Edoxaban bei Vorhofflimmern nach Transkatheter-Aortenklappenersatz – Studie

Edoxaban versus Warfarin bei Vorhofflimmern nach TAVI: Edoxaban scheint eine wirksame Behandlung zu sein

29.08.2021 Der Gerinnungshemmer Edoxaban (Lixiana) kann bei Patienten mit Vorhofflimmern, die sich einem Transkatheter-Aortenklappenersatz (auch Transkatheter-Aortenklappenimplantation genannt: TAVI) unterziehen, genauso wirksam sein wie Warfarin zur Prävention von Herzinfarkten oder Schlaganfällen laut einer groß angelegten internationalen Studie unter Leitung des Mount Sinai.

Die ENVISAGE-TAVI-Studie zu Vorhofflimmern ist die größte Studie, in der eine Edoxaban-basierte Behandlungsstrategie bei dieser Patientengruppe im Vergleich zu Warfarin, der derzeitigen Standardbehandlung, untersucht wurde. Sie zeigt, dass Edoxaban Warfarin nicht unterlegen ist. Die Ergebnisse wurden auf dem ESC-Kongress 2021 der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie vorgestellt und gleichzeitig in der Fachzeitschrift The New England Journal of Medicine veröffentlicht und könnten zu einer alternativen Behandlungsstrategie führen, schreiben die Studienautoren.

Forscher des Mount Sinai leiteten eine internationale Studie an 173 Zentren in 14 Ländern, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Edoxaban mit Warfarin bei Patienten mit Vorhofflimmern zu vergleichen, die eine orale Antikoagulation benötigten.

Wirksamkeit

Um die Wirksamkeit zu ermitteln, untersuchten sie die kombinierten unerwünschten klinischen Ereignisse, darunter Todesfälle insgesamt, thromboembolische Ereignisse und schwere Blutungen. Für die Sicherheit wurden schwerwiegende Blutungsvorfälle untersucht.

Die Forscher randomisierten 1.426 Patienten 5 bis 12 Tage nach der TAVI entweder auf Warfarin (mit oder ohne Thrombozytenaggregationshemmer) oder auf 60 mg tägliches orales Edoxaban (mit oder ohne Thrombozytenaggregationshemmer). Die Patienten wurden bis zu drei Jahre lang nach der TAVI nachbeobachtet (durchschnittlich 18 Monate).

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Edoxaban dem Warfarin in Bezug auf die Wirksamkeit nicht unterlegen war, was anhand einer Zusammenstellung von ischämischen und blutungsbedingten unerwünschten Ereignissen beurteilt wurde. Gleichzeitig traten bei Edoxaban im Vergleich zu Warfarin (oder seinen Analoga, soweit in den einzelnen Ländern verfügbar) häufiger Blutungskomplikationen (hauptsächlich gastrointestinaler Art) auf.

Interessanterweise schienen Patienten, die aufgrund einer schlechten Nierenfunktion oder eines geringen Körpergewichts eine niedrigere Dosis Edoxaban (30 mg statt 60 mg) erhielten, ähnliche Raten an unerwünschten thromboembolischen und blutungsbedingten Ereignissen aufzuweisen wie mit Warfarin behandelte Patienten, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: ESC-Kongress 2021; The New England Journal of Medicine – DOI: 10.1056/NEJMoa2111016

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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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