Cannabidiol (CBD) gegen Schmerzen

Lindert CBD tatsächlich Schmerzen? Die Auswirkungen von Cannabidiol und analgetischen Erwartungen auf die experimentelle Schmerzreaktivität bei gesunden Erwachsenen

24.04.2021 Während die Anwender die Wirksamkeit von Cannabidiol (CBD) bei der Schmerzlinderung anpreisen, gab es bisher nur wenige experimentelle Untersuchungen am Menschen zur tatsächlichen Wirksamkeit des Medikaments. Eine neue Studie unter der Leitung von Forschern der Syracuse University untersuchte die Fähigkeit von Cannabidiol, Schmerzen zu lindern, sowie auf die Auswirkungen, die der sogenannte Placebo-Effekt auf die Schmerzwahrnehmung haben kann.

Für die Wissenschaft und die breite Öffentlichkeit blieb die Frage offen, ob die Schmerzlinderung, die CBD-Anwender zu erleben behaupten, aufgrund von pharmakologischen Effekten oder Placebo-Effekten herrührt, sagt Studienautor Martin De Vita, Forscher vom Psychologie-Fachbereich der Syracuse University’s College of Arts and Sciences. Das ist eine berechtigte Frage, denn wir wissen, dass allein die Aussage, dass eine Substanz die Fähigkeit hat, ihre Schmerzen zu lindern, tatsächlich robuste Veränderungen in der Schmerzempfindlichkeit verursachen kann. Diese werden Erwartungseffekte genannt, erläutert er.

Keine Verringerung der Schmerzintensität, aber der Schmerz wird weniger unangenehm

Neben anderen Ergebnissen zeigen die Daten der Studie, dass CBD und die Erwartung, CBD zu erhalten, die experimentelle Schmerzintensität nicht zu verringern scheinen, aber den Schmerz weniger unangenehm empfinden lassen.

Die Experimente

De Vita und Kollegen benutzten hochentwickelte Geräte, die auf sichere Weise experimentellen Hitzeschmerz auslösten, so dass sie messen konnten, wie das Nervensystem des Probanden darauf reagierte und ansprach. Dann verabreichten sie reines CBD oder ein Placebo und maßen erneut die Schmerzreaktionen.

Die Forscher gingen dann noch einen Schritt weiter, indem sie die Informationen manipulierten, die den Teilnehmern darüber gegeben wurden, welche Substanzen sie erhielten. In einigen Fällen wurde den Teilnehmern gesagt, dass sie CBD erhielten, obwohl sie eigentlich ein Placebo erhielten, oder es wurde ihnen gesagt, dass sie ein Placebo erhalten würden, obwohl sie tatsächlich CBD erhielten.

Auf diese Weise konnten sie herausfinden, ob es das Medikament war, das die Schmerzen linderte, oder ob es die Erwartung war, dass sie das Medikament – das ihre Schmerzen verringerte – erhalten hatten, schreibt De Vita.

Resultate zu den Effekten

Es gab einen signifikanten Haupteffekt der Instruktionen auf analgetischen Effekte, so dass die Offset-Analgesie-Reaktion (Offset-Analgesie: Maß für die endogene Schmerzmodulation) signifikant größer war, wenn den Teilnehmern gesagt wurde, dass sie CBD erhielten, unabhängig vom Wirkstoffgehalt.

Die Unangenehmheit des Schmerzes wurde unter den Bedingungen Medikament, Erwartung und Erwartung + Medikament signifikant verringert – im Vergleich zur Kontrollbedingung.

Die Bedingungen „Medikament“ und „Erwartung“ verbesserten separat die konditionierte Schmerzmodulation (CPM), während die Bedingungen „Erwartung + Medikament“ und „Kontrolle“ die niedrigsten CPM-Veränderungswerte ergaben.

Die Forscher konnten keine deutlichen Effekte für die Schmerzschwelle, die Toleranz oder die Intensität feststellen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass einzelne Schmerzergebnisse durch CBD und/oder die Erwartung, CBD zu erhalten, unterschiedlich beeinflusst werden können.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Experimental and Clinical Psychopharmacology (2021). DOI: 10.1037/pha0000465.





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