Diclofenac – Herzprobleme, Herzinfarkt

Kardiovaskuläre Risiken durch Schmerzmittel

05.09.2018 Diclofenac kann Probleme für das Herz mit sich bringen und stellt ein kardiovaskuläres Gesundheitsrisiko dar, verglichen mit Nichtgebrauch oder dem Einsatz von Paracetamol und anderer traditioneller, nicht-steroidaler entzündungshemmender Medikamente laut einer im Fachblatt BMJ veröffentlichter Studie.

Morten Schmidt vom Aarhus Universitätskrankenhaus und Kollegen untersuchten die kardiovaskulären Risiken einer einleitenden Diclofenac-Behandlung im Vergleich zur Initiierung anderer traditioneller nicht-steroidaler entzündungshemmender Medikamente, Paracetamol und im Vergleich zu nicht mit diesen Medikamenten behandelten Kontrollpersonen.

Für die Untersuchung wurden die Daten von allen erwachsenen Personen ohne Malignität, Schizophrenie, Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren-, Leber- oder Ulkuserkrankungen (d.h. mit niedrigem Basisrisiko) ausgewertet.

Die Studie umfasste 1.370.832 Patienten, die eine Behandlung mit Diclofenac begannen, 3.878.454 Ibuprofen-Erstverwender, 291.490 Naproxen-Initiatoren, 764.781 Paracetamol-Initiatoren, die mit einem 1.303.209 Personen verglichen wurden, die nicht diese Medikamente nahmen.

Die Nebenwirkungsrate bei Diclofenac-Erstverwendern stieg um 50% im Vergleich zu Nicht-Nutzern (Inzidenzrate 1,5), um 20% im Vergleich zu Paracetamol- oder Ibuprofen-Initiatoren und um 30% im Vergleich zur Naproxen-Gruppe.

Herzprobleme

Die Ereignisrate für Herzprobleme in der Diclofenac-Gruppe stieg für jede Komponente des kombinierten Endpunkts für

  • Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern/-flattern),
  • ischämischen Schlaganfall,
  • Herzinsuffizienz,
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt) und
  • Herztod,
  • sowie bei niedrigen Dosen von Diclofenac im Vergleich zur nicht-medikamentös behandelten Kontrollgruppe.

Obwohl das relative Risiko für schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse am höchsten bei Personen mit niedrigem oder moderatem Basisrisiko (d.h. Diabetes mellitus) war, war das absolute Risiko am höchsten bei Personen mit hohem Basisrisiko (d.h. früherer Myokardinfarkt oder Herzinsuffizienz).

Die Diclofenac-Behandlung erhöhte auch das Risiko einer oberen Magen-Darm-Blutung nach 30 Tagen um das ca. 4,5-fache im Vergleich zu keiner Behandlung, um das 2,5-fache im Vergleich zu Ibuprofen oder Paracetamol und in ähnlichem Maße wie zu Naproxen.
© arznei-news.de – Quellenangabe: BMJ – doi: https://doi.org/10.1136/bmj.k3426



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