Brustkrebs: Kann Aspirin Wiederauftreten verhindern?

Im Vergleich zu Placebo verbesserte tägliches Aspirin das invasive krankheitsfreie Überleben bei Patientinnen mit HER2-negativem Hochrisiko-Brustkrebs nicht

19.02.2022 Die regelmäßige Einnahme von Aspirin (Acetylsalicylsäure) verbessert das invasive krankheitsfreie Überleben (iDFS) bei Hochrisiko-Brustkrebspatientinnen mit humanem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativer Erkrankung nicht. Dies geht aus einer im Rahmen der Plenarreihe der American Society for Clinical Oncology präsentierten Studie hervor.

Dr. Wendy Y. Chen vom Dana Farber Cancer Institute in Boston und Kollegen führten eine prospektive, randomisierte Studie durch, um die Wirkung von 300 mg Aspirin täglich im Vergleich zu Placebo auf das iDFS bei Patientinnen mit HER2-negativem Hochrisiko-Brustkrebs zu vergleichen. Von Januar 2017 bis Dezember 2020 wurden insgesamt 3.021 Patientinnen in die Studie aufgenommen.

Das Data Safety and Monitoring Board empfahl im November 2021 die Entblindung der Studie, da die stratifizierte Hazard Ratio eine vorgegebene Futility-Grenze überschritten hatte. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 20 Monaten und 191 iDFS-Ereignissen (107 in der Aspirin-Gruppe; 84 in der Placebo-Gruppe) betrug die stratifizierte Hazard Ratio im Vergleich zwischen Aspirin und Placebo 1,27, was über der vordefinierten Futility-Hazard-Ratio von 1,03 lag. Hinsichtlich der Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen des Grades 3/4 wurde kein Unterschied zwischen den Gruppen festgestellt. Die Verwendung von Aspirin/nichtsteroidalen Antirheumatika außerhalb des Protokolls war in allen Gruppen ähnlich und lag unter 14 Prozent.

Obwohl Entzündungen beim Fortschreiten des Krebses eine Rolle spielen können, wird Aspirin nicht zur Vorbeugung des Wiederauftretens von Brustkrebs empfohlen, so Chen in einer Erklärung.

© arznei-news.de – Quellenangabe: American Society for Clinical Oncology – DOI10.1200/JCO.2022.40.36_suppl.360922

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