Cannabis / Cannabinoide bei psychischen Erkrankungen

Belege für den Nutzen von Cannabinoiden zur Behandlung psychischer Störungen fehlen

30.10.2019 Medizinische Cannabinoide, einschließlich medizinischer Cannabis- und pharmazeutischer Cannabinoide und ihrer synthetischen Derivate, wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), wurde eine therapeutische Rolle bei bestimmten psychischen Störungen zugeschrieben.

Wirksamkeit und Sicherheit

Ein Forscherteam analysierte die verfügbaren Belege, um die Wirksamkeit und Sicherheit aller Arten von medizinischen Cannabinoiden bei der Behandlung von Symptomen verschiedener psychischer Störungen zu ermitteln.

Es gibt wenig Hinweise darauf, dass Cannabinoide psychische Erkrankungen lindern laut einer in The Lancet Psychiatry veröffentlichten Studie.

Nicola Black von der University of New South Wales in Sydney und Kollegen führten eine systematische Überprüfung und Meta-Analyse durch, um die Wirksamkeit und Sicherheit von medizinischen Cannabinoiden bei der Behandlung von psychischen Störungen zu untersuchen.

Alle Studien, die jede Art und Formulierung eines medizinischen Cannabinoids bei Erwachsenen zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Aufmerksamkeitsdefiziten / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS), Tourette-Syndrom, posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) oder Psychosen untersuchten, wurden berücksichtigt. Es wurden Daten für 83 geeignete Studien berücksichtigt.

Die Autoren fanden nur wenig Hinweise darauf, dass die Cannabis-Präparate sicher und wirksam bei der Behandlung der sechs häufigen psychischen Störungen waren.

Die Forscher stellten fest, dass bei Patienten mit anderen Erkrankungen (vor allem chronischen Nicht-Krebs-Schmerzen und Multipler Sklerose), pharmazeutisches Tetrahydrocannabinol (THC; mit oder ohne Cannabidiol [CBD]) die Angstsymptome verbesserte (standardisierte mittlere Differenz [SMD] -0,25).

In einer Studie verschlechterte sich die negative Symptomatik der Psychose durch pharmazeutisches THC (mit oder ohne CBD) (SMD 0,36). Pharmazeutisches THC (mit oder ohne CBD) hatte keinen signifikanten Einfluss auf andere primäre Ergebnisse der untersuchten psychischen Erkrankungen.

In allen Studien erhöhte pharmazeutisches THC die Zahl der Personen mit unerwünschten Ereignissen (Nebenwirkungen) und Abbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen (Quotenverhältnisse 1,99 bzw. 2,78) im Vergleich zu Placebo.
© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet Psychiatry – DOI:https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30401-8



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