Dabrafenib (Tafinlar) – Hirntumor (Gliom)

Hohe Ansprechrate in Phase I / II bei pädiatrischem Hirntumor

07.10.2016 Eine hohe Ansprechrate mit geringerer Toxizität konnte unter Dabrafenib (Handelsname Tafinlar) in einer Phase I / II Studie des Dana-Farber Boston Children’s beobachtet werden.

BRAF-V600-Mutation

Bis zu 10% der pädiatrischen niedriggradigen Gliomen haben die BRAF-V600-Mutation. Dabrafenib ist ein Medikament aus der Gruppe der Proteinkinase-Inhibitoren, das die Funktion des Proteins BRAF hemmt. Die Studie umfasste 32 Patienten im Alter von ein bis 16 Jahren mit BRAF V600 Mutation low-grade Gliom, von denen 15 an der Phase-I-Studie teilnahmen und 17 an der Phase-II-Studie.

Dosierung

Die Phase-I-Studie, die sich auf die Bestimmung der empfohlenen Phase-II-Dosis konzentrierte, fand keine signifikanten Dosis-limitierenden Toxizitäten. Die empfohlene Dosis basierte daher auf der Pharmakokinetik-Aktivität des Arzneimittels und wurde für Patienten im Alter von 12 Jahren und älter auf 4,5 mg / kg / Tag und für Patienten im Alter unter 12 Jahren auf 5,25 mg / kg / Tag festgelegt.

Tumorwachstum

Die Phase-II-Studie bewertete die unter Dabrafenib auftretenden Toxizitäten und ob die Tumoren weiterwuchsen, in ihrem Wachstum gestoppt wurden oder schrumpften. Kinder und Jugendliche mit niedriggradigen Gliomen können ihr ganzes Leben mit einem Tumor überleben, wenn die Tumoren aufhören zu wachsen, im Gegensatz zu anderen Krebsarten, die vollständig entfernt werden müssen, sagte Studienautor Dr. Mark Kieran.

Die objektive Ansprechrate betrug 72% – mit 23 von 32 Patienten, die auf das Medikament ansprachen. Bei zwei Patienten verschwand der Tumor und bei 11 Patienten schrumpfte er um mehr als die Hälfte – von diesen 13 Patienten sind noch acht in Therapie. Dreizehn Patienten hatten eine stabile Erkrankung von mindestens sechs Monaten Dauer, und 11 von ihnen sind noch in Therapie.

Toxizitäten

In Bezug auf unerwünschte Ereignisse gab es keine Fälle von Plattenepithelkarzinomen, die in früheren Studien zu Dabrafenib bei Erwachsenen mit BRAF-V600E-positiven Tumoren beobachtet worden waren, von denen die meisten Melanome hatten.

Ein Patient zeigte eine allergische Reaktion auf das Medikament. Leichtere Nebenwirkungen waren ähnlich denen bei Erwachsenen, einschließlich vorübergehendes Fieber, Magenverstimmung, Müdigkeit und Hautausschlag.
© arznei-news.de – Quelle: European Society for Medical Oncology, Okt. 2016

Vielversprechende Ergebnisse durch Tafinlar bei pädiatrischen Patienten mit Gliom niedrigeren Grades

19.12.2019 Dabrafenib (Handelsname Tafinlar) zeigte laut in Clinical Cancer Research veröffentlichten Studienergebnissen Aktivität bei pädiatrischen Patienten mit niedriggradigem Gliom.

In dieser Phase I/IIa-Studie untersuchten Mark W. Kieran von der Harvard Medical School und Kollegen die Wirksamkeit von Dabrafenib bei Patienten mit pädiatrischem Low-Grade-Gliom. Dabrafenib hemmt selektiv eine mutierte Form des BRAF-Proteins, die das Zellwachstum verursacht. Diese BRAF-Mutation wird häufig bei pädiatrischen Low-Grade-Gliomen nachgewiesen.

In die Studie wurden insgesamt 32 Patienten im Alter von einem bis 18 Jahren aufgenommen, deren Tumoren die BRAF-Mutation aufwiesen. Alle Patienten hatten mindestens eine vorherige Therapie erhalten. Fünfzehn dieser Patienten wurden in den Phase I-Teil der Studie aufgenommen, der Anfang des Jahres ebenfalls in Clinical Cancer Research veröffentlicht wurde, und 17 in den Phase II-Teil.

Alle 17 Patienten des Phase II-Teils wurden mit der empfohlenen Phase-II-Dosis behandelt, die in der Phase I-Studie festgelegt wurde. Weitere sieben Patienten in Phase I wurden mit dieser Dosis behandelt. Alle Patienten wurden mit einer pädiatrischen Verabreichungsform von Dabrafenib behandelt.

Ansprechen

Fünf Patienten waren nicht hinsichtlich eines objektiven Ansprechens evaluierbar, erfüllten jedoch die Kriterien für eine stabile Erkrankung. Auf der Grundlage einer unabhängigen radiologischen Untersuchung wurden bei 14 der 27 bewertbaren Patienten Ansprechen beobachtet.

Bei einem Patienten war das Ansprechen vollständig und bei 13 Patienten teilweise. Die mediane Dauer des Ansprechens betrug 26 Monate, mit einem medianen progressionsfreien Überleben von 35 Monaten. Bei elf Patienten kam es zu einem Fortschreiten der Erkrankung.

Nebenwirkungen

Bei 29 Patienten wurden behandlungsbedingte Nebenwirkungen beobachtet, bei neun Patienten traten Nebenwirkungen des Grades drei oder vier auf.

Es gab keine behandlungsbedingten Todesfälle; allerdings starb ein Patient zwei Wochen nach Absetzen der Therapie aufgrund des Fortschreitens der Krankheit.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Clinical Cancer Research – DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-17-3572



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