mmol pro Liter oder mehr traten bei 2 Patienten auf, aber diese Erhöhungen traten nach Absetzen und Wiedereinnahme des Medikaments nicht erneut auf.

© arznei-news.de – Quellenangabe: New England Journal of Medicine (2022). DOI: 10.1056/NEJMoa2213169





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