Colitis ulcerosa – Medikamente

Liste der bei Colitis ulcerosa eingesetzten Medikamente

Liste der bei Colitis ulcerosa bereits eingesetzten bzw. sich in der Entwicklung befindenen Medikamente:

Neue Richtlinienempfehlungen zur Behandlung der leichten bis mittelschweren ulzerösen Kolitis

14.01.2019 Die meisten Patienten mit Colitis ulcerosa (ulzeröse Kolitis, UC) haben eine leichte bis mittelschwere Erkrankung, die durch Aktivitäts- oder Remissionsphasen gekennzeichnet ist, aber es gibt in der Praxis Unterschiede im Krankheitsmanagement.

Eine neue klinische Richtlinie der American Gastroenterological Association (AGA), die in der Zeitschrift Gastroenterology, dem offiziellen Journal der AGA, veröffentlicht wurde, befasst sich mit der medizinischen Behandlung dieser Patienten und konzentriert sich auf die Verwendung von oralen und topischen 5-Aminosalicylaten (5-ASA) Medikamenten, rektalen Corticosteroiden und oralen Budesoniden, um eine qualitativ hochwertige Versorgung von UC-Patienten zu fördern.

Die neue klinische Richtlinie von der AGA soll bei der Behandlung von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa helfen, aber nicht alle Patienten werden effektiv auf die beschriebenen Therapien ansprechen. In diesen Fällen kann es notwendig sein, die Behandlung auf systemische Kortikosteroide, Immunmodulatoren und/oder biologische Medikamente zur Einleitung und Aufrechterhaltung der Remission zu eskalieren. Der Einsatz von Biologika und/oder Immunmodulatoren wird jedoch in der Richtlinie nicht speziell behandelt.

Definition leichte bis mittelschwere ulzeröse Kolitis

Leichte bis mittelschwere ulzeröse Kolitis wurde definiert als vier bis sechs Stuhlgänge pro Tag, leichte oder mittelschwere rektale Blutungen, dem Fehlen von konstitutionellen Symptomen, einer geringen allgemeinen Entzündungslast und dem Fehlen von Merkmalen, die auf eine hohe entzündliche Aktivität hinweisen. Obwohl die Krankheitsaktivität auf einem breiten Spektrum liegt, sollten Patienten der leichten bis mittelschweren Kategorie, die einen häufigeren Stuhlgang, stärkere rektale Blutungen oder eine größere allgemeine Entzündungsbelastung aufweisen, als Patienten mit einer mittelschweren Erkrankung angesehen werden, schreiben die Autoren.

Empfehlungen der AGA

Die Richtlinie empfiehlt Folgendes für die medikamentöse Behandlung von leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa:

  • Verwenden Sie entweder Mesalazin (auch als Mesalamin oder 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) bekannt) mit Standarddosis (2-3 Gramm/Tag) oder diazogebundenes 5-ASA anstelle von Mesalazin mit niedriger Dosis, Sulfasalazin oder keine Behandlung bei Patienten mit umfangreicher leichter bis mittelschwerer UC. (Starke Empfehlung, moderate Qualitätsnachweise)
  • Bei Patienten mit umfangreichem oder linksseitiger leichter bis schwerer Colitis ulcerosa sollte dem oralen 5-ASA rektales Mesalazin hinzugefügt werden. (Bedingte Empfehlung, moderater Qualitätsnachweis)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer Colitis ulcerosa mit suboptimalem Ansprechen auf Mesalazin in Standarddosis oder diazogebundenes 5-ASA oder mit mittelschwerer Krankheitsaktivität sollte hochdosiertes Mesalazin (>3 g/d) mit rektalem Mesalazin verwendet werden. (Bedingte Empfehlung, moderate Nachweise [Induktion der Remission], schwache Nachweise [Aufrechterhaltung der Remission])
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer Colitis ulcerosa, die mit oralem Mesalazin behandelt werden, sollte die Dosierung einmal täglich statt mehrmals täglich erfolgen. (Bedingte Empfehlung, moderater Qualitätsnachweis)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer Colitis ulcerosa sollten Sie orales Mesalazin in Standarddosis oder diazogebundenes 5-ASA anstelle von Budesonid MMX oder kontrolliertem Budesonid mit ilealer Freisetzung (kon- trolliert im ileum freigesetzt) zur Induktion der Remission verwenden. (Bedingte Empfehlung, geringe Evidenzqualität)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer ulzerativer Proktosigmoiditis oder Proktitis verwenden Sie Mesalazin-Einläufe (oder Zäpfchen) anstelle von oralem Mesalazin. (Bedingte Empfehlung, sehr schlechter Nachweis)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer ulzerater Proktosigmoiditis, die sich für die rektale Therapie statt für die orale Therapie entscheiden, verwenden Sie Mesalazin-Einläufe anstelle von rektalen Kortikosteroiden. (Bedingte Empfehlung, Nachweis mittlerer Qualität)
  • Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer ulzerativer Proktitis, die sich für die Rektumtherapie statt für die Oraltherapie entscheiden, verwenden Sie Mesalazin-Zäpfchen. (Starke Empfehlung, Evidenz mittlerer Qualität)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer ulzerativer Proktosigmoiditis oder Proktitis, die mit rektaler Therapie behandelt werden, die Mesalazinzäpfchen intolerant oder refraktär sind, verwenden Sie die rektale Kortikosteroidtherapie anstelle keiner Therapie zur Induktion einer Remission. (Bedingte Empfehlung, schlechte Evidenz)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer UC ohne Ansprechen auf optimiertes orales und rektales 5-ASA, unabhängig vom Ausmaß der Erkrankung, sollte entweder orales Prednison oder Budesonid MMX hinzugefügt werden. (Bedingte Empfehlung, minderwertige Evidenz)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer Colitis ulcerosa gibt die AGA keine Empfehlung für den Einsatz von Probiotika ab. (Keine Empfehlung, Informationsdefizit)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer Colitis ulcerosa trotz 5-ASA-Therapie gibt die AGA keine Empfehlung für die Verwendung von Curcumin ab. (Keine Empfehlung, Informationsdefizit)
  • Bei Patienten mit leichter bis schwerer ulzeröse Kolitis ohne Clostridium-difficile-Infektion empfiehlt die AGA, die Transplantation von fäkalen Mikrobiota nur im Rahmen einer klinischen Studie durchzuführen. (Keine Empfehlung zur Behandlung von Colitis ulcerosa, Kenntnislücke)

© arznei-news.de – Quellenangabe: Gastroenterology



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